Flügelmann, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFlü-gel-mann (computergeneriert)
WortzerlegungFlügel1Mann
eWDG, 1967

Bedeutung

am weitesten außen stehender Mann einer angetretenen Formation
Beispiel:
Eines Tages stand er auf dem Kasernenhof. Als linker Flügelmann eines Transportes von etwa hundert Mann [WelkHoher Befehl239]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flügel · Flügelmann · flügeln · geflügelte Worte · beflügeln · überflügeln
Flügel m. ‘zum Fliegen dienender Körperteil der Vögel und Insekten’, mhd. vlügel, mnd. vlȫgel, mnl. vlōghel, vleughel, nl. vleugel, anord. flygill, schwed. flygel sind erst spät nach dem Muster vieler Gerätebezeichnungen (wie Zügel zu ziehen) zu dem unter ↗fliegen (s. d.) behandelten Verb gebildet und bezeichnen die Vogelschwinge, bald auch metaphorisch an einer Seite befindliche oder seitlich angebrachte Teile, im Dt. z. B. die nach zwei Seiten herabhängenden Teile einer Haube (17. Jh.), die Windmühlenflügel (17. Jh.), Nasen-, Lungenflügel (18./19. Jh.), Teile eines aufgestellten Heeres (18. Jh.; unter Einfluß von gleichbed. lat. āla und frz. aile). Im 18. Jh. wird eine Klavierart wegen ihrer Form Flügel genannt (älter mnd. vlȫgel ‘Harfe’, 14. Jh.). Flügelmann m. ‘Soldat am Flügel einer Heeresaufstellung’ (18. Jh.). flügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen, mit Flügeln schlagen’ (17. Jh.), heute nur noch im Part. Prät. geflügelt; geflügelte Worte im 18. Jh. von J. H. Voß in seiner Übersetzung Homers geprägt nach griech. épea pteréonta (ἔπεα πτερέοντα) ‘mit Flügeln versehene Wörter’, d. h. ‘Aussprüche, die sich schnell verbreiten’, seit Büchmann in der Bedeutung ‘geläufige Zitate’ (1864). beflügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen’ (Anfang 17. Jh.), dann ‘beschleunigen, beleben, vorantreiben’. überflügeln Vb. ‘vorauseilen, übertreffen’, zuerst militärisch ‘eine Linie über die feindliche Front seitwärts herausrücken, mit den Flügeln eines Heeres umfassen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Republikaner konservativ liberal link recht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flügelmann‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Blüm kam ins Kabinett, weil Kohl glaubte, sein linker Flügelmann könne es besonders gut mit den Arbeitern.
Die Zeit, 23.11.1990, Nr. 48
Das wird an der Einstellung der Deutschen zu den beiden prominentesten Flügelmännern deutlich.
Der Spiegel, 11.10.1982
Mich hielt die Erregung aufrecht, aber der Flügelmann brach unter präsentiertem Gewehr zusammen.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7669
Er stellt sich also, klein und jüdisch, neben den riesigen Flügelmann, und weil der seinen Pallasch ausgestreckt hält, hält er seine Zigarre ausgestreckt.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 21.09.1934. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1934], S. 16269
Er brachte mich mit den äußersten Flügelmännern der Sozialdemokratie zusammen, die sich eher Anarchisten oder Nihilisten nennen dürften.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8929
Zitationshilfe
„Flügelmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flügelmann>, abgerufen am 18.03.2019.

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