Flügelmann, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flügelmann(e)s · Nominativ Plural: Flügelmänner/Flügelleute
Neben der Pluralform auf ‑männer ist auch die Pluralumschreibung mit ‑leute möglich. Diese Pluralform kann insbesondere dann verwendet werden, wenn keine Aussage über das natürliche Geschlecht der Beteiligten gemacht werden soll.
Aussprache 
Worttrennung Flü-gel-mann
Wortzerlegung  Flügel Mann
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Sport, besonders Ballsport Spieler (1), der auf einer Außenposition als Stürmer (1) eingesetzt ist
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: rechter, linker, schneller Flügelmann
Beispiele:
Erfolgreichster Bayern‑Korbjäger […] war Flügelmann Nihad Djedovic mit 16 Punkten. [Die Zeit, 22.10.2015 (online)]
Warum zeichnen sich gerade Flügelmänner bei Siebenmetern aus? »Weil wir einfach kaum ausrechenbar sind«, sagt Uwe Gensheimer, Linksaußen der Rhein‑Neckar Löwen. [Der Spiegel, 26.07.2010 (online)]
Der von Bröndby nach Bielefeld gekommene offensive Flügelmann lief an, holte aus und schmetterte den Ball aus halblinker Position mit rechts ins Netz. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2006]
Gerade plante Braunschweigs Flügelmann den siegbringenden Spielzug, da stibitzte sein Verteidiger den Ball und stürmte mutterseelenallein davon. [Berliner Zeitung, 12.10.1998]
2.
Politik Politiker, der innerhalb einer Partei einer Gruppierung mit einer bestimmten politischen Ausrichtung angehört
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: liberaler, konservativer, linker, rechter Flügelmann
mit Genitiv-/Akkusativ-/Dativobjekt: Flügelmann der Partei
Beispiele:
Gerhard Pfister[…] muss sich vorrechnen lassen, dass er als Flügelmann rechts Mühe bekunden könnte, in seiner Mittepartei eine zentrale Rolle einzunehmen. [Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2016]
Berlin war für von Stahl uninteressant geworden, weil […] es dem rechten Flügelmann nicht gelang, für seine Positionen innerparteilich eine Mehrheit zu finden. [Der Tagesspiegel, 25.09.2001]
»Die Partei verkauft sich selbst, ihre Ideen und macht obendrein noch ein schlechtes Geschäft«, bringt Hans‑Georg Lorenz, linker Flügelmann der SPD, die parteiinterne Kritik auf den Punkt. [Die Welt, 23.06.2000]
Es ist diese Unübersichtlichkeit des politischen Konflikts[…]. Hinterbänkler drängen vor allem im Sommerloch nach vorn und […] Flügelleute der Volksparteien giften sich an und sammeln ihre Gefolgschaft für die anstehende Vorstandswahl. [Frankfurter Rundschau, 25.08.1999]
3.
Militär Soldat (1, 2) (besonders Pilot), der in einer Formation (1) die äußere Position einnimmt
Beispiele:
So kann ich als Pilot über dem Einsatzgebiet meinen Flügelmann jederzeit über Bedrohungen informieren. [Bild am Sonntag, 26.06.2016]
»Flügelmann« im Sinne von »Der Pilot, mit dem Du in der Formation/dem Geschwader fliegst«. [KALIBAN, 01.07.2010, aufgerufen am 04.06.2015]
Eines Tages stand er auf dem Kasernenhof. Als linker Flügelmann eines Transportes von etwa hundert Mann [ WelkHoher Befehl239]WDG

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flügel · Flügelmann · flügeln · geflügelte Worte · beflügeln · überflügeln
Flügel m. ‘zum Fliegen dienender Körperteil der Vögel und Insekten’, mhd. vlügel, mnd. vlȫgel, mnl. vlōghel, vleughel, nl. vleugel, anord. flygill, schwed. flygel sind erst spät nach dem Muster vieler Gerätebezeichnungen (wie Zügel zu ziehen) zu dem unter fliegen (s. d.) behandelten Verb gebildet und bezeichnen die Vogelschwinge, bald auch metaphorisch an einer Seite befindliche oder seitlich angebrachte Teile, im Dt. z. B. die nach zwei Seiten herabhängenden Teile einer Haube (17. Jh.), die Windmühlenflügel (17. Jh.), Nasen-, Lungenflügel (18./19. Jh.), Teile eines aufgestellten Heeres (18. Jh.; unter Einfluß von gleichbed. lat. āla und frz. aile). Im 18. Jh. wird eine Klavierart wegen ihrer Form Flügel genannt (älter mnd. vlȫgel ‘Harfe’, 14. Jh.). Flügelmann m. ‘Soldat am Flügel einer Heeresaufstellung’ (18. Jh.). flügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen, mit Flügeln schlagen’ (17. Jh.), heute nur noch im Part. Prät. geflügelt; geflügelte Worte im 18. Jh. von J. H. Voß in seiner Übersetzung Homers geprägt nach griech. épea pteréonta (ἔπεα πτερέοντα) ‘mit Flügeln versehene Wörter’, d. h. ‘Aussprüche, die sich schnell verbreiten’, seit Büchmann in der Bedeutung ‘geläufige Zitate’ (1864). beflügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen’ (Anfang 17. Jh.), dann ‘beschleunigen, beleben, vorantreiben’. überflügeln Vb. ‘vorauseilen, übertreffen’, zuerst militärisch ‘eine Linie über die feindliche Front seitwärts herausrücken, mit den Flügeln eines Heeres umfassen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Flügelmann‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flügelmann‹.

Zitationshilfe
„Flügelmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fl%C3%BCgelmann>, abgerufen am 28.01.2022.

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