Flut, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Flut · Nominativ Plural: Fluten
Aussprache
Wortbildung mit ›Flut‹ als Erstglied: ↗Flutdeich · ↗Fluteinbruch · ↗Flutgraben · ↗Fluthafen · ↗Fluthöhe · ↗Flutkanal · ↗Flutkatastrophe · ↗Flutkraftwerk · ↗Flutlicht · ↗Flutstaubecken · ↗Flutstrom · ↗Flutwarnung · ↗Flutwasser · ↗Flutwelle · ↗Flutzeit
 ·  mit ›Flut‹ als Letztglied: ↗Bilderflut · ↗Briefflut · ↗Buchflut · ↗Bücherflut · ↗Datenflut · ↗Farbenflut · ↗Flüchtlingsflut · ↗Haarflut · ↗Hochflut · ↗Jahrhundertflut · ↗Jahrtausendflut · ↗Lichtflut · ↗Lockenflut · ↗Meeresflut · ↗Menschenflut · ↗Papierflut · ↗Schmutzflut · ↗Sintflut · ↗Springflut · ↗Sturmflut · ↗Sturzflut · ↗Tränenflut · ↗Vorflut · ↗Wasserflut · ↗Wortflut
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
täglich zweimal erfolgendes Ansteigen des Meeresspiegels, dem jedes Mal die Ebbe folgt
Beispiele:
bei Eintritt der Flut
Ebbe und Flut (= die Gezeiten)
mit der Flut auslaufen, in See gehen
2.
strömende, stark bewegte Wassermasse
Beispiele:
die aufgewühlte, tosende, gelbe Flut
die Fluten des Rheines
die Flut des Hochwassers drang in die Keller
die Flut hatte Schlamm und Trümmer angespült
Menschen und Tiere waren in den Fluten umgekommen
von der Flut war die Brücke, waren die Ufer schwer beschädigt worden
3.
übertragen eine Flut von etw.eine (plötzlich vorhandene) große Menge von etw.
Beispiele:
eine Flut von Beschwerdebriefen traf ein
eine Flut von Telegrammen, Glückwünschen, Protesten, Verwünschungen, Beleidigungen
eine Flut von Tränen stürzte aus ihren Augen
eine Flut von Schimpfwörtern ergoss sich über ihn
ich musste mir eine Flut von Schmähungen anhören
eine Flut von Farben, Tönen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flut · fluten · Flutlicht
Flut f. ‘Strömung, Überschwemmung’, ahd. fluot (8. Jh.), mhd. vluot ‘fließendes Wasser, überströmende Wassermasse’, asächs. aengl. flōd, mnl. vloet, nl. vloed, engl. flood, anord. flōð, schwed. flod, got. flōdus. Die Abstraktbildung germ. *flōdu- führt mit griech. plṓein (πλώειν) ‘schwimmen’, plōtós (πλωτός) ‘schwimmend’, aslaw. plavati, russ. plávat’ (плавать) ‘schwimmen’ auf ie. *plō(u)-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *pel(ə)-, die, anders als ie. *pleu- (s. ↗fließen), Langdiphthong bzw. Langvokal aufweist. Ein dieser Wurzelerweiterung folgendes Verb ist im Nhd. nicht erhalten, doch vgl. aengl. flōwan, anord. flōa ‘fließen’. Als Gegenwort zu ↗Ebbe (s. d.) begegnet mnd. vlōt im 15. Jh., nhd. Flut gegen Ende des 16. Jhs. fluten Vb. ‘strömen, sich ergießen, unter Wasser setzen’, mhd. vluoten ‘fließen, strömen’. Flutlicht n. ‘große Plätze überflutendes, beleuchtendes künstliches Licht’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Heer · ↗Masse · ↗Menge · ↗Schwarm · ↗Unzahl · ↗Vielzahl  ●  Flut  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • sehr viel · unglaublich viel  ●  ↗massenhaft  ugs.
Synonymgruppe
Flut  ●  ↗Tsunami (nach Seebeben)  japanisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Flut · ↗Hochwasser
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Gezeit  ●  ↗Tide  norddeutsch
  • Gezeiten  Plural · Tiden  Plural, norddeutsch
  • Brandungsrückstrom · Rippstrom · Rippströmung · ↗Trecker
Antonyme
Synonymgruppe
Anhäufung · ↗Anzahl · ↗Ballung · ↗Batzen · ↗Fülle · ↗Haufen · ↗Heer · ↗Legion · ↗Masse · ↗Menge · ↗Reihe · ↗Schar · ↗Schwall · ↗Schwarm · ↗Schwung · ↗Serie · ↗Unmasse · ↗Unmaß · ↗Unmenge · ↗Unzahl · ↗Vielheit · ↗Vielzahl · ↗Wust · ↗Übermaß  ●  ↗Armee  ugs. · Flut  ugs. · ↗Latte  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Damm Dürre Ebbe Fluß Klage Leserbrief Neuemission Neuerscheinung anschwellen anschwellend braun eindämmen eisig ergießen ertrinken hereinbrechen mitreißen reißend schwappen spülen steigend trüb umkommen untergehen verheerend versinken wahr wegspülen überschwemmen überspülen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Flut‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die steigende Flut bahnt sich über die flachen Halligen rasch ihren Weg.
Die Zeit, 05.12.2013 (online)
Aber die steigende Flut trägt nicht alle Boote nach oben.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1995]
Kritiker befürchten mit diesem Patent eine Flut von Patenten für genmanipulierte Tiere.
o. A. [hg]: Krebsmaus-Patent. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1993]
Der Gast versenkt, nachdem er sich bedient hat, das kostbare Naß wieder in den Fluten.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 279
Sie schwiegen wieder und sahn auf das dunkle Fluten hinunter.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 102
Zitationshilfe
„Flut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Flut>, abgerufen am 17.11.2018.

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