Fließ, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fließes · Nominativ Plural: Fließe
Aussprache
eWDG, 1967

Bedeutung

berlinisch Bach
Beispiele:
eine Kahnfahrt auf den idyllischen Fließen des Spreewaldes
Fließe und Gräben, die sich in sumpfigen Wiesen plötzlich verlieren [Natur u. Heimat1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fließen · Fließ · Fließpapier · Fließband · Fließarbeit
fließen Vb. ‘strömen’, ahd. flioʒan ‘fließen, schwimmen, flüssig sein’ (8. Jh.), mhd. vlieʒen ‘fließen, strömen, schwimmen’, asächs. fliotan, mnd. vlēten, mnl. nl. vlieten, aengl. flēotan, engl. to fleet, anord. fljōta, schwed. flyta gehen auf ie. *pleud-, Dentalbildung zu ie. *pleu- ‘rinnen (und rennen), fließen, schwimmen, schwemmen, gießen’, Erweiterung der Wurzel ie. *pel(ə)- ‘gießen, (ein)füllen, fließen’, zurück und sind verwandt mit aind. plávatē ‘schwimmt, gleitet’, griech. plé͞in (πλεῖν) ‘segeln, schwimmen’, lat. pluere ‘regnen’ (aus *plovere, vgl. archaisches perplovere ‘durchsickern lassen, leck sein’). Zur gleichen Wurzelerweiterung gehören ↗Flosse, ↗Floß, ↗flößen, ↗Flotte, ↗Fluß (s. d.); s. auch nahestehendes ↗Flut. Fließ n. ‘fließendes Gewässer, Wasserlauf’, mhd. vlieʒ ‘Fluß, Strömung’, mnd. vlēt ‘Wasserlauf, Bach’. Fließpapier n. ‘saugfähiges Papier, auf dem Tinte und Farben zerfließen, Löschpapier’ (16. Jh.). Fließband n. ‘(laufendes) Montageband’ (20. Jh.). Fließarbeit f. ‘lückenlos aneinandergereihte Folge von Vorgängen eines Arbeitsprozesses’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brief Fluß Kanal Labyrinth Spreewald Tegeler staken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fließ‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem Fließ, in ihrem Kahn, fühle sie sich frei.
Die Zeit, 25.08.2012, Nr. 31
Für Fließ war die Nase ein geschlechtsspezifisches Organ, eine erogene Zone par excellence.
konkret, 1985
Das goldfarbene Wogen und Fließen ging weiter, mischte und durchdrang sich.
Wellershoff, Dieter: Die Sirene, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1980, S. 135
Eingetiefte oder gänzlich durchbrochene Formen lassen ein Fließen des Raumes spüren.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 24706
Neujahr - nun, ein willkürlicher Einschnitt in das ewige Fließen, aber er war dazu da, um zu bedenken, was war und was kommen wird.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 618
Zitationshilfe
„Fließ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fließ>, abgerufen am 18.10.2019.

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