Flunkerei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungFlun-ke-rei
Wortzerlegungflunkern-ei
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
allzu häufiges (als lästig empfundenes) Flunkern
b)
geflunkerte Geschichte, Behauptung

Thesaurus

Synonymgruppe
Ammenmärchen · ↗Aufschneiderei · ↗Bluff · ↗Erdichtung · ↗Erfindung · ↗Lügengeschichte · ↗Münchhauseniade · ↗Münchhausiade · ↗Räuberpistole · ↗Schwindel · ↗Schwindelei · ↗Seemannsgarn · ↗Windei  ●  ↗Märchen  fig. · ↗Anglerlatein  ugs. · Flunkerei  ugs. · ↗Geflunker  ugs. · ↗Jägerlatein  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Beschönigung · ↗Entschuldigung · ↗Notlüge · Verlegenheitslüge · ↗Vorwand · schlechte Ausrede · unter dem Deckmantel des/der ...  ●  ↗Ausflucht  negativ · ↗Ausrede  negativ · ↗Schutzbehauptung  verhüllend · faule Ausrede  negativ
  • Großstadtlegende · ↗Wandermärchen · ↗Wandersage · moderne Sage · moderner Mythos · urbane Legende · urbaner Mythos · urbanes Märchen  ●  urban legend  fachspr., engl.
  • Falschinformation · ↗Falschmeldung · ↗Fehlinformation · ↗Zeitungsente  ●  ↗Ente  ugs.
  • (ein) Produkt der Phantasie · ausgedacht · ↗belegfrei · ↗eingebildet · erfunden · ↗erlogen · ↗fiktiv · ↗frei erfunden · frei phantasiert · ↗imaginär · ↗irreal · nicht auf Tatsachen beruhen(d) · ohne Realitätsbezug · ohne Realitätsgehalt · ↗spekulativ · ↗surreal  ●  (an einer Sache) ist nichts Wahres dran  ugs. · an den Haaren herbeigezogen  ugs., fig. · aus der Luft gegriffen  ugs., fig. · erstunken und erlogen  ugs. · imaginiert  geh. · zusammenfantasiert  ugs., abwertend
  • Nachtigall, ick hör dir trapsen!  ugs., berlinerisch · netter Versuch!  ugs.
  • Desinformation · ↗Falschinformation · ↗Fehlinformation · Verdrehung der Tatsachen
  • Falschaussage · ↗Schutzbehauptung · ↗Unwahrheit  ●  ↗Lüge  Hauptform
  • Angabe (mit) · ↗Angeberei · ↗Aufschneiderei · Geprotze · ↗Großsprecherei · ↗Prahlerei · ↗Protzerei · ↗Wichtigtuerei  ●  ↗Rodomontade  geh., ital., franz.
  • (jemandem) kommen erhebliche Zweifel · erspar(e) mir deine (...) · ich glaub(e) dir kein Wort  ●  ich glaube dir (das) nicht  Hauptform · (ja ja,) schon klar ...  ugs. · (jemand) erzählt viel, wenn der Tag lang ist  ugs., Spruch · alles klar!  ugs., ironisch, Spruch · am Arsch hängt der Hammer  derb, Spruch · das glaubst du (doch) selbst nicht!  ugs. · das kannst du deinem Frisör erzählen!  ugs., Spruch · das kannst du deiner Großmutter erzählen!  ugs. · das kannst du deiner Oma erzählen!  ugs., Spruch · das kannst du einem Dummen erzählen!  ugs., variabel · das kannst du einem erzählen, der sich die Hose mit der Kneifzange anzieht  ugs., Spruch, variabel · das kannst du mir nicht erzählen!  ugs. · du kannst mir viel erzählen!  ugs., variabel, Spruch · ja nee, ist klar!  ugs., Spruch · komm mir nicht (wieder) mit (...)  ugs. · komm mir nicht so!  ugs. · verarschen kann ich mich auch alleine!  derb, Spruch · wer's glaubt, wird selig  ugs., sprichwörtlich
  • (ein) falsches Spiel spielen · (es) mit der Wahrheit nicht so genau nehmen · (etwas) wahrheitswidrig behaupten · ↗betrügen · die Unwahrheit sagen · ↗hochstapeln · ↗schwindeln  ●  ↗lügen  Hauptform · mit gespaltener Zunge sprechen  fig. · ↗cheaten  ugs. · ↗flunkern  ugs. · krücken  ugs., regional · ↗mogeln  ugs.
  • anreichern · ↗ausgestalten · ↗ausschmücken (beim Erzählen) · ↗hinzuerfinden
  • Flunkerer · ↗Lügenbold · ↗Lügenmaul · Lügenschmied · ↗Märchenerzähler · ↗Märchenonkel · ↗Schwindler
  • (das) Herumlügen · Herumlügerei · ↗Lügerei  ●  Rumlügerei  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lüge

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flunkerei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Auto, das ich fahre, setzt auch hinter die größte Flunkerei ein glaubwürdiges Ausrufezeichen.
Die Welt, 18.12.2004
In all den Reden sei nichts als Klatsch und Flunkerei gewesen.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 01.03.1904
Müsste man nun aber nicht die Flunkereien dieses eitlen Mannes und seine Forschungsleistung auseinanderhalten?
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002
Wie soll der Unterschied zwischen Erfahrung, Flunkerei und Lüge sinnfällig zu machen sein, wenn es möglich und üblich ist, alles aus zweiter Hand zu erleben?
Die Zeit, 06.04.1979, Nr. 15
Er war nie langweilig, er hatte von der ganzen Familie die vielfarbigste Phantasie, und er glaubte selber an seine Flunkereien.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 378
Zitationshilfe
„Flunkerei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flunkerei>, abgerufen am 12.12.2019.

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