Flittchen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Flittchens · Nominativ Plural: Flittchen
Aussprache  [ˈflɪtçən]
Worttrennung Flitt-chen
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

salopp, verächtlich junge, sexuell aktive oder als sexuell leichtfertig angesehene Frau
Synonym zu Flitscherl, siehe auch Schlampe (1 a)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein billiges, kleines Flittchen
Beispiele:
[…] das minderjährige Flittchen wirft sich dem Bandleader an den Hals. [Süddeutsche Zeitung, 27.03.2017]
[…] mit 16 Jahren, hielt ihr auf einem Festival ein Mann die Smartphonekamera unter den Faltenrock. S[…] holte zwei Polizisten dazu, aber die Beamten sagten, sie könnten nichts tun. Der Täter beschimpfte sie noch als »Flittchen«, sie solle sich eben anders anziehen. [Süddeutsche Zeitung, 25.05.2020]
Die Rolle der ruchlosen Femme fatale besetzte er mit Barbara Stanwyck, zu jener Zeit Hollywoods berühmteste Aktrice – und gab sie der Lächerlichkeit preis, indem er sie betont billig als Flittchen inszenierte, unter anderem mit einer absurden, blonden Perücke. [Der Spiegel, 22.07.2014 (online)]
Dabei schäumt sie […] immer noch vor Wut, dass das miese, kleine Flittchen, mit dem ihr Sohn so glücklich war, ihn ausgerechnet mit seinem besten Freund betrogen hat[…]. [Bild am Sonntag, 09.03.2014]
Es war keine richtige Ehe mehr. Er war zu oft betrunken. Vor Jahren ist er mir mal für längere Zeit mit einem Flittchen durchgebrannt. [Der Spiegel, 28.10.1953]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flittern · Flitter · Flitterwochen · Flittchen
flittern Vb. ‘unruhig glitzern, umherflattern’, mhd. (md.) flettern ‘leise lachen, kichern’, frühnhd. vlittern ‘flattern, flüstern, kichern’, dann auch ‘kosen, schmeicheln’ (16. Jh.); vgl. ahd. flitarazzen ‘(mit Worten) schmeicheln, liebkosen’ (11. Jh.), mhd. gevlitter ‘Gekicher’, engl. to flitter ‘flattern’, engl. flittermouse ‘Fledermaus’. Alle diese Bildungen stehen wohl ablautend zu dem unter flattern (s. d.) behandelten Verb und enthalten die Vorstellung einer unsteten Bewegung, während die sich erst im Nhd. (18. Jh.) entwickelnde Bedeutung ‘unruhig glitzern’ auf das aus dem Verb rückgebildete Flitter m. ‘kleine glitzernde Blechmünze’ (16. Jh.), später ‘Schimmer, Glanz, eitler Putz’ (18. Jh.) zurückgeht. Flitterwochen Plur. ‘die ersten Wochen nach der Hochzeit’ (16. Jh.), zu flittern ‘kosen’. Hierher wohl auch Flittchen n. ‘herumflatterndes, haltloses, leichtes Mädchen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sünderin  veraltet · Bitch  derb, engl. · Dorfmatratze  derb, fig. · Flitscherl  ugs., österr. · Flittchen  derb, Hauptform · Hase  ugs. · Schickse  derb · Schlampe  derb · Wanderpokal  derb, fig. · leichtes Mädchen  ugs., fig. · liederliches Weibsstück  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Flittchen  derb, Hauptform

Typische Verbindungen zu ›Flittchen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flittchen‹.

Zitationshilfe
„Flittchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flittchen>, abgerufen am 24.01.2022.

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