Fluss, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Flusses · Nominativ Plural: Flüsse
Aussprache
Ungültige SchreibungFluß, s. Regelwerk: § 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Fluß‹ als Erstglied: ↗Fluss-Sand · ↗Fluss-Schiff · ↗Fluss-Schiff-Fahrt · ↗Fluss-Schifffahrt · ↗Fluss-Schlamm · ↗Fluss-Sohle · ↗Fluss-Spat · ↗Fluss-Stahl · ↗Fluss-System · ↗Fluss-Säure · ↗Flussaal · ↗Flussarm · ↗Flussaue · ↗Flussbad · ↗Flussbarbe · ↗Flussbarke · ↗Flussbarsch · ↗Flussbecken · ↗Flussbett · ↗Flussdampfer · ↗Flussdiagramm · ↗Flussebene · ↗Flussfahrt · ↗Flussfisch · ↗Flussfischerei · ↗Flussgabelung · ↗Flussgablung · ↗Flussgebiet · ↗Flussgeröll · ↗Flussgeschwindigkeit · ↗Flussgrund · ↗Flusshafen · ↗Flusskies · ↗Flusskilometer · ↗Flusskraftwerk · ↗Flusskrebs · ↗Flusskrümmung · ↗Flusslandschaft · ↗Flusslauf · ↗Flussmittel · ↗Flussmuschel · ↗Flussmündung · ↗Flussnetz · ↗Flussniederung · ↗Flusspferd · ↗Flussquelle · ↗Flussregulierung · ↗Flussrinne · ↗Flusssand · ↗Flussschiff · ↗Flussschiff-Fahrt · ↗Flussschifffahrt · ↗Flussschlamm · ↗Flusssohle · ↗Flussspat · ↗Flussstahl · ↗Flusssystem · ↗Flusssäure · ↗Flusstal · ↗Flussufer · ↗Flusswasser · ↗Flusswindung · ↗Flussübergang · ↗Flüsschen · ↗flussab · ↗flussabwärts · ↗flussauf · ↗flussaufwärts · ↗flussreich
 ·  mit ›Fluß‹ als Letztglied: ↗Blutfluss · ↗Datenfluss · ↗Eiterfluss · ↗Energiefluss · ↗Gebirgsfluss · ↗Gedankenfluss · ↗Geldfluss · ↗Glasfluss · ↗Grenzfluss · ↗Gummifluss · ↗Handlungsfluss · ↗Harzfluss · ↗Hauptfluss · ↗Kapitalfluss · ↗Karstfluss · ↗Monatsfluss · ↗Nebenfluss · ↗Ohrenfluss · ↗Ohrfluss · ↗Quellfluss · ↗Redefluss · ↗Rückfluss · ↗Samenfluss · ↗Schlagfluss · ↗Schmelzfluss · ↗Speichelfluss · ↗Strahlungsfluss · ↗Stromfluss · ↗Tränenfluss · ↗Verkehrsfluss · ↗Weißfluss · ↗Zeitfluss
 ·  mit ›Fluß‹ als Binnenglied: ↗Dreiflüssestadt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
größeres fließendes Gewässer des Festlandes
Beispiele:
ein kleiner, großer, breiter, langer, tiefer, seichter, klarer, trüber, bedeutender, wasserreicher, fischreicher, unterirdischer, reißender, wilder, träge (dahin)fließender Fluss
durch Abwässer verunreinigte Flüsse
der Ganges ist ein heiliger Fluss
die Quelle, Mündung, der Lauf, das Bett, Ufer, die Breite, Länge des Flusses
der Wasserspiegel des Flusses ist gestiegen, gefallen
dieser Fluss entspringt auf einem Hochplateau, in den Alpen
der Fluss fließt (langsam, schnell, durch Deutschland), strömt
ein Fluss durchfließt die Stadt
der Fluss schlängelt sich durch das Tal, windet sich durch die Felsen (hindurch), durchbricht das Gebirge, macht hier eine Krümmung, einen Bogen
der Fluss nimmt Nebenflüsse auf, teilt sich in mehrere Arme, verzweigt sich, bildet ein Delta, ergießt sich ins Meer
dieser Fluss mündet in die Nordsee
die Flüsse sammeln sich zu einem Strom
der Fluss steigt, schwillt durch die anhaltenden Regenfälle an, tritt über seine Ufer, staut sich, führt Hochwasser, Treibeis, hat fruchtbares Ackerland überschwemmt, hat das ganze Dorf überflutet, reißt alles mit sich fort, geht zurück
der Fluss ist schiffbar, ist versandet, ausgetrocknet, versiegt, zugefroren, aufgetaut
dem Fluss folgen (= seinen Lauf entlanggehen)
einen Fluss regulieren, stauen
den Fluss in ein anderes Bett leiten
den Fluss entlanggehen, durchschwimmen, mit einem Dampfer befahren
den Fluss abwärtsfahren, aufwärtsfahren
den Fluss (mit dem Boot, an einer Furt) überqueren
eine Brücke überspannt den Fluss
die Eisenbahnlinie führt am Fluss entlang
an einem Fluss wohnen
durch den Fluss waten
das Vieh durch den Fluss treiben
durch, über einen Fluss schwimmen
in einem Fluss baden
in den Fluss springen
die giftigen Abwässer der Fabrik fließen in den Fluss
eine Brücke über den Fluss bauen
(in einem Boot) über den Fluss setzen
Baumstämme bildeten eine Brücke über das Flüsschen
die Bächlein sammeln sich zu einem Fluss
das Gelände fällt allmählich zum Fluss ab
alle Flüsse laufen ins Meer (= es führt alles einmal zum Ziel) sprichwörtlich
2.
ununterbrochener Gang, Lauf, das kontinuierliche Fortschreiten
Beispiele:
den Fluss der Rede, des Gesprächs (nicht) unterbrechen
der gleichmäßige Fluss des Straßenverkehrs
der Fluss der Arbeit, des Geschehens, Lebens, der Ereignisse
der Fluss der Handlung im Roman wird durch Rückblenden unterbrochen
ein Gespräch, eine Unterhaltung, die gescheiterten Verhandlungen wieder in Fluss bringen
die Unterhaltung, unterbrochenen Arbeiten kamen (nur langsam, allmählich) wieder in Fluss
das Gespräch wollte nicht in Fluss kommen
Die Identität des Ortes ... behauptet sich gegen den Fluß der Zeit, der darüber hingeht [Th. MannFaustus6,51]
mein Schwager hielt das Gespräch in so munterem Fluß [EisenreichUrgroßvater33]
Ein Verkehrsregelungsposten ist vollauf damit beschäftigt, den Fahrzeug- und Fußgängerstrom in Fluß zu halten [Tageszeitung1965]
Er erzählte bezwingend, hinreißend, in mühelosem Fluß [Th. MannBuddenbrooks1,278]
Irmgard Hauff ... vielleicht die Spielerin, die am wenigsten auffällt, aber im Fluß des Spiels unentbehrlich ist [LoestSportgesch.100]
(noch) im, in Fluss sein(noch) im Gange, in der Entwicklung sein
Beispiele:
es ist alles (noch) im, in Fluss
die Dinge sind noch im Fluss
man kann noch nichts sagen, da die Verhandlungen noch im Fluss sind
die Forschungen befinden sich noch in vollem Flusse
die wirtschaftliche Fachsprache befindet sich ständig im Fluss
Auch waren für Heraklit bereits die Gegensätze von Angenehmem und Unangenehmem ... nicht mehr einfach unbewegliche Kategorien, sondern ebenfalls im ständigen Fluß [Urania1962]
Die Arbeit schien in seinem Kopfe gleichsam in stetem Flusse, in immer neuer Umformung begriffen [BrodTycho Brahe126]
3.
Technik durch Schmelzen erreichter flüssiger Zustand von Gesteinen, Mineralien oder Metallen, Schmelzfluss
Beispiele:
das Metall gerät in, befindet sich in, im Fluss
das Metall in Fluss bringen
Weiße Blasen seh' ich springen, / Wohl! die Massen sind im Fluß [SchillerGlocke]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fluß · flüssig · Flüssigkeit · Flußspat
Fluß m. ‘größeres fließendes Gewässer, größerer natürlicher Wasserlauf’, ahd. fluʒ ‘Fluß, Strömung, Flüssigkeit’ (8. Jh.), mhd. vluʒ, asächs. fluti, mnd. vlōt ist schwundstufiges Abstraktum (i-Stamm, daher Plural Flüsse mit Umlaut) zu dem unter ↗fließen (s. d.) behandelten Verb, ursprünglich ‘das Fließen, Strömung’ (in alter Zeit häufig von Blut und anderen Körpersäften). Erst im 16. Jh. wird Fluß (als Synonym neben Strom) zur allgemein üblichen Bezeichnung für ‘fließendes Gewässer’ (dafür zuvor ahd. aha, mhd. ahe, s. ↗Aue), bis im 18. Jh. zwischen Fluß ‘größerer natürlicher Wasserlauf’ und Strom ‘großer, breiter Fluß’ unterschieden wird. flüssig Adj. ‘so beschaffen, daß es fließen kann, wässerig’, auch ‘ohne Stocken, zügig, glatt’ (von der Rede), ahd. fluʒʒīg ‘fließend, wogend, schmelzbar’ (11. Jh.), mhd. vlüʒʒec, vlüʒʒic. Flüssigkeit f. ‘wässerige Substanz’, spätmhd. vlüʒʒecheit (14. Jh.). Flußspat m. Mineral, Kalziumfluorid (16. Jh.), eigentl. ‘fließendes Mineral’, das als Flußmittel dem Schmelzprozeß zugesetzt wird (s. ↗Spat).
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berge Biegung Brücke Bäche Hochwasser Kanälen Meer Mündung Oberlauf Pegel Pegelstände Seen Tal Ufer Wasser Wasserstand Wälder anschwollen baden breiten entspringt ertrunken fließt gelben mündet reißenden ruhiger schiffbaren schwimmen überqueren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fluß‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unten am Fluss vor dem Haus scheucht ein schwarzer Hund im Gras die Gänse auf.
Die Zeit, 16.03.2013, Nr. 11
Nachdem er sich von ihr losgerissen hat, stürzt sie sich in den Fluss.
Fath, Rolf: Werke - K. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9258
Man hat sich gewöhnt, in Flüssen nicht mehr zu baden.
konkret, 1988
Durch seine Fähigkeit zu improvisieren bringt er immer wieder überraschende Wendungen in den lebendigen Fluß der Rhythmen.
Burkhardt, Werner: Jazz. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 39787
Dem Fluß sind wir noch nicht begegnet, in die eigentliche Stadt noch gar nicht gegangen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 67
Zitationshilfe
„Fluß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fluß>, abgerufen am 21.09.2017.

Weitere Informationen …