Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Fittich, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fittich(e)s · Nominativ Plural: Fittiche · wird meist im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Fit-tich
Wortbildung  mit ›Fittich‹ als Letztglied: Adlerfittich · Adlersfittich
eWDG

Bedeutung

dichterisch Flügel eines Vogels, Schwinge
Beispiel:
Dann wird sein Adler rauschend sich erheben, / still spannt er über uns die Fittiche [ R. Dehmel2,29]
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichjmdn. unter seine, die Fittiche nehmen (= jmdn. betreuen)
umgangssprachlichDerartige Galgenvögel schlugen sich gern ins Rheinland, wo sie sich sicherer fühlten unter den Fittichen (= unter dem Schutz) der Besatzungsbehörde [ SeghersDie Toten6,164]
Lust und Liebe sind die Fittiche / Zu großen Taten [ GoetheIphigenieII 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fittich · Schlafittchen
Fittich m. ‘Schwinge, Flügel’, heute fast nur noch dichterisch, ahd. feddā̌h (9. Jh.), später auch fettā̌ch, mhd. vet(t)ach(e), vet(t)ech(e), vit(t)ich, in heutiger Form seit Luther, ist als (wohl im Gedanken an heftigen Flügelschlag) geminierte Form verwandt mit Feder (s. d.) und gehört wie dieses zur Wurzel ie. *pet(ə)- ‘auf etw. los-, niederstürzen, fliegen, fallen’. – Schlafittchen n. In der umgangssprachlichen, seit dem 18. Jh. belegten (doch wohl älteren) Wendung jmdn. beim (am) Schlafittich kriegen (packen) ist das Substantiv assimiliert aus Schlagfittich ‘Schwungfeder des (Gänse)flügels’, das dann in übertragener Bedeutung als ‘Kleiderzipfel, Rockschoß’ aufgefaßt wird. Der dazu gebildete Dativ Plur. Schlafittchen (eigentlich Schlagfittchen) wird für ein mit -chen gebildetes Deminutivum gehalten, daher (heute überwiegend) jmdn. beim Schlafittchen kriegen ‘(beim Kragen) packen, festhalten und zur Rede stellen’.

Typische Verbindungen zu ›Fittich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fittich‹.

Allianz ausgebreitet breiten geraten schützend staatlich

Verwendungsbeispiele für ›Fittich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun schimmerte bläulich sein Kinn zwischen den silbernen Fittichen seines Bartes. [Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 341]
Manchmal frage er sich schon, wie es gewesen wäre, unter den Fittichen einer musischen Mutter aufzuwachsen. [Die Zeit, 19.02.1990, Nr. 08]
Die Männer heute haben diese schützenden Fittiche nicht mehr, unter denen die Frauen ihr behütetes Dasein führen könnten. [Die Zeit, 11.01.1965, Nr. 02]
Nur langsam gelang es, sie auch unter die Fittiche der friedlichen Nutzung zu nehmen. [Die Zeit, 27.12.1956, Nr. 52]
Den Enkel John nahm er vor einiger Zeit unter seine Fittiche. [Süddeutsche Zeitung, 23.12.1997]
Zitationshilfe
„Fittich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fittich>.

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