Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Flamme, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flamme · Nominativ Plural: Flammen
Aussprache 
Worttrennung Flam-me
Wortbildung  mit ›Flamme‹ als Erstglied: Flammen speiend · Flammengarbe · Flammengarn · Flammenhölle · Flammenkuchen · Flammenmeer · Flammenschein · Flammenschrift · Flammenschwert · Flammentod · Flammenwerfer · Flammenzeichen · Flammkohle · Flammkuchen · Flammofen · Flammpunkt · Flammrohr · Flämmchen · Fp · flammenförmig · flammenspeiend · flammfest
 ·  mit ›Flamme‹ als Letztglied: Auspuff-Flamme · Auspuffflamme · Explosionsflamme · Feuerflamme · Gasflamme · Heizflamme · Kerzenflamme · Liebesflamme · Schweißflamme · Sparflamme · Stichflamme
 ·  mit ›Flamme‹ als Binnenglied: dreiflammig · zweiflammig
eWDG

Bedeutungen

1.
bei Verbrennungsvorgängen entstehende bläuliche oder gelbrote, helle Lichterscheinung mit Wärmeentwicklung; lodernde, flackernde, leuchtende Feuerzunge
Beispiele:
eine helle, grelle, bläuliche, gelbe, starke, große, schwache, heiße, ruhige, leckende Flamme
auf kleiner Flamme kochen
unser Gasherd hat drei Flammen (= Brennstellen)
das spärliche Flämmchen einer Kerze erhellte den Raum nur schwach
die olympische Flamme (= das olympische Feuer)
die Flammen lodern, schlagen zum Himmel, züngeln, zucken, lohen
die Flamme leuchtet, wirft Schatten, wärmt, ist erloschen
Flammen schlugen aus dem Ofen, Dachstuhl
die Flamme schüren, austreten, ersticken
gehobendie Flamme anfachen
landschaftlichdie Flamme auspusten
einen Holzstoß in Flammen setzen
der Schein der Flammen war von Weitem zu sehen
die Scheune stand in (hellen) Flammen (= brannte lichterloh)
das Haus, der Wald, das Dorf ging in Flammen auf (= das Haus, der Wald, das Dorf verbrannte gänzlich)
gehobendas Haus, der Wald, das Dorf wurde ein Raub der Flammen (= das Haus, der Wald, das Dorf verbrannte gänzlich)
gehobendie Leiche wurde den Flammen übergeben (= die Leiche wurde eingeäschert)
Eine einzige gellende Flamme, die das Schiff verzehrte [ JahnnHolzschiff197]
bildlich
Beispiele:
die Flammen der Begeisterung, Leidenschaft, des Hasses, Zorns
er entfachte die Flammen des Aufruhrs erneut
Die schönsten, unschuldigsten Träume unserer Vorfahren gehen schon in Flammen auf [ CarossaGion167]
Da schlägt endlich die seit Jahren niedergehaltene und erstickte Flamme der Revolte in Balzac hoch [ St. ZweigBalzac30]
Sein Ehrgeiz war ein mild erwärmend Feuer, / Noch nicht die Flamme, die verzehrend rast [ SchillerWallenst. TodIII 3]
umgangssprachlich Feuer und Flamme für etw., jmdn. seinspontan und stark begeistert für etw., jmdn. sein
Beispiele:
er war (ganz, sofort) Feuer und Flamme für diese Idee, Pläne, den Auftrag
Der Schiffsjunge Fordan war Feuer und Flamme für Artisten [ KlepperKahn52]
2.
salopp Mädchen, für das ein Mann entflammt ist, Angebetete
Beispiele:
heute war ich mit meiner Flamme im Kino
er hat seine alte Flamme wiedergesehen
Ein Pennäler hat einen Schwarm, eine Flamme [ SpoerlFeuerzangenbowle73]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flamme · flammen
Flamme f. ‘auflodernde, Licht und Wärme verbreitende Erscheinung bei der Verbrennung von Stoffen und Gasen’, ahd. flamma (10. Jh.), mhd. vlamme (auch vlam m.) ist entlehnt aus lat. flamma (aus *flagma), das zu lat. flagrāre ‘in Flammen stehen, brennen, lodern’ gebildet ist (s. flagrant). Vom Substantiv abgeleitet flammen Vb. ‘hell leuchten, lodern, funkeln’, mhd. vlammen. Dazu geflammt Part.adj. ‘gezackt, lodernden Flammen ähnlich gemustert’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flamme · Lohe
Oberbegriffe
  • Brand · Feuer  ●  flammendes Inferno fachspr., Jargon, mediensprachlich, fig.
Synonymgruppe
(jemandes) Angebetete · (jemandes) Herzdame · (jemandes) Herzensdame · (jemandes) Liebste · Dame seines Herzens  ●  (jemandes) Auserwählte  Hauptform · (jemandes) Flamme  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Flamme‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flamme‹.

Verwendungsbeispiele für ›Flamme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie schlugen uns und stahlen das bisschen, was wir vor den Flammen retten konnten. [Der Spiegel, 28.05.2001]
Wenn sie allerdings einen der naheliegenden Fehler machen würde, würde der Koffer in Flammen aufgehen. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 321]
Der Wald, grün sonst, sieht aus, als stünde er in Flammen. [Widmer, Urs: Im Kongo, Zürich: Diogenes 1996, S. 58]
Andere wollten durch die Flammen in den Hof eindringen – vergebens. [Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 1019]
Mit dem Entfachen der olympischen Flamme auf dem Altar vor dem Alten Museum beenden wir die Übertragung. [o. A.: Jugendfeier im Berliner Lustgarten anlässlich der Eröffnung der XI. Olympischen Spiele, 01.08.1936]
Zitationshilfe
„Flamme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flamme>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Flamingo
Flamengo
Flamenga
Flamenco
Flamen
Flammen speiend
Flammengarbe
Flammengarn
Flammenhölle
Flammenkuchen