Flocke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flocke · Nominativ Plural: Flocken
Aussprache 
Worttrennung Flo-cke (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Flocke‹ als Erstglied: ↗Flockdruck · ↗Flockentanz · ↗Flockenwirbel · ↗Flöckchen · ↗flockenförmig · ↗flockenweise
 ·  mit ›Flocke‹ als Letztglied: ↗Haferflocke · ↗Kartoffelflocken · ↗Kokosflocke · ↗Schaumflocke · ↗Schneeflocke · ↗Seifenflocke · ↗Wollflocke
 ·  formal verwandt mit: ↗Butterflöckchen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
kleines, lockeres Gebilde
a)
besonders aus Wolle, Watte, kleines Büschel
Beispiele:
beim Spinnen fielen Flocken der Wolle auf den Boden
an dem Strauch hingen Flocken von Schafwolle
ein Flöckchen Watte haftet an ihrem Mantel
die losen Flocken (= Haarbüschel) im Genicke der jungen Mädchen kräuselten sich [ G. KellerGr. Heinrich4,256]
b)
aus Schnee, Schneeflocke
Beispiele:
große, kleine, nasse Flocken fallen
es begann in dünnen Flocken zu schneien
im Lichtschein der Laterne sah man die Flocken tanzen
c)
aus Fetzen von Schaum
Beispiel:
die Oberfläche der Abwässer ist mit Flocken bedeckt
2.
als Nahrungsmittel oder Futtermittel dienendes feines Blättchen, das durch Quetschen zwischen Walzen besonders aus Hafer, Mais, Kartoffeln hergestellt wird
Grammatik: meist im Plural
Beispiel:
Hafer, Mais, Kartoffeln zu Flocken quetschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flocke · flockig · flocken
Flocke f. ‘lockeres, leichtes Gebilde aus Wollfasern, Eiskristallen u. dgl.’, ahd. flocko ‘Flaum’ (9. Jh.), mhd. vlocke, vloc ‘Schnee-, Blüten-, Wollflocke, Funke, Flaum’, mnd. mnl. vlocke, nl. vlok führen vielleicht mit norw. (mundartlich) flugsa ‘Schneeflocke’, lit. pláukas ‘ein Haar’, lett. (Plur.) plaukas ‘Flocken, Fasern, Abgang von Wolle, Flachs’, ablautend lett. plūkt ‘zupfen, raufen, reißen, pflücken’ auf ie. *pleuk- ‘Flocke, Feder, Haar, Abfall’, wohl eine Erweiterung der unter ↗fliegen (s. d.) angegebenen ie. Wurzel. Unabhängig davon ist obd. Flocken m. ‘wollene Mönchskutte’, aus gleichbed. mlat. floccus (lat. ‘Wollbüschel’). flockig Adj. ‘flockenförmig’ (17. Jh.). flocken Vb. ‘in Flocken aus-, niederfallen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flocke  ugs., scherzhaft-ironisch · ↗Held  ugs., scherzhaft-ironisch · ↗Herzchen  ugs., Hauptform, scherzhaft-ironisch · ↗Marke  ugs. · ↗Motte  ugs., scherzhaft-ironisch, veraltet
Assoziationen
  • Du bist gut!  ugs. · Du bist lustig!  ugs. · Du bist vielleicht ein Herzchen!  ugs. · Du bist witzig!  ugs., ironisch · Du hast Nerven!  ugs. · Du hast gut reden!  ugs. · Du kannst gut (daher)reden.  ugs. · Du machst mir Spaß!  ugs. · Wie kannst du (nur) so etwas sagen!  ugs.
  • Figuren  abwertend · (schräge) Typen  ugs., abwertend · Brüder  ugs., abwertend · Fuzzis  ugs., abwertend · Gestalten  ugs., abwertend · Hanseln  ugs., süddt., herablassend · Männekes  ugs., regional, herablassend · Volks  ugs., regional, abwertend · Vögel  derb, abwertend
  • (na) du bist mir (aber) eine!  ugs., weibl. · (na) du bist mir (aber) einer!  ugs., männl. · (na) du bist mir vielleicht 'ne Marke!  ugs. · du bist mir ein Herzchen!  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Flocke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flocke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Flocke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei Temperaturen nur wenig über null Grad ließ er die Flocken noch einmal tanzen.
Die Welt, 08.03.2004
Nach 20 Metern blinzele ich zurück durch das Tanzen der Flocken.
Bild, 16.01.1999
Die fernen Länder, welche mir in ihnen begegneten, spielten vertraulich wie die Flocken umeinander.
Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 266
Ein beißender Sturm fegt über die Felder, jagt große Flocken in wildem Wirbel durcheinander und pfeift hohl herüber vom Wald.
Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17572
Obwohl der Schneesturm unvermindert weitertobt, fallen wenigstens die Flocken nicht mehr so dicht.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 157
Zitationshilfe
„Flocke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flocke>, abgerufen am 28.10.2020.

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