Fluidum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fluidums · Nominativ Plural: Fluida · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFlu-idum · Flui-dum (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

unwägbare, von einer Person oder Sache ausgehende Wirkung
Beispiele:
das Fluidum des Künstlers, der großen Persönlichkeit
das Fluidum zwischen Bühne und Parterre
Und dann ... spürt er das ihn berauschende Fluidum der Aristokratie [St. ZweigBalzac252]
Sie leiht mir ihr Auge, ihre Jahre, ihre Frische, ihr magnetisches und elektrisches Fluidum [G. Hauptm.SonnenuntergangIV]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fluidum n. ‘Ausstrahlung, Wirkung’. Im 18. Jh. verwendet die Sprache der Naturwissenschaft die zu lat. fluidus ‘fließend, flüssig, wallend’ (von lat. fluere ‘fließen, strömen’) gehörende neutrale Substantivierung Fluidum zur Bezeichnung einer Flüssigkeit, eines flüssigen Körpers. Daraus entwickelt sich im 19. Jh. die heutige Bedeutung ‘Wirkung oder Ausstrahlung eines Gegenstandes, eines Menschen’, die wohl durch Übertragung des Ausdrucks auf magnetische und elektrische Ströme ausgelöst wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) gewisse Etwas · ↗Aura · ↗Flair · Fluidum · ↗Magie · ↗Verzauberung · ↗Zauberkraft · bezaubernde Wirkung · magische Kraft · übernatürliche Wirkung  ●  (etwas) kaum Benennbares  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

ausstrahlen besonder einfangen einzigartig elektrisch erotisch geheimnisvoll geistig gewiss magnetisch speziell spüren umgeben verbreiten verleihen vermitteln verströmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fluidum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tiefe Entspannung eines sorglos schwebenden Leibes in einem warmen Fluidum.
Süddeutsche Zeitung, 31.12.1996
Man muß dieses Fluidum lieben, wenn man es dauerhaft ertragen soll.
Die Zeit, 30.05.1975, Nr. 23
Keineswegs soll sie darauf verzichten, jenes Fluidum zu verbreiten, das dem weiblichen Element vorbehalten ist.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 181
Das hinreißende Fluidum überkommt die Frau nicht anders als den Mann, wenn sie nach den ersten Resultaten den Stand der Dinge übersehen kann.
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16895
Aber von einem das Dasein durchdringenden Fluidum oder Stoff kann man nicht reden.
Dahrendorf, R.: Macht. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 24163
Zitationshilfe
„Fluidum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fluidum>, abgerufen am 19.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Fluidtechnik
Fluidität
Fluidik
Fluidics
Fluidaltextur
Fluke
Fluktuation
Fluktuationsrate
fluktuieren
Flummi