Flitter, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flitters · Nominativ Plural: Flitter
Nebenform veraltet Flitter · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flitters · Nominativ Plural: Flittern
WorttrennungFlit-ter
Wortbildung mit ›Flitter‹ als Erstglied: ↗Flittergold · ↗Flitterkleid · ↗Flitterkram · ↗Flitterstaat · ↗Flitterwerk · ↗Flitterwochen
eWDG, 1967

Bedeutung

auf Modewaren aufgenähte glänzende, schillernde Metallblättchen, die als Schmuck dienen
a)
nur im Singular
Beispiele:
glänzender Flitter
mit Flitter behangene Kleider
Darum hält er sie [die Marionetten] jetzt so liebevoll und kleidet sie stolz in Flitter [MeyrinkGolem77]
abwertend, übertragen täuschender Glanz, glänzender Tand, geringwertiger Putz
Beispiele:
wie bei Sandersleben, wo wirklicher Glanz herrschte, während hier nur Flitter ist [RennAdel309]
so war schon der Stil der Asiaten ... voll Flitter und Bombast [MommsenRöm. Geschichte3,562]
b)
meist im Plural
Beispiele:
glänzende Flitter aufnähen
billige Flitter funkelten
Ihr schwarzes Mieder glänzte von lauter bunten Flittern [H. MannSchlaraffenland1,312]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flittern · Flitter · Flitterwochen · Flittchen
flittern Vb. ‘unruhig glitzern, umherflattern’, mhd. (md.) flettern ‘leise lachen, kichern’, frühnhd. vlittern ‘flattern, flüstern, kichern’, dann auch ‘kosen, schmeicheln’ (16. Jh.); vgl. ahd. flitarazzen ‘(mit Worten) schmeicheln, liebkosen’ (11. Jh.), mhd. gevlitter ‘Gekicher’, engl. to flitter ‘flattern’, engl. flittermouse ‘Fledermaus’. Alle diese Bildungen stehen wohl ablautend zu dem unter ↗flattern (s. d.) behandelten Verb und enthalten die Vorstellung einer unsteten Bewegung, während die sich erst im Nhd. (18. Jh.) entwickelnde Bedeutung ‘unruhig glitzern’ auf das aus dem Verb rückgebildete Flitter m. ‘kleine glitzernde Blechmünze’ (16. Jh.), später ‘Schimmer, Glanz, eitler Putz’ (18. Jh.) zurückgeht. Flitterwochen Plur. ‘die ersten Wochen nach der Hochzeit’ (16. Jh.), zu flittern ‘kosen’. Hierher wohl auch Flittchen n. ‘herumflatterndes, haltloses, leichtes Mädchen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Sachen) ohne praktischen Nutzwert · Dekoobjekte · ↗Firlefanz · Flitter(kram) · ↗Klimbim · Lifestyle-Krempel · ↗Nippes · ↗Schnickschnack · schmückendes Beiwerk  ●  Nippsachen  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feder Glanz Gold Goldblech Tand Tüll billig bunt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flitter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da rieselt nämlich plötzlich silberner Flitter hernieder über dem kleinen Mädchen, einem Sterntaler des Tanzes.
Süddeutsche Zeitung, 25.11.1996
Oft gedachte er in dem nächtlichen Lärm, Flitter und Halsbrechen gewisser ehemaliger Nächte.
Mann, Heinrich: Professor Unrat, Berlin: Aufbau-Verl. 1958 [1905], S. 191
Wie klein, wie unbedeutend erscheinen viele der Gesichter, da sie nicht mehr drohen, nicht mehr lächeln und mit Flitter sich umgeben können.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 07.03.1925
Die Flitterwochen haben wenig mit besonders glitzernder Kleidung zu tun, die mit billigem Putz (Flitter) behängt sind.
Krämer, Walter / Sauer, Wolfgang, Lexikon der populären Sprachirrtümer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 184
Da sei nicht Sonne und Mond, da wären keine Juwelen, keine Schminke, keine Flitter, keine Larven.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 811
Zitationshilfe
„Flitter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flitter>, abgerufen am 15.10.2019.

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