Flause, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flause · Nominativ Plural: Flausen · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungFlau-se (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Flause‹ als Erstglied: ↗Flausenmacher
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
närrischer Einfall, lustiger Unsinn
Beispiele:
er hat nichts als Flausen im Kopf
er hat den Kopf voll(er) Flausen
jmdm. seine Flausen austreiben
setz dem Mädchen nicht solche Flausen in den Kopf! (= mach dem Mädchen nicht unbegründete Hoffnungen!)
wenn man beinahe Großvater werden könnte ... dann vergehen einem die Flausen, und man benimmt sich seriös [AndresHochzeit402]
indes der Mann ... lustige Weisen pfiff, sich einen Pfannkuchen buk und fortwährend irgendeine Flause dazu hermurmelte [G. KellerGr. Heinrich4,67]
2.
Ausflucht, Flunkerei
Beispiele:
mach mir doch nicht solche, keine Flausen vor!
das sind ja nur Flausen
Sie hat ... noch den andern [Stolz], alles gradheraus zu sagen und keine Flausen zu machen [FontaneIrrungenI 3,258]
Die beiden ... fährt der Vernehmungsrichter an, sie sollen hier keine Flausen aufbringen, der Reinhold hat sein Alibi nachgewiesen [DöblinAlexanderpl.397]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flause f. ‘Wollflocke, Fussel’, meist im Plur. (übertragen) Flausen ‘zum Lachen reizende Redensarten, wirres ungereimtes Zeug, Mätzchen, Illusionen’. In diesem übertragenen pluralischen Gebrauch bezeugt seit dem Ende des 16. Jhs., während die vorauszusetzende mundartliche Bedeutung ‘Wollflocke, Fussel’ erst im 19. Jh. nachzuweisen und als Nebenform wohl an ↗Flaus (s. d.) anzuschließen ist. Geläufig (seit dem 18. Jh.) in Wendungen wie Flausen im Kopf haben, sich Flausen in den Kopf setzen, Flausen machen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kopf ausreden austreiben idealistisch romantisch vertreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flause‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch wenn er dich vor sich her treibt, bläst er dir die Flausen in den Kopf.
Süddeutsche Zeitung, 17.06.1999
Nichts als Flausen hat das Mädchen heute noch im Kopf.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 156
Das Mädchen hat Flausen im Kopf, träumt davon, tolle Häuser zu entwerfen.
Die Zeit, 26.01.2009, Nr. 04
In dem Alter hat man schon mal ein paar Flausen im Kopf, stellt schon mal was an.
Bild, 22.09.2001
Ich sah die Gefahr, die meinem kaum betretenen Neulande drohte, und redete ihr die Flausen aus.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 413
Zitationshilfe
„Flause“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flause>, abgerufen am 23.01.2019.

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