Fluch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fluches · Nominativ Plural: Flüche
Aussprache
Wortbildung mit ›Fluch‹ als Erstglied: ↗Fluchwort · ↗fluchbeladen · ↗fluchwürdig
 ·  mit ›Fluch‹ als Letztglied: ↗Bannfluch · ↗Kirchenfluch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
im Zorn gesagtes Kraftwort
Beispiele:
einen Fluch ausstoßen
ein furchtbarer, entsetzlicher, grässlicher, derber, wilder, kerniger, gotteslästerlicher, unterdrückter Fluch
Flüche ... Kommandos ... Viertelwendung [ZuchardtSpießrutenlauf8]
nie in meinem Leben habe ich so unflätige Flüche gehört [Feuchtw.Teufel152]
2.
meist im Singular
gehoben abergläubische Verwünschung
Beispiel:
Fluch (= Verderben) über seine Henker! Fluch, Fluch über Euch selber! [SchillerRäuberII 2]
3.
meist im Singular
furchtbare Strafe
Beispiele:
etw. ist jmdm. zum Fluch geworden
jmdn. trifft ein Fluch
Das eben ist der Fluch der bösen Tat, / Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären [SchillerPiccolominiV 1]
auf Euch wird der Fluch der Verdammnis fallen [SchillerRäuberI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fluchen · Fluch · verfluchen
fluchen Vb. ‘Verwünschungen ausstoßen, derb schimpfen’, ahd. fluohhōn (um 800), fluohhen (aostnfrk. 9. Jh.), fluohhan (9. Jh.), mhd. vluochen, asächs. flōkan, mnd. vlōken, mnl. nl. vloeken ‘schmähen, verwünschen, schelten’, aengl. flōcan ‘Beifall klatschen’, got. flōkan ‘beklagen’ führen mit anord. flōkinn ‘verwirrt’, flōki ‘gestampfter Filz’ und griech. -plēgnýnai (-πληγνύναι) ‘schlagen’, lat. plangere ‘schlagen, die Hand auf die Brust schlagen, laut trauern, wehklagen’, lit. plàkti ‘schlagen, züchtigen’, aslaw. plakati ‘weinen, beweinen’, russ. plákat’ (плакать) ‘weinen, klagen’ auf ie. *plāk-, *plāg- ‘schlagen’. Der Zusammenhang der Wörter des Fluchens, Klagens, Schlagens macht deutlich, daß der Vorgang des Verwünschens wie der des Klagens und Trauerns mit affektischem Schlagen an die Brust verbunden war. Heute gilt fluchen meist nur noch für ‘derb schimpfen’. Die Bedeutung ‘verwünschen, jmdm. etw. Böses wünschen’ übernimmt verfluchen (s. unten). Fluch m. ‘Verwünschung, Schimpf’, ahd. fluoh ‘Verfluchung, Verwünschung’ (9. Jh.), mhd. vluoch, mnd. vlōk, mnl. vloec, nl. vloek, aus dem Verb rückgebildetes Abstraktum. verfluchen Vb. ‘jmdm. den Zorn Gottes, Unheil wünschen, verstoßen, verwünschen’, ahd. firfluohhōn (um 1000), firfluohhan (9. Jh.), firfluohhen (Hs. 12. Jh.), mhd. vervluochen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fluch · Fluchen · ↗Verfluchung · Vermaledeiung · ↗Verwünschung
Assoziationen
Synonymgruppe
Fluch · ↗Geißel · ↗Unglück · ↗Unheil · ↗Unsegen · ↗Unstern  ●  ↗Verhängnis  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschimpfung Gnade Gram Hirsch Karibik Mumie Pharao Schimpfwort Schwall Segen Tat Verdammnis Verwünschung Zauberin ausstoßen bannen besiegen biblisch bös deftig derb ereilen erlösen gräßlich lasten obszön saftig unflätig unterdrückt wüst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fluch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der große Sieg wurde zum Fluch, haben Sie dafür eine Erklärung?
Die Welt, 07.08.2004
Die Farbe ist noch nicht abgeblättert, aber der Fluch ist schon Geschichte.
Der Tagesspiegel, 23.02.1997
Ein Fluch zwei Positionen vor uns klärt uns auf - ausverkauft.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 300
Da habe ich ihm mit einem groben russischen Fluch geantwortet.
Der Spiegel, 09.09.1985
Der gleiche Fluch erfüllt sich, nur immerfort auf eine unendlich subtilere Weise.
Hofmannsthal, Hugo von: Über Charaktere im Roman und im Drama. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 31203
Zitationshilfe
„Fluch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fluch>, abgerufen am 23.02.2019.

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