Flegelei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flegelei · Nominativ Plural: Flegeleien
Aussprache
WorttrennungFle-ge-lei
WortzerlegungFlegel1-ei
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend grobe Ungezogenheit
Beispiele:
das ist eine große, unverschämte Flegelei
eine Flegelei begehen
die Flegeleien der Heranwachsenden
daß der Täter einer Flegelei nicht ausfindig zu machen war [SpoerlFeuerzangenbowle147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flegel · Flegelei · flegelhaft · Flegeljahre · flegeln
Flegel m. ‘Werkzeug zum Dreschen, Mensch ohne Takt und Manieren, Lümmel’, ahd. flegil (10. Jh.), mhd. vlegel, asächs. flegil, mnd. vlēgel, mnl. vlēghel, nl. vlegel, engl. flail haben ihren Ausgangspunkt in lat. flagellum ‘Peitsche, Geißel’ (Deminutivum zu gleichbed. lat. flagrum). Wegen der Ähnlichkeit in der Handhabung wird die Bezeichnung im Spätlat. auf das Dreschinstrument erweitert und dann mit der Sache ins Roman. und Germ. überommen. Die herabsetzende Identifizierung des Bauern mit einem seiner Hauptarbeitsinstrumente führt im 16. Jh. zu der übertragenen Bedeutung ‘Bauer, Grobian’ (vgl. auch Bauernflegel, 16. Jh.). Als eindeutige Bezeichnung für das Instrument entsteht die Zusammensetzung ↗Dreschflegel (s. d.). Flegelei f. ‘grobe Unart’ (17. Jh.). flegelhaft Adj. ‘ungezogen, grob’ (19. Jh.), älter flegelhaftig (17. Jh.). Flegeljahre Plur. ‘Zeit jugendlicher Unreife, Pubertät’ (18. Jh.). flegeln Vb. geläufiger sich flegeln (19. Jh.), sich hinflegeln (18. Jh.) ‘sich unanständig, lümmelhaft hinsetzen, hinlegen’; mhd. vlegelen ‘dreschen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flegelei · ↗Flegelhaftigkeit · ↗Grobheit · Krawallmacherei · ↗Pöbelei · ↗Rowdytum · ↗Rüpelei · ↗Rüpelhaftigkeit · provokantes Auftreten
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vater, pflichtbewusst, ist schon zur Arbeit aufgebrochen, so bleibt dem Sohn nur Mutter und Schwester als Objekt seiner Flegeleien.
Der Tagesspiegel, 27.02.2003
Gegen die Flegeleien und Verbalaggressionen benötigt man ein dickes Fell.
Süddeutsche Zeitung, 15.05.2003
Schon der Aufschlag, früher unschuldig „Angabe“ genannt, ist eine Flegelei.
Die Zeit, 17.06.1994, Nr. 25
Andere Anwohner beschwerten sich über Betteleien und Flegeleien der Süchtigen.
Süddeutsche Zeitung, 03.11.1994
Der Kommissär, als wollte er die Flegelei des jungen Zöllners wiedergutmachen, bemühte sich sogar um einen Sessel.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 8
Zitationshilfe
„Flegelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flegelei>, abgerufen am 23.04.2019.

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