Flieder, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flieders · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFlie-der
Wortbildung mit ›Flieder‹ als Erstglied: ↗Fliederbaum · ↗Fliederbeere · ↗Fliederblüte · ↗Fliederbukett · ↗Fliederbusch · ↗Fliederduft · ↗Fliederstrauch · ↗Fliederstrauß · ↗Fliedersuppe · ↗Fliedertee · ↗Fliederzweig · ↗fliederblau · ↗fliederfarben
 ·  mit ›Flieder‹ als Letztglied: ↗Halligflieder · ↗Treibhausflieder
eWDG, 1967

Bedeutungen

I.
1.
im Mai blühender Zierstrauch mit herzförmigen Blättern und rotvioletten bis blauvioletten oder weißen, stark duftenden, in Rispen angeordneten Blüten, Fliederbaum
Beispiele:
vor dem Haus steht Flieder
dieses Jahr blüht der Flieder besonders schön
im Garten duftete der Flieder
2.
blühende Zweige von 1
Beispiele:
jmdm. Flieder schenken
ein Strauß Flieder
duftender Flieder
II.
landschaftlich Strauch mit weißen, in Dolden angeordneten Blüten und schwarzen Beeren, schwarzer Holunder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flieder m. in reichen Rispen blau, violett oder weiß blühender Zierstrauch, im 16. Jh. aus Südosteuropa nach Deutschland eingeführt. Der im Nl. und Fries. beheimatete Name steht seit alters für ‘Holunder’. Mnl. vlieder, vlier enthält (wie ↗Holunder, s. d.) ein altes Suffix für Baumnamen (germ. -ðra-); die Herkunft des Stammworts ist unbekannt. Mit niederländischen Siedlern dringt die Bezeichnung weit nach Osten vor, belegt in mnd. vlēder, vlieder, nordd. Flieder (vgl. Fliederbeeren ‘Holunderbeeren’, entsprechend Fliedertee). Der Name wird dann, ebenfalls im Nordd., auf den oben genannten Zierstrauch, der bis dahin keinen dt. Namen hatte, übertragen und gilt in diesem Sinne (seit dem 18. Jh.) allgemein in der Literatursprache.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aroma Azalee Duft Forsythie Goldregen Hellblau Holunder Hortensie Jasmin Kastanie Lavendel Liguster Maiglöckchen Narzisse Nelke Rhododendron Rose Rotdorn Schneeball Strauß Tulpe Vase Veilchen Weißdorn blühen blühend duften riechen verblühen weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flieder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum aber, fragte ich mich beunruhigt, ist Flieder kein berühmter Regisseur?
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 407
Hole es mir später wieder, weicher Duft nach frühem Flieder.
Der Tagesspiegel, 01.07.2001
Er hat sie am Morgen der Diamantenen Hochzeit bereits mit weißem Flieder beschenkt, genauso wie sechs Jahrzehnte zuvor.
Süddeutsche Zeitung, 19.02.1999
Bald wird auch hier der Flieder blühen, ich schätze vielleicht noch drei bis vier Tage, es muß aber wärmer werden.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 03.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aus den Gärten in den Höfen der alten Häuser duftete fast überall blühender Flieder.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 19
Zitationshilfe
„Flieder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flieder>, abgerufen am 18.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Flieboot
Flickzeug
Flickwort
Flickwerk
Flickvers
Fliederbaum
Fliederbeere
Fliederbeersuppe
fliederblau
Fliederblüte