Flaum, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flaum(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Flaum‹ als Erstglied: ↗Flaumbart · ↗Flaumfeder · ↗Flaumhaar · ↗flaumweich
 ·  mit ›Flaum‹ als Letztglied: ↗Bartflaum · ↗Entenflaum
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Gesamtheit der Flaumfedern
Beispiel:
der weiche, zarte Flaum des jungen Vogels
2.
feiner, weicher Haarwuchs, besonders der erste sprossende Bart
Beispiele:
er hat schon einen hellen, leichten Flaum auf der Oberlippe, Wange
Da sproßt' ihm kaum der erste Flaum ums Kinn [SchillerPiccolominiI 1]
Hände schlank und schmal, auf dem Rücken zarter blonder Flaum [JensMann157]
haariger Überzug auf der Oberfläche von Früchten, Blättern
Beispiele:
der zarte Flaum des Pfirsichs, Edelweißes
graugrüner ... Flaum war über dem Gesträuch [Feuchtw.Oppermann192]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flaum · flaumig
Flaum m. ‘weicher, zarter Feder-, Haarwuchs, Daune’. Ahd. *phlūma (in phlūmfedara, 10. Jh., phlūmlīh ‘flaumfederartig’, 9. Jh.), mhd. phlūme, mnd. mnl. plūme, nl. pluim, aengl. plūmfeþer, engl. plume beruhen auf gleichbed. lat. plūma. Die Entlehnung erfolgt im Zuge des germanisch-römischen Handels mit Bettfedern (durch Plinius bezeugt). Dabei übernehmen die Germanen für ihr Produkt den lat. Ausdruck. Eine als Vorstufe zu lat. plūma anzusetzende Form *plusmā kann mit lit. plùskos ‘Haarzotte, dicke Haare’, lett. pluska ‘Zotte, Fetzen’, plušḳis ‘ausgerauftes Büschel Wolle’ sowie mit ↗Flaus und ↗Vlies (s. d.) auf ie. *pleus- ‘ausrupfen; gerupfte Wollflocken, Federn oder Haare, Vlies, Zotten’ zurückgeführt werden. Omd. Flūm, Flaum ist bereits seit dem 16. Jh. bezeugt, setzt sich jedoch gegen obd. Pflaum erst im 18. Jh. voll durch. Das zugehörige Adj. pflaumenweich (18. Jh.), später auch flaum(en)weich (19. Jh.) ‘weich wie Daunen’ hält sich (im Sprecherbewußtsein an die Steinfrucht ↗Pflaume, s. d., angelehnt) bis zur Gegenwart und wird ‘weich wie eine Pflaume’ interpretiert, neuerdings auch übertragen ‘kraftlos, charakterlos’. flaumig Adj. älter auch pflaumig, pflaumicht ‘weich, zart (wie Daunen), mit Flaum bedeckt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flaum · ↗Härchen
Assoziationen
Synonymgruppe
Flaum · ↗Milchbart
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arme Haar Kinn Kopf Lippe Nase Oberlippe Wange bedecken blond dunkel dünn fein grün hell leicht schwarz sprießen streichen weich weiß weißlich zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flaum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über den Dünen liegt ein Flaum aus fahlgelbem flusigem Gras.
Die Zeit, 05.03.2007, Nr. 10
Für einen Schal benötigt man den Flaum von drei bis vier Tieren.
Süddeutsche Zeitung, 09.12.2003
An jedem geschlachteten Geflügel finden sich nach dem Rupfen noch kleine Haare und Reste von Flaum.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 10
Bei mir war aber gar nicht einmal mehr von »Flaum« zu reden.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 998
Über die Kuppe lief ein zitternder Flaum von Gras im Wind.
Johnson, Uwe: Ingrid Babendererde, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1985, S. 179
Zitationshilfe
„Flaum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flaum>, abgerufen am 18.10.2019.

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