Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Fonds, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fonds · Nominativ Plural: Fonds
Aussprache  [fõː]
Herkunft aus fondsfrz ‘Grund und Boden, Grundstück, Vorrat, Kapital’
eWDG

Bedeutung

für bestimmte Zwecke angelegter Geldvorrat
Beispiele:
der Fonds des Verbandes
ein Fonds aus freiwilligen Spenden
einen verfügbaren Fonds haben
dieser Fonds ist für besondere, einmalige Zahlungen bestimmt
ein Fonds für Stipendien und Patenschaften
der Betrieb, das Werk verfügt über einen beträchtlichen Fonds für kulturelle Zwecke
Da einige kein Geld bei sich hatten, wurde durch Sammlung ein Fonds gebildet [ SpoerlFeuerzangenbowle134]
DDR Gesamtheit der im gesellschaftlichen Interesse verwendbaren materiellen und finanziellen Mittel eines sozialistischen Betriebes
Beispiel:
ein genossenschaftlicher, rückzahlbarer Fonds
gehoben, übertragen Grundstock, Schatz
Beispiele:
ein großer Fonds langer Erfahrung
ein reicher Fonds schauspielerischer Begabung
einen guten, gediegenen Fonds von Wissen haben
Ich muß mir erst einen Fonds von Vertrauen erwerben [ J. WincklerBomberg50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fond · Fonds
Fond m. ‘Grundlage, Hintergrund, hinterer Sitz in einem Wagen, (eingedickter) Bratensaft’. Frz. fond ‘Grund, Boden, Tiefe, Hintergrund’ wird in der 1. Hälfte des 18. Jhs. übernommen. Daneben steht Fonds m. ‘Geldvorrat’ (zunächst ebenfalls in der Form Fond), bereits Anfang des 18. Jhs. aus frz. fonds ‘Grund und Boden, Grundstück, Vorrat, Kapital’ entlehnt und erst in der 2. Hälfte des 18. Jhs., dem neueren Frz. entsprechend, durch die Schreibung Fonds von Fond (s. oben) unterschieden. Für beide Substantive ist von lat. fundus m. (Akkusativ fundum) ‘Grund, Boden, Grundstück’ auszugehen (s. Fundus), das vom 6. Jh. an durch Genus- und Flexionswechsel zu fundus n. (Akkusativ fundus) wird; auf dem Neutrum beruht afrz. fonz, fons ‘Grund, Boden, Tiefe’, aber auch ‘Grund und Boden, Grundstück’ (frz. fonds). Anfangs nur als Schreibvariante auftretendes afrz. font, frz. fond wird im Frz. des 17. Jhs. zur Differenzierung nach semantischen Gesichtspunkten benutzt.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Ökonomie
Synonymgruppe
Fonds · Geldbestand · Geldmittel · Geldvorrat · Reserve · Vermögensreserve
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Fonds‹ (berechnet)

Bankgesellschaft Einrichtung Schaffung anlegend aufgelegt auflegen berücksichtigen börsengehandelt eingefroren einrichten gemanagt gemischt geschlossen gespeist global hauseigen investieren investierend luxemburger milliardenschwer offen passiv spezialisiert thesaurierend verwalten verwaltet zugelassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fonds‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fonds‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da einige kein Geld bei sich hatten, wurde durch Sammlung ein Fonds gebildet und in Bier umgesetzt. [Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 148]
Auch Fonds interessierten sich seit Mitte 1999 zunehmend für das Unternehmen. [C't, 2001, Nr. 5]
Zudem müssen die Fonds, Banken oder Versicherungen garantieren, dass mindestens die eingezahlten Beiträge ausgezahlt werden. [Der Spiegel, 13.11.2000]
Die Vereinskasse hatte schon einen genügenden Fonds aufzuweisen, um Reisesubventionen gewähren zu können. [Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8173]
Viele Fonds werden nicht umhinkommen, ihre Strategie weiter zu verändern. [Die Zeit, 17.03.2008, Nr. 12]
Zitationshilfe
„Fonds“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fonds>.

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