Fleisch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fleisch(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Fleisch‹ als Erstglied: ↗Fleischabfall · ↗Fleischatlas · ↗Fleischbank · ↗Fleischbedarf · ↗Fleischbelieferung · ↗Fleischberg · ↗Fleischbeschau · ↗Fleischbeschauer · ↗Fleischbissen · ↗Fleischbrocken · ↗Fleischbrot · ↗Fleischbrötchen · ↗Fleischbrühe · ↗Fleischbüchse · ↗Fleischeinlage · ↗Fleischeinwaage · ↗Fleischeslust · ↗Fleischextrakt · ↗Fleischfabrik · ↗Fleischfarbe · ↗Fleischfaser · ↗Fleischfetzen · ↗Fleischfliege · ↗Fleischfresser · ↗Fleischfülle · ↗Fleischfüllung · ↗Fleischgabel · ↗Fleischgang · ↗Fleischgenuss · ↗Fleischgericht · ↗Fleischgeschwulst · ↗Fleischgewinnung · ↗Fleischhacker · ↗Fleischhaken · ↗Fleischhauer · ↗Fleischindustrie · ↗Fleischkarte · ↗Fleischklopfer · ↗Fleischklops · ↗Fleischklotz · ↗Fleischkloß · ↗Fleischklumpen · ↗Fleischklößchen · ↗Fleischkoloss · ↗Fleischkombinat · ↗Fleischkonserve · ↗Fleischkost · ↗Fleischkrokette · ↗Fleischmarke · ↗Fleischmarkt · ↗Fleischmaschine · ↗Fleischmasse · ↗Fleischmehl · ↗Fleischmesser · ↗Fleischnahrung · ↗Fleischpastete · ↗Fleischplatte · ↗Fleischportion · ↗Fleischpreis · ↗Fleischprodukt · ↗Fleischration · ↗Fleischsaft · ↗Fleischsalat · ↗Fleischsauce · ↗Fleischschaf · ↗Fleischschuss · ↗Fleischselcher · ↗Fleischsoll · ↗Fleischsoße · ↗Fleischspeise · ↗Fleischstück · ↗Fleischsuppe · ↗Fleischtag · ↗Fleischtheke · ↗Fleischtopf · ↗Fleischvergiftung · ↗Fleischware · ↗Fleischwerdung · ↗Fleischwolf · ↗Fleischwunde · ↗Fleischwurst · ↗fleischarm · ↗fleischfarben · ↗fleischfrei · ↗fleischfressend · ↗fleischgeworden · ↗fleischlich · ↗fleischlos · ↗fleischrot · ↗fleischverarbeitend
 ·  mit ›Fleisch‹ als Letztglied: ↗Bauchfleisch · ↗Biofleisch · ↗Bratenfleisch · ↗Bratfleisch · ↗Büchsenfleisch · ↗Dauerfleisch · ↗Dörrfleisch · ↗Fischfleisch · ↗Formfleisch · ↗Freibankfleisch · ↗Frischfleisch · ↗Fruchtfleisch · ↗Gammelfleisch · ↗Geflügelfleisch · ↗Gefrierfleisch · ↗Grillfleisch · ↗Gänsefleisch · ↗Hackfleisch · ↗Hammelfleisch · ↗Hasenfleisch · ↗Hühnerfleisch · ↗Kalbfleisch · ↗Konservenfleisch · ↗Kraftfleisch · ↗Lammfleisch · ↗Menschenfleisch · ↗Muschelfleisch · ↗Pferdefleisch · ↗Putenfleisch · ↗Pökelfleisch · ↗Rauchfleisch · ↗Reisfleisch · ↗Rinderfleisch · ↗Rindfleisch · ↗Sauerfleisch · ↗Schabefleisch · ↗Schaffleisch · ↗Schafsfleisch · ↗Schlachtfleisch · ↗Schmalzfleisch · ↗Schmorfleisch · ↗Schweinefleisch · ↗Sitzefleisch · ↗Sitzfleisch · ↗Suppenfleisch · ↗Tierfleisch · ↗Trockenfleisch · ↗Walfleisch · ↗Wellfleisch · ↗Wildfleisch · ↗Würzfleisch · ↗Zahnfleisch
 ·  mit ›Fleisch‹ als Grundform: ↗zerfleischen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Muskelgewebe des menschlichen, tierischen Körpers, das aus von Bindegewebe umhüllten Fasern besteht, zwischen denen Fett eingelagert ist
Beispiele:
der Strick schneidet (tief) ins Fleisch
die Gänse haben viel Fleisch
das rosige Fleisch des Ferkels
der Löwe riss ganze Fetzen von Fleisch aus seiner Beute
als er sich geschnitten hatte, sah man das rohe Fleisch
durch die zerrissene Hose des Jungen guckte das nackte Fleisch
umgangssprachlich sie hat wenig Fleisch auf den Knochen (= sie ist mager)
Er muß das wilde Fleisch (= das überschüssige, wuchernde, junge Bindegewebe) um die Wundränder wegschneiden [AnderschSansibar103]
umgangssprachlich unser Frauchen nach ärztlicher Vorschrift schlafen lassen, damit sie bald wieder zu Fleische käme (= zunähme) [A. ZweigJunge Frau139]
bildlich
Beispiele:
salopp, scherzhaft im Varieté, am Badestrand gab es, war viel Fleisch (= Personen, die wenig bekleidet waren) zu sehen
umgangssprachlich sich ins eigene Fleisch schneiden (= sich selbst schaden)
gehoben der Pfahl im Fleisch (= das peinigende körperliche oder seelische Leiden)
gehoben, verhüllend den Weg alles, allen Fleisches gehen (= sterben)
sprichwörtlich der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach (= ein guter Vorsatz ist oft aus menschlicher Schwäche nicht auszuführen)
übertragen
Beispiele:
gehoben mein (eigen) Fleisch und Blut (= mein Kind, meine Kinder)
in seinem Roman gestaltete der Autor Menschen aus, von Fleisch und Blut (= urwüchsige, lebensechte Menschen)
umgangssprachlich die Handgriffe sind mir in Fleisch und Blut übergegangen (= ich führe sie aus, ohne nachzudenken)
Religion er konnte der Versuchung des Fleisches nicht widerstehen (= er erlag der sinnlichen Begierde)
Religion die Auferstehung des Fleisches
gehoben Es sei schwer erträglich, von seinem eigen Fleisch und Blut so im Stich gelassen zu werden [TralowKepler263]
gehoben du bist sein Fleisch, sein Blut [SchillerRäuberI 1]
gehoben diese blonde und gedrungene Person ... war Fleisch vom Fleische des Volkes und Blut von dem seinen [Th. MannKönigl. Hoheit7,174]
Religion daß sich in Klöstern ihrer Observanz oft eine ganze Zelle voll von Ruten befand, um den Kampf gegen das sündige Fleisch ... siegreich bestehen zu können [TralowKepler245]
veraltend, süddeutsch, österreichisch vom Fleisch fallenabmagern
Beispiel:
Er fiel vom Fleisch und wurde dürr zum Anzünden [E. StraußNackter Mann53]
Beispiele:
das ist weder Fisch noch Fleisch (= nichts Bestimmtes, etw. Halbes)
Wenn er nur nicht so undurchsichtig wäre, so glatt, weder Fisch noch Fleisch [E. ClaudiusMenschen115]
2.
das essbare Muskelgewebe von Tieren
Beispiele:
frisches, rohes, fettes, mageres, hartes, festes, kerniges, zähes, weiches, mürbes Fleisch
schieres Fleisch (= Fleisch ohne Knochen und Sehnen)
gekochtes, gebratenes, geschmortes, gedünstetes, gegrilltes, geschabtes, gehacktes, geräuchertes, gesalzenes, gepökeltes Fleisch
ein Kilo Fleisch kaufen
(das) Fleisch von den Knochen lösen
Fleisch kochen, schmoren, dünsten
fettes Fleisch ausbraten
Fleisch durchdrehen, durch den Wolf drehen
Fleisch und Fisch enthalten Eiweiß
Fleisch im eigenen Saft
er isst, mag kein Fleisch
heute Mittag war viel, wenig Fleisch in der Suppe
ich möchte noch ein Stück Fleisch
das Fleisch ist (noch nicht) weich, ist zäh
das Fleisch ist (leicht, schon) verdorben
landschaftlich das Fleisch ist (leicht, schon) angegangen
In der Küche klopfte meine Mutter Fleisch [BöllWaage62]
3.
weiches, saftiges Zellgewebe der Früchte, Fruchtfleisch
Beispiele:
das Fleisch des Apfels, der Apfelsine, Kirsche
Vom Fleisch und Saft der Ananas kriegst du nichts zu kosten [G. KaiserSilberseeI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fleisch · fleischlich · fleischig · fleischen · zerfleischen · Fleischer · eingefleischt
Fleisch n. ‘Muskelgewebe bei Mensch und Tier’, auch übertragen von Pflanzen und deren Früchten (vgl. Fruchtfleisch), ahd. fleisc (8. Jh.), mhd. vleisch, asächs. flēsk, mnd. vlēsch, mnl. vleesc, vleis(c), vlees, nl. vlees, aengl. flǣsc, engl. flesh und mit engerer Bedeutung anord. flesk, fleski, schwed. fläsk ‘Schweinefleisch, Speck’. Herkunft ungewiß. Zieht man aengl. flicce, anord. flikki ‘Speckseite’ sowie das unter ↗Fleck (s. d.) behandelte Substantiv heran, so ist, ausgehend von ‘abgetrennte Fleischscheibe’, Verwandtschaft mit lit. plė́šti ‘reißen, zerren, abrupfen’ und Anschluß an ie. *plēk̑-, *plək̑- und *plēik̑-, *plīk̑- ‘reißen, abreißen (abschälen)’ bzw. an eine auf -s auslautende Variante denkbar, die als Weiterbildungen der Wurzel ie. *plē-, *plə- ‘abspalten, abreißen’ aufgefaßt werden können. Von Fleisch abgeleitet fleischlich Adj. ‘vergänglich, sterblich’, ahd. fleisclīh (9. Jh.), mhd. vleischlich. fleischig Adj. ‘viel Fleisch enthaltend’, spätmhd. vleischic. fleischen Vb. ‘mit Fleisch versehen, Fleisch ablösen’, ahd. fleisken ‘abreißen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vleischen ‘mit Fleisch überziehen, zerfleischen, das Fleisch von der Haut abschaben’ ist im Nhd. noch fachsprachlich, selten in der Allgemeinsprache üblich, bleibt aber erhalten in der Präfixbildung zerfleischen Vb. ‘heftig verwunden’, besonders von Raubtieren, Raubvögeln ‘zerfetzen’ (16. Jh.), verstärkende Präfixbildung zu mhd. vleischen; vgl. ahd. zifleiscōnto Adv. des Part. Präs. ‘zerfleischend, das Fleisch zerreißend’ (11. Jh.). Fleischer m. ‘wer professionell Tiere schlachtet, Fleischprodukte herstellt’ (15. Jh.), spätmhd. vleischer ‘Henker’. Zu den dt. Berufsbezeichnungen für ‘Fleischer’ vgl. W. Braun in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 73 ff. eingefleischt Part.adj. ‘in Fleisch und Blut übergegangen, unveränderlich, unverbesserlich’ (16. Jh.; vgl. mhd. īnvleischen von Christus ‘zu Fleisch, zum Menschen werden’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fleisch [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auferstehung Blut Brot Butter Ei Fett Fisch Fleisch Geflügel Gemüse Getreide Kartoffel Knochen Käse Milch Milchprodukt Obst Rind Stachel Verzehr Vieh Wurst Zucker essen gebraten nackt roh schneiden verdorben zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fleisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich liebe zwar Fleisch, aber lasse das Fett jetzt nicht mehr in den Grill tropfen.
Die Zeit, 07.01.2013, Nr. 01
Das Fleisch des Rindes sei nicht in den Verkauf gelangt, hieß es.
Die Welt, 17.12.2005
Man bemüht sich, möglichst viel Fleisch von den Knochen abzulösen.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 161
Im ganzen Lager stank es wieder einmal nach verbranntem Fleisch.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 53
Das feinste Fleisch ist verdorben, nur durch einen falschen Schnitt.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 30
Zitationshilfe
„Fleisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fleisch>, abgerufen am 20.05.2019.

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