Flegel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flegels · Nominativ Plural: Flegel
Aussprache  [ˈfleːgl̩]
Worttrennung Fle-gel
Wortbildung  mit ›Flegel‹ als Erstglied: Flegelalter · Flegelei · Flegeljahre · flegelhaft · flegelig
 ·  mit ›Flegel‹ als Letztglied: Bauernflegel · beflegeln  ·  mit ›Flegel‹ als Grundform: flegeln
eWDG

Bedeutung

abwertend ungeschliffener, grober Bursche
Beispiele:
du bist ein richtiger, großer, unverschämter Flegel!
du weißt wohl nicht, was sich gehört, du Flegel?
so ein Flegel!
»Ungebildeter Flegel«, schrie er [ H. W. RichterSpuren303]
was tut selbst der feinste Herr, wenn ihn drei ordinäre Flegel anfallen [ KlempererLTI232]
Ich gehe lieber zu Fuß, als mit einem Flegel im Auto zu sitzen [ EisenreichUrgroßvater30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flegel · Flegelei · flegelhaft · Flegeljahre · flegeln
Flegel m. ‘Werkzeug zum Dreschen, Mensch ohne Takt und Manieren, Lümmel’, ahd. flegil (10. Jh.), mhd. vlegel, asächs. flegil, mnd. vlēgel, mnl. vlēghel, nl. vlegel, engl. flail haben ihren Ausgangspunkt in lat. flagellum ‘Peitsche, Geißel’ (Deminutivum zu gleichbed. lat. flagrum). Wegen der Ähnlichkeit in der Handhabung wird die Bezeichnung im Spätlat. auf das Dreschinstrument erweitert und dann mit der Sache ins Roman. und Germ. überommen. Die herabsetzende Identifizierung des Bauern mit einem seiner Hauptarbeitsinstrumente führt im 16. Jh. zu der übertragenen Bedeutung ‘Bauer, Grobian’ (vgl. auch Bauernflegel, 16. Jh.). Als eindeutige Bezeichnung für das Instrument entsteht die Zusammensetzung Dreschflegel (s. d.). Flegelei f. ‘grobe Unart’ (17. Jh.). flegelhaft Adj. ‘ungezogen, grob’ (19. Jh.), älter flegelhaftig (17. Jh.). Flegeljahre Plur. ‘Zeit jugendlicher Unreife, Pubertät’ (18. Jh.). flegeln Vb. geläufiger sich flegeln (19. Jh.), sich hinflegeln (18. Jh.) ‘sich unanständig, lümmelhaft hinsetzen, hinlegen’; mhd. vlegelen ‘dreschen’.

Verwendungsbeispiele für ›Flegel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist ein Flegel, allerdings einer, dem man kaum böse sein kann. [Die Zeit, 16.08.2012, Nr. 33]
P. F. hat riskiert, für einen Flegel gehalten zu werden. [Die Zeit, 15.01.1979, Nr. 03]
Wie kaum sonst scheiden sich hier die Flegel von den Kavalieren. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 228]
Ein ungebildeter Flegel, allenfalls ein traditioneller Caudillo, so dachte man. [Die Zeit, 18.08.2004, Nr. 34]
Auf allen Kanälen des Fernsehens durften junge Flegel ihre Aggressionen austoben. [Die Zeit, 10.04.1981, Nr. 16]
Zitationshilfe
„Flegel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flegel#1>.

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Flegel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flegels · Nominativ Plural: Flegel
Aussprache  [ˈfleːgl̩]
Worttrennung Fle-gel
Wortbildung  mit ›Flegel‹ als Letztglied: Dreschflegel
eWDG

Bedeutung

Handgerät zum Dreschen, das aus einem kurzen Holzklöppel und einem langen starken Stiel besteht, die beide durch einen kurzen Riemen beweglich miteinander verbunden sind, Dreschflegel
Beispiel:
Roggen mit dem Flegel (aus)dreschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flegel · Flegelei · flegelhaft · Flegeljahre · flegeln
Flegel m. ‘Werkzeug zum Dreschen, Mensch ohne Takt und Manieren, Lümmel’, ahd. flegil (10. Jh.), mhd. vlegel, asächs. flegil, mnd. vlēgel, mnl. vlēghel, nl. vlegel, engl. flail haben ihren Ausgangspunkt in lat. flagellum ‘Peitsche, Geißel’ (Deminutivum zu gleichbed. lat. flagrum). Wegen der Ähnlichkeit in der Handhabung wird die Bezeichnung im Spätlat. auf das Dreschinstrument erweitert und dann mit der Sache ins Roman. und Germ. überommen. Die herabsetzende Identifizierung des Bauern mit einem seiner Hauptarbeitsinstrumente führt im 16. Jh. zu der übertragenen Bedeutung ‘Bauer, Grobian’ (vgl. auch Bauernflegel, 16. Jh.). Als eindeutige Bezeichnung für das Instrument entsteht die Zusammensetzung Dreschflegel (s. d.). Flegelei f. ‘grobe Unart’ (17. Jh.). flegelhaft Adj. ‘ungezogen, grob’ (19. Jh.), älter flegelhaftig (17. Jh.). Flegeljahre Plur. ‘Zeit jugendlicher Unreife, Pubertät’ (18. Jh.). flegeln Vb. geläufiger sich flegeln (19. Jh.), sich hinflegeln (18. Jh.) ‘sich unanständig, lümmelhaft hinsetzen, hinlegen’; mhd. vlegelen ‘dreschen’.

Verwendungsbeispiele für ›Flegel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein ungebildeter Flegel, allenfalls ein traditioneller Caudillo, so dachte man. [Die Zeit, 18.08.2004, Nr. 34]
Auf allen Kanälen des Fernsehens durften junge Flegel ihre Aggressionen austoben. [Die Zeit, 10.04.1981, Nr. 16]
Flegel hat sie beeinflußt; keiner erreicht die gesammelte, koloristisch gesättigte Stille des Meisters. [Süddeutsche Zeitung, 15.01.1994]
Er sei temperamentvoll, aber kein Flegel und habe nur anerkennend den Daumen gehoben. [Süddeutsche Zeitung, 17.01.2003]
In einem Brief wurde er von dem ehemaligen Sexsymbol als "nichtsnutziger Flegel" beschimpft. [Süddeutsche Zeitung, 20.11.1997]
Zitationshilfe
„Flegel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flegel#2>.

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