Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Flurbereinigung, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Flur-be-rei-ni-gung
Wortzerlegung Flur2 Bereinigung
eWDG

Bedeutung

Neueinteilung der Flur einer Gemeinde, wobei mehrere angrenzende Flurstücke zu einem Ganzen verschmolzen werden
Beispiele:
Maßnahmen zur Flurbereinigung
Ober‑ und Unterbuchenbach wurden zusammengelegt im Zug der Verwaltungsreformen und Flurbereinigungen [ SeghersSiebtes Kreuz4,189]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rain · rainen · anrainen · Anrainer · Flurbereinigung
Rain m. ‘unbebauter Grasstreifen als Ackergrenze, begrenzende Bodenerhöhung’, ahd. rein (9. Jh.; auch in ahd. reinifano ‘Rainfarn, Heilkraut’, eigentlich ‘Grenzfahne’, wegen des hohen Wuchses und des doldenartigen Blütenstandes als Grenzzeichen angesehen, 9. Jh.), mhd. mnd. rein, mnl. rein, reen (nl. noch in reengenoot ‘Besitzer angrenzenden Landes’) und anord. rein(a) f., schwed. ren sind als Bildungen mit dem Suffix ie. -no- wohl vergleichbar mit mir. rōen ‘Weg, Bergkette’, bret. run ‘Erhöhung, Hügel’ und weiter mit lat. rīma ‘Ritze’, lit. raiveė͂, rieveė͂ ‘Rille, Riefe, Streif’, lett. rieva ‘Vertiefung, Falte, Furche’. Alle Formen dürften als unterschiedliche Ableitungen von der Wurzel ie. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’ (zu der auch reif, Reihe und Riege, s. d., gehören) anzusehen sein. Die im Obd. schon seit ahd. Zeit übliche Schreibung mit -ai- setzt sich im 18. Jh. auf Gottscheds Vorschlag (in dem Bestreben, Homonyme orthographisch zu unterscheiden) allmählich durch (s. auch Laib, Laich, Saite, Waise). – rainen Vb. ‘ab-, umgrenzen, angrenzen, jmds. Feldnachbar sein’, ahd. (Hs. 15. Jh.), spätmhd. reinen; anrainen Vb. (16. Jh.); Anrainer m. ‘Nachbar, Anlieger’ (16. Jh.). Dazu wohl auch heute als zu reinigen, bereinigen (s. rein) gehörig empfundenes Feld-, Flurbereinigung f. ‘Festsetzung der Ackergrenzen, zweckdienliche Einteilung der Fluren, Felder, besonders Zusammenlegung von zersplittertem Landbesitz’ (19. Jh.); vgl. spätmhd. bereinen ‘abgrenzen’, schweiz. Berain ‘Verzeichnis der Grundstücke mit Beschreibung der Grenzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flurbereinigung · Flurneuordnung · landwirtschaftliche Neuordnung · ländliche Neuordnung
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Flurbereinigung · Flurneuordnung · Grundstückszusammenlegung  ●  Zusammenlegung  österr. · Kommassation  geh. · Kommassierung  ugs., österr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Flurbereinigung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flurbereinigung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Flurbereinigung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So wurde er in unseren urbanen Zeiten zunehmend zum Opfer von Flurbereinigungen. [Die Zeit, 25.03.1999, Nr. 13]
Die ethnische Flurbereinigung findet unter den Augen der Ifor ihren Abschluß. [Die Zeit, 18.03.1996, Nr. 12]
Doch ohne Druck von oben wird eine solche „Flurbereinigung“ kaum stattfinden. [Die Zeit, 15.03.1974, Nr. 12]
Schon vor Jahren machte sich die Flurbereinigung ein anderes Feld zu eigen. [Süddeutsche Zeitung, 01.06.1994]
Dort ist man auch heute noch mit der »Flurbereinigung« nicht am Ende, die als zweiter Akt der B. begriffen und begonnen wurde. [Abel, W.: Bauernbefreiung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 28968]
Zitationshilfe
„Flurbereinigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flurbereinigung>.

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