Formalität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Formalität · Nominativ Plural: Formalitäten
Aussprache 
Worttrennung For-ma-li-tät
Grundformformal
Wortbildung  mit ›Formalität‹ als Letztglied: Zollformalität
Herkunft aus gleichbedeutend formalitasmlat
eWDG

Bedeutung

äußere (amtliche) Vorschrift
Beispiele:
eine amtliche, juristische Formalität
die vorgeschriebenen Formalitäten einhalten, erfüllen
alle Formalitäten für die Auslandsreise sind erledigt
Da werden die Formalitäten und der Termin für die … Beigeordnetenwahl ausgemacht [ O. M. GrafUnruhe68]
Äußerlichkeit, Formsache
Beispiele:
eine reine, leere Formalität
das ist eine bloße Formalität
sie hielten sich nicht mit überflüssigen Formalitäten auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

formal · formell · Formalie · formalisieren · Formalismus · formalistisch · Formalität
formal Adj. ‘die Form betreffend’, im 16. Jh. aus lat. formālis ‘äußerlich, zur Form gehörig, an eine bestimmte Form gebunden’ (zu lat. forma, s. Form) entlehnt. formell Adj. ‘die äußere Form genau beachtend, konventionell, steif’ (s. auch förmlich), Übernahme (18. Jh.) von (gleichfalls auf lat. formālis beruhendem) frz. formel, zunächst in dessen Bedeutung ‘in aller Form ausgesprochen, ausdrücklich, unmißverständlich’, in heutiger Verwendung seit dem 19. Jh. Formalie f. ‘Äußerliches, Vorschrift der Form’ (16. Jh.), meist im Plural gebraucht, aus lat. formālia, dem substantivierten neutralen Plural des Adjektivs formālis. formalisieren Vb. ‘in eine strenge, eine bestimmte Form bringen’. Dieser moderne Gebrauch (19. Jh.) entwickelt sich aus dem Adjektiv formal (s. oben). Älteres (bis ins 19. Jh. geltendes) sich formalisieren ‘Anstoß nehmen, sich über etw. aufhalten’ ist Entlehnung (17. Jh.) aus frz. se formaliser ‘sich ärgerlich über etw. aussprechen’, eigentlich ‘schockiert sein über das Fehlen jeder Form’, vgl. mfrz. formaliser ‘formgerecht abfassen, formulieren’. Formalismus m. Kunstrichtung, die die Form des Kunstwerks überbewertet und den Inhalt vernachlässigt, allgemein ‘nur auf Äußeres gerichtete Betrachtungsweise’, gelehrte nlat. Bildung des 19. Jhs. zu lat. formālis; dazu formalistisch Adj. (19. Jh.). Formalität f. ‘Äußerlichkeit, Vorschrift der Form’ (16. Jh.), mlat. formalitas (Genitiv formalitatis).

Typische Verbindungen zu ›Formalität‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Formalität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Formalität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seltsamerweise aber empfand er selbst diese Frage als eine Art bloßer Formalität. [Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 729]
Bis auf die letzte kleine Formalität habe ich es hinter mir. [Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 47]
Um alle weiteren Formalitäten, etwa Versicherungen, kümmert sich die Organisation. [Die Zeit, 08.08.2011, Nr. 32]
Laut «People. com» hat das Paar jetzt alle Formalitäten erfüllt, die Trennung wurde damit amtlich. [Die Zeit, 05.08.2010 (online)]
Doch an solche Formalitäten wollte an diesem Abend keiner denken. [Die Zeit, 26.05.2007 (online)]
Zitationshilfe
„Formalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Formalit%C3%A4t>.

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