Fleiß, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fleißes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Fleiß‹ als Erstglied: ↗Fleißarbeit · ↗Fleißaufgabe · ↗Fleißprüfung
 ·  mit ›Fleiß‹ als Letztglied: ↗Ameisenfleiß · ↗Bienenfleiß · ↗Gewerbefleiß · ↗Handwerksfleiß · ↗Hausfleiß · ↗Schülerfleiß
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
beharrliches, zielstrebiges Tätigsein, eifriges Streben, Arbeitseifer
Gegenwort zu Faulheit
Beispiele:
großer, unermüdlicher, eiserner, rastloser, außerordentlicher, ungewöhnlicher, immenser, beharrlicher, ausdauernder, leidenschaftlicher, vorbildlicher, maßloser, gewissenhafter, wilder, übertriebener, genügender, geringer, mangelnder, fehlender Fleiß
der bäuerliche Fleiß
löblichen, lobenswerten Fleiß zeigen, an den Tag legen
sein Fleiß lässt nach, lässt zu wünschen übrig
dazu gehört, in der Arbeit steckt viel Fleiß
um das Werk zu beenden, ist noch viel Fleiß erforderlich
die Arbeit erfordert, verlangt viel Fleiß
viel Fleiß auf eine Arbeit verwenden, an eine Arbeit wenden
der Schüler musste seinen ganzen Fleiß aufbieten, um das Klassenziel zu erreichen
sein Fleiß wurde belohnt
den Fleiß steigern
Er war mit Hingebung bei der Sache und ahmte den stillen und zähen Fleiß des Vaters nach [Th. MannBuddenbrooks1,75]
mit Präposition
in Verbindung mit »durch«
Beispiel:
durch Fleiß etw. erreichen
in Verbindung mit »für«
Beispiel:
jmdn. für besonderen Fleiß auszeichnen
in Verbindung mit »in«, »im«
Beispiele:
im Fleiß nachlassen
sie hat eine Eins in Fleiß (= ihr Fleiß wurde auf dem Zeugnis mit Eins bewertet)
in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
mit beispielhaftem Fleiß an die Arbeit gehen, etw. verrichten, tun
das hat sie mit allem Fleiß (= sorgfältig, genau) angefertigt, erledigt
in Verbindung mit »ohne«
Beispiel:
sprichwörtlich ohne Fleiß kein Preis!
in Verbindung mit »von«
Beispiel:
die Arbeit zeugt von größtem Fleiß
in Verbindung mit »zum«
Beispiel:
jmdn. zum Fleiß anhalten, anspornen, ermahnen
2.
mit Fleißvorsätzlich, absichtlich
Beispiele:
etw. mit Fleiß tun
Ich habe mit Fleiß kein Stäubchen daran geändert [Kellerm.Totentanz318]
Crammon merkte nicht oder übersah es mit Fleiß, daß seine Beziehung zu Christian verwandelt war [Wasserm.Wahnschaffe1,120]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fleiß · befleißen · befleißigen · beflissen · geflissentlich · fleißig
Fleiß m. ‘Eifer, Arbeitsamkeit’, ahd. flīʒ ‘Kampf, Streit, körperliche Anstrengung, geistige Anspannung, Übereifer’ (8. Jh.), mhd. vlīʒ, vlieʒ ‘Beflissenheit, Eifer, Sorgfalt’, asächs. flīt, mnd. vlīt, mnl. nl. vlijt, aengl. flīt bleiben ohne sichere Anschlußmöglichkeiten. Während ahd. und mhd. der umfassendere Sinn ‘Eifer, Anstrengung, Sorgfalt’ gilt, überwiegt in neuerer Zeit die Bedeutung ‘Arbeitsamkeit’. Die ursprüngliche Bedeutung hat sich erhalten in der Wendung etw. mit Fleiß (‘mit voller Absicht’) tun sowie in den reflexiven Verben befleißen und befleißigen ‘sich bemühen’ (15. Jh.). Reste eines starken Verbs ahd. flīʒan ‘kämpfen, streiten, sich körperlich und geistig anstrengen’ (8. Jh.), mhd. vlīʒen ‘eifrig sein, sich bemühen’, asächs. -flītan, mnd. mnl. vlīten, aengl. flītan sind erhalten in beflissen Part.adj. ‘eifrig, emsig’ (16. Jh.; älter beflissen sein, Ende 15. Jh.) und geflissentlich Adv. ‘mit Eifer, mit Bedacht’ (18. Jh.), ohne Gleitlaut geflissenlich (16. Jh.). fleißig Adj. ‘arbeitsam’, ahd. flīʒīg ‘körperlich angestrengt, eifrig bemüht’ (9. Jh.), mhd. vlīʒec, vlīʒic ‘eifrig, sorgfältig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beflissenheit · ↗Eifer · ↗Emsigkeit · Fleiß · ↗Tüchtigkeit
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akribie Ausdauer Begabung Beharrlichkeit Bescheidenheit Betragen Disziplin Ehrgeiz Ehrlichkeit Eifer Einfallsreichtum Gründlichkeit Intelligenz Kopfnote Mitarbeit Pflichtbewußtsein Pflichterfüllung Pünktlichkeit Sauberkeit Sekundärtugend Sorgfalt Sparsamkeit Tugend Tüchtigkeit Zielstrebigkeit Zuverlässigkeit Zähigkeit immens sprichwörtlich unermüdlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fleiß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese zeugen von nachlassendem Fleiß, sie vertragen sich nicht recht mit Oliven.
Süddeutsche Zeitung, 17.08.2004
Ist es nicht auch sozial gerecht, den Fleiß zu belohnen?
Bild, 15.12.1999
Wenn dies richtig ist, müssen die Tiere tatsächlich jahrelang den sprichwörtlichen biberhaften Fleiß entwickeln.
Lorenz, Konrad: Das Jahr der Graugans, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1990 [1979], S. 12
Das Werk ist mehr auf die preußische Entwicklung eingestellt, mit großem Fleiß geschrieben und besonders für die neuere Zeit wertvoll.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1940, S. 359
Er hatte nun freie Hand und nützte sie mit unermüdlichem Fleiß.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1517
Zitationshilfe
„Fleiß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fleiß>, abgerufen am 16.06.2019.

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