Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Fleck, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fleck(e)s · Nominativ Plural: Flecke
Aussprache  [flɛk]
eWDG

Bedeutungen

1.
verunreinigte oder verfärbte Stelle
Synonym zu Flecken¹
a)
beschmutzte, unschöne Stelle, Schmutzfleck
Beispiele:
der Anzug hat einen Fleck, viele Flecke
die Tischdecke ist voller Flecke
Farbe, Tinte, Fett gibt Flecke
umgangssprachlichFarbe, Tinte, Fett macht Flecke
Flecke, einen Fleck (aus dem Rock) entfernen, herauswaschen
umgangssprachlichmach (dir) keinen Fleck, keine Flecke auf, in dein Kleid
bildlich
Beispiel:
saloppmach dir (nur) keinen Fleck ins Hemd(e)! (= ziere dich nicht so, stell dich nicht so an!)
b)
andersfarbige Stelle
Beispiele:
auf den Tapeten sind helle Flecke
einen schwarzen, roten Fleck im Gesicht, auf der Stirn, rote Flecke am Hals haben
er hatte blaue Flecke am Bein
hier ist noch ein weißer Fleck (= unerforschtes Gebiet) auf der Landkarte
ein kahler Fleck (= Stelle ohne Pflanzen) im Getreidefeld
Medizinder gelbe Fleck (= Stelle der größten Sehschärfe in der Netzhaut)
Medizinder blinde Fleck (= lichtunempfindliche Eintrittsstelle des Sehnervs in die Netzhaut)
c)
umgangssprachlich, übertragen Makel, Schandfleck
Beispiele:
einen Fleck auf der (weißen) Weste haben
der Fleck haftete ihm sein Leben lang an
das ist ein Fleck auf seiner Ehre
2.
umgangssprachlich bestimmte Stelle, bestimmter Ort, Platz
Beispiele:
ich stehe, warte schon eine Stunde auf demselben, auf einem Fleck
etw. befindet sich, steht am alten Fleck
das Bild hängt jetzt am richtigen Fleck
sich ein schattiges Fleckchen suchen
ich bringe den Wagen nicht vom Fleck
Mit Schreck blickte die Mutter … auf den leeren Fleck des Stubenbodens [ G. KellerGr. Heinrich4,472]
wie das Kalb die Vorderbeine stemmte und nicht vom Fleck zu bringen war [ L. FrankMännerquartett1,315]
sie ruderten keuchend … aber sie kamen gegen die Böen so gut wie gar nicht vom Fleck [ AnderschSansibar138]
(kleines) Stück Land
Beispiele:
dieser Park ist ein herrliches Fleckchen Erde
auf diesem, so einem schönen Fleckchen (Erde) möchte ich wohnen
Aus der ganzen großen Welt wäre dieser Fleck Land herausgenommen und mir zu eigen gegeben [ WaggerlTagebuch15]
bildlich
Beispiele:
das Herz auf dem rechten Fleck haben (= lebenstüchtig, wirklichkeitsnah sein)
den Mund auf dem rechten Fleck haben (= schlagfertig sein)
saloppdas Maul auf dem rechten Fleck haben (= schlagfertig sein)
er ist noch immer auf demselben, dem alten Fleck (= er ist noch nicht weiter)
jmdn. vom Fleck weg heiraten, verhaften (= jmdn. auf der Stelle, sofort heiraten, verhaften)
ich komme mit der Arbeit nicht vom Fleck (= nicht voran)
die Arbeit kommt, geht nicht vom Fleck (= vorwärts)
der Baum kommt nicht vom Fleck (= gedeiht nicht)
ich habe das Herz auf dem rechten Fleck (= bin beherzt, mutig), während Sie das Ihre wohl meistens in den Hosen haben [ Th. MannTristan9,171]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flecken · Fleck · beflecken · fleckig · Marktflecken · Fleckfieber
Flecken Fleck m. ‘von der Oberfläche sich abhebende Stelle, loses Stückchen, Ortschaft’, bildlich ‘Fehler, Makel’. Die etymologische Zuordnung von ahd. flec (8. Jh.) und flecko (um 800), mhd. vlec und vlecke, die sich durch starke (germ. *flekka-) und schwache (germ. *flekkōn) Deklination unterscheiden, ferner von mnd. vlek, vlecke, mnl. vlecke, nl. vlek, anord. flekkr, schwed. fläck ist ungeklärt. Teils wird Verwandtschaft mit Fleisch (s. d.) angenommen und Anschluß an ie. *plēik̑-, *plīk̑- ‘(ab)reißen’, abgeleitet von der Wurzel ie. *plē-, *plə- ‘abspalten, abreißen’, erwogen, teils wird an die Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen; Haut, Fell’ angeknüpft und an Verwandtschaft mit Fell, befehlen (s. d.) gedacht. beflecken Vb. ‘verunreinigen’, mhd. bevlecken (vgl. ahd. gifleckōn ‘beschmutzen’, 10. Jh.). fleckig Adj. ‘mit (Schmutz)flecken übersät’, mhd. vleckic (vgl. älteres nhd. fleckicht, mhd. vleckeht, vlekoht, ahd. fleckohti, 8. Jh.). Marktflecken m. ‘Ort mit Marktrecht’ (15. Jh.). Fleckfieber n. Infektionskrankheit, zu deren Symptomen ein fleckiger Hautausschlag gehört (17. Jh.), auch Flecktyphus.

Typische Verbindungen zu ›Fleck‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fleck‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fleck‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alles glich einer schweren Masse, die sich vergeblich bemühte, vom Fleck zu kommen. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 46]
Offenbar wollte er jetzt keine Zeit mehr verlieren, gab es auf, den Fleck herauszubringen. [Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 153]
Sie sind im Sinne Flecks in der Tat konstitutiv für die Forschung. [Schäfer, Lothar u. Schnelle, Thomas: Ludwik Flecks Begründung der soziologischen Betrachtungsweise in der Wissenschaftstheorie. In: dies. (Hgg.) Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980, S. 28]
Hier unten gefällt es dem Finanzminister, die nächste Stunde rührt er sich nicht mehr vom Fleck. [Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41]
So lange stur am Fleck bleiben, wie es geht, anschließend blitzschnell die Richtung ändern. [Die Zeit, 11.02.1999, Nr. 7]
Zitationshilfe
„Fleck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fleck#1>.

Weitere Informationen …

Fleck, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fleck(e)s · Nominativ Plural: Flecke
Aussprache  [flɛk]
Wortbildung  mit ›Fleck‹ als Erstglied: Fleckchen2  ·  mit ›Fleck‹ als Letztglied: Brustfleck · Flickfleck · Kuttelflecken · Lederfleck · Putzfleck · Waschfleck

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Flicken
  2. 2. [landschaftlich, besonders berlinisch] Flecke
eWDG

Bedeutungen

1.
Flicken
Beispiele:
einen Fleck auf das Loch (im Schuh), auf den Schuh, auf die Hose, auf den zerrissenen Ärmel setzen, aufsetzen
ein farbiges Fleckchen
2.
landschaftlich, besonders berlinisch Flecke
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
ein Pfund Fleck kaufen
der Fleck hat mir geschmeckt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flecken · Fleck · beflecken · fleckig · Marktflecken · Fleckfieber
Flecken Fleck m. ‘von der Oberfläche sich abhebende Stelle, loses Stückchen, Ortschaft’, bildlich ‘Fehler, Makel’. Die etymologische Zuordnung von ahd. flec (8. Jh.) und flecko (um 800), mhd. vlec und vlecke, die sich durch starke (germ. *flekka-) und schwache (germ. *flekkōn) Deklination unterscheiden, ferner von mnd. vlek, vlecke, mnl. vlecke, nl. vlek, anord. flekkr, schwed. fläck ist ungeklärt. Teils wird Verwandtschaft mit Fleisch (s. d.) angenommen und Anschluß an ie. *plēik̑-, *plīk̑- ‘(ab)reißen’, abgeleitet von der Wurzel ie. *plē-, *plə- ‘abspalten, abreißen’, erwogen, teils wird an die Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen; Haut, Fell’ angeknüpft und an Verwandtschaft mit Fell, befehlen (s. d.) gedacht. beflecken Vb. ‘verunreinigen’, mhd. bevlecken (vgl. ahd. gifleckōn ‘beschmutzen’, 10. Jh.). fleckig Adj. ‘mit (Schmutz)flecken übersät’, mhd. vleckic (vgl. älteres nhd. fleckicht, mhd. vleckeht, vlekoht, ahd. fleckohti, 8. Jh.). Marktflecken m. ‘Ort mit Marktrecht’ (15. Jh.). Fleckfieber n. Infektionskrankheit, zu deren Symptomen ein fleckiger Hautausschlag gehört (17. Jh.), auch Flecktyphus.

Typische Verbindungen zu ›Fleck‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fleck‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fleck‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alles glich einer schweren Masse, die sich vergeblich bemühte, vom Fleck zu kommen. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 46]
Offenbar wollte er jetzt keine Zeit mehr verlieren, gab es auf, den Fleck herauszubringen. [Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 153]
Sie sind im Sinne Flecks in der Tat konstitutiv für die Forschung. [Schäfer, Lothar u. Schnelle, Thomas: Ludwik Flecks Begründung der soziologischen Betrachtungsweise in der Wissenschaftstheorie. In: dies. (Hgg.) Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980, S. 28]
Hier unten gefällt es dem Finanzminister, die nächste Stunde rührt er sich nicht mehr vom Fleck. [Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41]
So lange stur am Fleck bleiben, wie es geht, anschließend blitzschnell die Richtung ändern. [Die Zeit, 11.02.1999, Nr. 7]
Zitationshilfe
„Fleck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fleck#2>.

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