Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Forst, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Forstes · Nominativ Plural: Forste(n)
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

bewirtschaftete Waldfläche
Beispiele:
ein ausgedehnter, schattiger Forst
das Wild tritt aus dem dichten Forst heraus
die Fährte des Rehs verlor sich mitten im tiefen Forst
die Pflege des Waldbestandes und des Wildes in den Forsten
Dann grüßten die grauen Forste der Mark [ A. ZweigJunge Frau337]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Forst · Förster · Försterei · aufforsten · durchforsten · Forstmeister
Forst m. ‘bewirtschafteter Wald, Staatswald’. Die Etymologie von ahd. forst (um 800), mhd. forst, vorst ist trotz verschiedener Deutungsversuche ungeklärt. Vertreter einer germ. Herkunft des Wortes sehen in ahd. forst (aus *forhist, das im merowingischen Westfranken sein h verliert) eine Ableitung mit st-Suffix von dem in ahd. for(a)ha, nhd. Föhre (s. d.) bewahrten Baumnamen. Danach ist Forst ursprünglich als ‘Föhren-, Nadelwald’ zu verstehen. Bei dieser Herleitung bleibt jedoch die von Anfang an bezeugte rechtsterminologische Bedeutung ‘dem König zu Jagd, Rodung und Holzschlag vorbehaltener Wald’ (vgl. ahd. forst ‘Bannwald, unter Aufsicht stehender königlicher Wald’) unberücksichtigt. Daher wird von anderen eine Entlehnung aus dem Galloroman. angenommen. Dem afrz. forest ‘Wald, der dem König vorbehalten ist’, dann ‘ausgedehnter Wald’ (frz. forêt) geht mlat. forestis ‘Gebiet, das dem König zum Jagen und Fischen vorbehalten bleibt, Königswald’ voraus, das in den langobardischen Gesetzen und den karolingischen Kapitularien gut bezeugt ist. Mlat. forestis (aus *forestis silva?), das als Ableitung entweder von lat. forum ‘Gericht, Gerichtshof’ oder von lat. forīs ‘draußen, außerhalb eines Ortes’ (zu foris ‘Tür’) aufgefaßt wird, ist dann als ‘das außerhalb (der freien Jagd) Liegende; Wald, der der königlichen Gerichtsbarkeit unterstellt ist und außerhalb der allgemeinen Nutzung steht’ zu deuten. Schließlich wird für mlat. forestis, afrz. aprov. forest auch Herkunft aus kelt. *dvorestu- (mit Latinisierung des Suffixes zu -estis) erwogen. Vgl. Kaspers in: Wiss. Zs. KMU Leipzig, Ges.-wiss. Reihe 7 (1957/58) 86 ff. Förster m. ‘höherer Forstangestellter’, ahd. forstāri (10. Jh.), mhd. forstære; vgl. mlat. forestarius. Försterei f. ‘Amtssitz und Wohnung des Försters’ (19. Jh.). aufforsten Vb. ‘abgeholzte Waldflächen neu bepflanzen’, durchforsten Vb. ‘Waldbestand lichten’ (beide 19. Jh.). Forstmeister m. ‘Leiter eines Forstamtes’, mhd. forstmeister ‘(Ober)förster’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Forst · Holz · Tann  ●  Wald  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Forst‹ (berechnet)

Rodung adelsrieder allacher bessunger bucher dannenröder deisenhofener düppeler ebersberger egmatinger grumsiner grünwalder hagenauer hambacher hofoldinger koberstädter kranichsteiner kreuzlinger köpenicker köschinger perlacher rantzauer spandauer tatenhauser taxöldener taxölderner tegeler tennenloh veldensteiner wesloer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Forst‹.

Verwendungsbeispiele für ›Forst‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So entwerteten sie selbst dem wenig waldkundigen Auge noch große Teile dieses Forstes. [Die Zeit, 21.06.1996, Nr. 26]
Sie habe im Forst gearbeitet von 1950 bis 1952, ergänzt sie noch. [Die Zeit, 06.04.1990, Nr. 15]
Die Tiere, die dem deutschen Wald seinen Charakter geben, haben in britischen Forsten keinen Platz. [Die Zeit, 13.12.1963, Nr. 50]
In den nächsten zehn Jahren soll das noch einmal den Abbau von rund 1000 Stellen im Forst bringen. [Süddeutsche Zeitung, 08.03.2004]
Gewissenlose ausländische Geschäftemacher holzten in rücksichtsloser Weise ganze Forste ab. [Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 436]
Zitationshilfe
„Forst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Forst>.

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