Flanke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flanke · Nominativ Plural: Flanken
Aussprache
WorttrennungFlan-ke (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Flanke‹ als Erstglied: ↗Flankenball · ↗Flankendeckung · ↗Flankenfeuer · ↗Flankensicherung · ↗Flankenstoß
 ·  mit ›Flanke‹ als Letztglied: ↗Bananenflanke · ↗Nordflanke · ↗Ostflanke · ↗Südflanke · ↗Westflanke
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Militär rechte oder linke Seite der Gefechtsordnung oder Marschordnung einer Truppeneinheit
Beispiele:
den Gegner in der Flanke fassen, angreifen
dem Gegner in die Flanke fallen
der Gegner brach in die offene (= ungedeckte) Flanke des Feindes ein
ein Stoß, Gegenstoß in die Flanke
die Flanken absichern
Engländer ... rollen die Flanke auf und gelangen hinter uns [RemarqueIm Westen272]
bildlich
Beispiel:
verfiel der Gegner sogleich auf den Plan, Herrn Valentins Kriegsmacht von der Flanke zu fassen [KusenbergNicht zu glauben135]
2.
knochenloses Seitenteil des Rumpfes von Vierbeinern, besonders von Pferden, Weiche
Beispiele:
das Pferd, die Stute hielt mit zitternden, fliegenden Flanken
die Beine in den spiegelnden Stiefeln preßten gleichzeitig noch die Flanken [der Rösser] [J. RothRadetzkymarsch158]
Die Flanken [der Mufflons] sind mit einem großen silbergrauen Fleck geziert [R. GerlachVierfüßler105]
3.
Seite, besonders eines Gebäudes, Berges
Beispiele:
an den sonnigen Flanken des Gebirges
der Motorradfahrer fuhr dem Lastwagen in die Flanke
Zwischen Rhododendronsträuchern umgingen sie die Flanke des Schlosses [Th. MannBetrogene9,1006]
Der Hochwald wächst an die Flanken des Hauses heran [KlugeKortüm18]
Die Sonne kommt rot und rund an der Flanke des Berges hoch [LönsMümmelmann4,120]
4.
Sport
a)
Turnen Stützsprung mit seitlich gestreckter, waagerechter Körperhaltung über ein Turngerät, bei dem eine Körperseite dem Gerät zugekehrt ist
Beispiele:
Flanke links, rechts!
die, eine Flanke (über den Barren, das Reck, Pferd) machen
mit einer tadellosen Flanke über den Seesteg sprang ich [dem Hut] nach [GoetzTote Tante15]
b)
Ballspiel hohe oder halbhohe Ballabgabe von der Seite zur Mitte des Spielfeldes
Beispiele:
der Rechtsaußen gab, von rechtsaußen kam eine (weite) Flanke herein
dann trittst du die Flanke auf den Elfmeterpunkt, weil dort einer freisteht [LoestSportgesch.298]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flanke · flanken · flankieren · Flankierung
Flanke f. ‘Seite’, zunächst (2. Hälfte 16. Jh.) vereinzelt für ‘Weiche des Pferdes’ vom frühen 17. Jh. an militärisches Fachwort in Anwendung auf Festungsbau (‘Seitenfront einer Bastion, Seitendeckung’) und Truppenformation (‘Seite der Gefechts-, Marschordnung’) ist entlehnt aus afrz. frz. flanc ‘Weiche, Seite’ (terminologisch seit dem Mfrz.), wobei feminines Genus im Dt. wohl erst (nach dem Muster von ↗Seite, ↗Weiche?, s. d.) aus dem häufig verwendeten Plur. Flanquen, Flanken entsteht. Das Mask. afrz. frz. flanc seinerseits beruht wahrscheinlich auf galloroman. Neubildung zu einem nur noch schwach belegten, aber in Mundarten weiterlebenden Fem. afrz. mfrz. flanche, nordafrz. flanke ‘Seite eines Tieres’, das auf eine westgerm. (anfrk.?) Form zurückgeht, die ahd. (h)lanka, mhd. lanke ‘Hüfte, Lende’ (s. ↗Gelenk und ↗lenken) entspricht. Im 20. Jh. gewinnt Flanke im Sport neue Geläufigkeit (beim Geräteturnen ‘Sprung mit nach einer Seite gestreckten Beinen’, vgl. engl. flank vault, bei Ballspielen ‘Wurf, Schuß von der Seite zur Spielfeldmitte’); dazu flanken Vb. ‘eine Flanke ausführen’ (20. Jh.). flankieren Vb. ‘sich an den Seiten befinden, seitlich begrenzen, von der Seite her schützen, decken oder angreifen’ (17. Jh.), aus gleichbed. mfrz. frz. flanquer; dazu Flankierung f. (17. Jh.).

Thesaurus

Sport
Synonymgruppe
Flanke · ↗Flankenball
Synonymgruppe
Flanke · ↗Flügel · ↗Rand · ↗Seite
Synonymgruppe
Bauchlappen · ↗Dünnung · Flanke
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dribbling Freistoß Halbfeld Kopfball Strafraum Torschuss Vulkan abfangen abgefälscht außenwirtschaftlich einköpfen fallend füttern gefühlvoll getimt köpfeln köpfen link mustergültig offen präzis segeln steil südlich unterlaufen verunglückt verwerten vorbeirutschen vorbeisegeln zirkeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flanke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man ihn stoppt, kommen nur noch die hohen Flanken, und auf die haben wir uns bestens eingestellt.
Der Tagesspiegel, 06.07.1998
Da sind wir mit unseren vielen hohen Flanken besonders gefährlich.
Bild, 27.02.1998
Sein Kopf baumelte wie leblos an der schwitzenden Flanke des Esels, die Augen waren zu, der Mund aufgerissen.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 465
Und dann kam ein Ball von der rechten Flanke, wohin ich ihn gespielt hatte.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 71
Er lockte den Hund und klopfte ihm freundschaftlich die Flanken.
Flake, Otto: Scherzo. In: ders., Lichtenthaler Allee, Gütersloh: Mohn 1965 [1935], S. 301
Zitationshilfe
„Flanke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flanke>, abgerufen am 12.11.2019.

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