Flegel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flegels · Nominativ Plural: Flegel
Aussprache
WorttrennungFle-gel
Wortbildung mit ›Flegel‹ als Erstglied: ↗Flegelalter · ↗Flegelei · ↗Flegeljahre · ↗flegelhaft · ↗flegelig
 ·  mit ›Flegel‹ als Letztglied: ↗Bauernflegel  ·  mit ›Flegel‹ als Grundform: ↗flegeln
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend ungeschliffener, grober Bursche
Beispiele:
du bist ein richtiger, großer, unverschämter Flegel!
du weißt wohl nicht, was sich gehört, du Flegel?
so ein Flegel!
»Ungebildeter Flegel«, schrie er [H. W. RichterSpuren303]
was tut selbst der feinste Herr, wenn ihn drei ordinäre Flegel anfallen [KlempererLTI232]
Ich gehe lieber zu Fuß, als mit einem Flegel im Auto zu sitzen [EisenreichUrgroßvater30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flegel · Flegelei · flegelhaft · Flegeljahre · flegeln
Flegel m. ‘Werkzeug zum Dreschen, Mensch ohne Takt und Manieren, Lümmel’, ahd. flegil (10. Jh.), mhd. vlegel, asächs. flegil, mnd. vlēgel, mnl. vlēghel, nl. vlegel, engl. flail haben ihren Ausgangspunkt in lat. flagellum ‘Peitsche, Geißel’ (Deminutivum zu gleichbed. lat. flagrum). Wegen der Ähnlichkeit in der Handhabung wird die Bezeichnung im Spätlat. auf das Dreschinstrument erweitert und dann mit der Sache ins Roman. und Germ. überommen. Die herabsetzende Identifizierung des Bauern mit einem seiner Hauptarbeitsinstrumente führt im 16. Jh. zu der übertragenen Bedeutung ‘Bauer, Grobian’ (vgl. auch Bauernflegel, 16. Jh.). Als eindeutige Bezeichnung für das Instrument entsteht die Zusammensetzung ↗Dreschflegel (s. d.). Flegelei f. ‘grobe Unart’ (17. Jh.). flegelhaft Adj. ‘ungezogen, grob’ (19. Jh.), älter flegelhaftig (17. Jh.). Flegeljahre Plur. ‘Zeit jugendlicher Unreife, Pubertät’ (18. Jh.). flegeln Vb. geläufiger sich flegeln (19. Jh.), sich hinflegeln (18. Jh.) ‘sich unanständig, lümmelhaft hinsetzen, hinlegen’; mhd. vlegelen ‘dreschen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flegel · ↗Lümmel · ↗Raubein · ↗Rowdy · ↗Rüpel · ↗Wüstling · ungehobelter Bursche  ●  ↗Rabauke  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Bengel · Flegel · ↗Frechling · ↗Lausbub · Lausbube · ↗Lausebengel · ↗Schelm · ↗Schlingel · ↗Strolch  ●  ↗Fratz  süddt. · ↗Lorbass  ostpreußisch · ↗Range  veraltet · ↗Bazi  ugs., österr., bair. · ↗Dreikäsehoch  ugs. · ↗Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · ↗Früchtchen  ugs. · ↗Knilch  ugs. · ↗Lauser  ugs. · ↗Lümmel  ugs., veraltend · ↗Pülcher  ugs., österr. · ↗Racker  ugs. · ↗Rotzbengel  ugs. · Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · ↗Rotzgöre  ugs. · ↗Rotzjunge  ugs. · ↗Rotzlöffel  ugs. · ↗Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nadelstreifen Rüpel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flegel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist ein Flegel, allerdings einer, dem man kaum böse sein kann.
Die Zeit, 16.08.2012, Nr. 33
Gewisse Informationen über die sexuelle Grundorientierung sind sogar erwünscht, schließlich beklagt man sich über den Flegel, der nicht einmal seine Frau vorgestellt hat.
Die Welt, 25.08.2003
Von Zeit zu Zeit marschierte eine Abteilung von diesen Flegeln mit Schlagstöcken unter den Fenstern vorbei.
Süddeutsche Zeitung, 13.12.2001
Wie kaum sonst scheiden sich hier die Flegel von den Kavalieren.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 228
Wer ein Flegel ist, wird nie ein guter Fahrer werden.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 94
Zitationshilfe
„Flegel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flegel#1>, abgerufen am 19.02.2019.

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Flegel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flegels · Nominativ Plural: Flegel
Aussprache
WorttrennungFle-gel
Wortbildung mit ›Flegel‹ als Letztglied: ↗Dreschflegel
eWDG, 1967

Bedeutung

Handgerät zum Dreschen, das aus einem kurzen Holzklöppel und einem langen starken Stiel besteht, die beide durch einen kurzen Riemen beweglich miteinander verbunden sind, Dreschflegel
Beispiel:
Roggen mit dem Flegel (aus)dreschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flegel · Flegelei · flegelhaft · Flegeljahre · flegeln
Flegel m. ‘Werkzeug zum Dreschen, Mensch ohne Takt und Manieren, Lümmel’, ahd. flegil (10. Jh.), mhd. vlegel, asächs. flegil, mnd. vlēgel, mnl. vlēghel, nl. vlegel, engl. flail haben ihren Ausgangspunkt in lat. flagellum ‘Peitsche, Geißel’ (Deminutivum zu gleichbed. lat. flagrum). Wegen der Ähnlichkeit in der Handhabung wird die Bezeichnung im Spätlat. auf das Dreschinstrument erweitert und dann mit der Sache ins Roman. und Germ. überommen. Die herabsetzende Identifizierung des Bauern mit einem seiner Hauptarbeitsinstrumente führt im 16. Jh. zu der übertragenen Bedeutung ‘Bauer, Grobian’ (vgl. auch Bauernflegel, 16. Jh.). Als eindeutige Bezeichnung für das Instrument entsteht die Zusammensetzung ↗Dreschflegel (s. d.). Flegelei f. ‘grobe Unart’ (17. Jh.). flegelhaft Adj. ‘ungezogen, grob’ (19. Jh.), älter flegelhaftig (17. Jh.). Flegeljahre Plur. ‘Zeit jugendlicher Unreife, Pubertät’ (18. Jh.). flegeln Vb. geläufiger sich flegeln (19. Jh.), sich hinflegeln (18. Jh.) ‘sich unanständig, lümmelhaft hinsetzen, hinlegen’; mhd. vlegelen ‘dreschen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flegel · ↗Lümmel · ↗Raubein · ↗Rowdy · ↗Rüpel · ↗Wüstling · ungehobelter Bursche  ●  ↗Rabauke  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Bengel · Flegel · ↗Frechling · ↗Lausbub · Lausbube · ↗Lausebengel · ↗Schelm · ↗Schlingel · ↗Strolch  ●  ↗Fratz  süddt. · ↗Lorbass  ostpreußisch · ↗Range  veraltet · ↗Bazi  ugs., österr., bair. · ↗Dreikäsehoch  ugs. · ↗Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · ↗Früchtchen  ugs. · ↗Knilch  ugs. · ↗Lauser  ugs. · ↗Lümmel  ugs., veraltend · ↗Pülcher  ugs., österr. · ↗Racker  ugs. · ↗Rotzbengel  ugs. · Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · ↗Rotzgöre  ugs. · ↗Rotzjunge  ugs. · ↗Rotzlöffel  ugs. · ↗Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Nadelstreifen Rüpel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flegel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den ganzen Winter über standen einige Tagelöhner auf der Dreschdiele und draschen das Korn mit dem Flegel aus.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Das Dreschen mit dem Flegel bot vor der Einführung des Maschinendruschs den Landarbeitern (Tagelöhnern) ihr winterliches Auskommen.
Röhrich, Lutz: dreschen, Drescher. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6454
Zitationshilfe
„Flegel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flegel#2>, abgerufen am 19.02.2019.

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