Flegelei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flegelei · Nominativ Plural: Flegeleien
Aussprache 
Worttrennung Fle-ge-lei
Wortzerlegung Flegel1 -ei
eWDG

Bedeutung

abwertend grobe Ungezogenheit
Beispiele:
das ist eine große, unverschämte Flegelei
eine Flegelei begehen
die Flegeleien der Heranwachsenden
daß der Täter einer Flegelei nicht ausfindig zu machen war [ SpoerlFeuerzangenbowle147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flegel · Flegelei · flegelhaft · Flegeljahre · flegeln
Flegel m. ‘Werkzeug zum Dreschen, Mensch ohne Takt und Manieren, Lümmel’, ahd. flegil (10. Jh.), mhd. vlegel, asächs. flegil, mnd. vlēgel, mnl. vlēghel, nl. vlegel, engl. flail haben ihren Ausgangspunkt in lat. flagellum ‘Peitsche, Geißel’ (Deminutivum zu gleichbed. lat. flagrum). Wegen der Ähnlichkeit in der Handhabung wird die Bezeichnung im Spätlat. auf das Dreschinstrument erweitert und dann mit der Sache ins Roman. und Germ. überommen. Die herabsetzende Identifizierung des Bauern mit einem seiner Hauptarbeitsinstrumente führt im 16. Jh. zu der übertragenen Bedeutung ‘Bauer, Grobian’ (vgl. auch Bauernflegel, 16. Jh.). Als eindeutige Bezeichnung für das Instrument entsteht die Zusammensetzung Dreschflegel (s. d.). Flegelei f. ‘grobe Unart’ (17. Jh.). flegelhaft Adj. ‘ungezogen, grob’ (19. Jh.), älter flegelhaftig (17. Jh.). Flegeljahre Plur. ‘Zeit jugendlicher Unreife, Pubertät’ (18. Jh.). flegeln Vb. geläufiger sich flegeln (19. Jh.), sich hinflegeln (18. Jh.) ‘sich unanständig, lümmelhaft hinsetzen, hinlegen’; mhd. vlegelen ‘dreschen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flegelei · Flegelhaftigkeit · Grobheit · Krawallmacherei · Pöbelei · Rowdytum · Rüpelei · Rüpelhaftigkeit · provokantes Auftreten
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Flegelei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vater, pflichtbewusst, ist schon zur Arbeit aufgebrochen, so bleibt dem Sohn nur Mutter und Schwester als Objekt seiner Flegeleien. [Der Tagesspiegel, 27.02.2003]
Gegen die Flegeleien und Verbalaggressionen benötigt man ein dickes Fell. [Süddeutsche Zeitung, 15.05.2003]
Schon der Aufschlag, früher unschuldig „Angabe“ genannt, ist eine Flegelei. [Die Zeit, 17.06.1994, Nr. 25]
Ähnlich verpönt sind nach seinen Worten "Flüche, unhöfliche Gesten oder Flegelei". [Die Zeit, 04.07.2007 (online)]
Noch ein paar Flegeleien wie die von Lummer, und man kehrt ihm und seinen Freunden verbittert den Rücken. [Die Zeit, 28.02.1975, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Flegelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flegelei>.

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