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Forst, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Forstes · Nominativ Plural: Forste/Forsten
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Forst‹ als Erstglied: ↗Forstakademie · ↗Forstamt · ↗Forstarbeit · ↗Forstassessor · ↗Forstbeamte · ↗Forstbehörde · ↗Forstbewirtschaftung · ↗Forstbezirk · ↗Forsteleve · ↗Forstfach · ↗Forstfacharbeiter · ↗Forstfrevel · ↗Forstgarten · ↗Forsthaus · ↗Forsthochschule · ↗Forstingenieur · ↗Forstinsekt · ↗Forstkultur · ↗Forstkunde · ↗Forstlehrling · ↗Forstleute · ↗Forstmann · ↗Forstmeister · ↗Forstnutzung · ↗Forstpolitik · ↗Forstrat · ↗Forstrevier · ↗Forstschaden · ↗Forstschule · ↗Forstschutz · ↗Forstschädling · ↗Forstschüler · ↗Forststraße · ↗Forstverwaltung · ↗Forstwart · ↗Forstweg · ↗Forstwesen · ↗Forstwirtschaft · ↗Forstwissenschaft · ↗Forstökonomik · ↗forstgerecht
 ·  mit ›Forst‹ als Letztglied: ↗Gemeindeforst · ↗Kiefernforst · ↗Privatforst · ↗Staatsforst · ↗Stadtforst · ↗Stiftungsforst
eWDG

Bedeutung

bewirtschaftete Waldfläche
Beispiele:
ein ausgedehnter, schattiger Forst
das Wild tritt aus dem dichten Forst heraus
die Fährte des Rehs verlor sich mitten im tiefen Forst
die Pflege des Waldbestandes und des Wildes in den Forsten
Dann grüßten die grauen Forste der Mark [ A. ZweigJunge Frau337]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Forst · Förster · Försterei · aufforsten · durchforsten · Forstmeister
Forst m. ‘bewirtschafteter Wald, Staatswald’. Die Etymologie von ahd. forst (um 800), mhd. forst, vorst ist trotz verschiedener Deutungsversuche ungeklärt. Vertreter einer germ. Herkunft des Wortes sehen in ahd. forst (aus *forhist, das im merowingischen Westfranken sein h verliert) eine Ableitung mit st-Suffix von dem in ahd. for(a)ha, nhd.Föhre (s. d.) bewahrten Baumnamen. Danach ist Forst ursprünglich als ‘Föhren-, Nadelwald’ zu verstehen. Bei dieser Herleitung bleibt jedoch die von Anfang an bezeugte rechtsterminologische Bedeutung ‘dem König zu Jagd, Rodung und Holzschlag vorbehaltener Wald’ (vgl. ahd. forst ‘Bannwald, unter Aufsicht stehender königlicher Wald’) unberücksichtigt. Daher wird von anderen eine Entlehnung aus dem Galloroman. angenommen. Dem afrz. forest ‘Wald, der dem König vorbehalten ist’, dann ‘ausgedehnter Wald’ (frz. forêt) geht mlat. forestis ‘Gebiet, das dem König zum Jagen und Fischen vorbehalten bleibt, Königswald’ voraus, das in den langobardischen Gesetzen und den karolingischen Kapitularien gut bezeugt ist. Mlat. forestis (aus *forestis silva?), das als Ableitung entweder von lat. forum ‘Gericht, Gerichtshof’ oder von lat. forīs ‘draußen, außerhalb eines Ortes’ (zu foris ‘Tür’) aufgefaßt wird, ist dann als ‘das außerhalb (der freien Jagd) Liegende; Wald, der der königlichen Gerichtsbarkeit unterstellt ist und außerhalb der allgemeinen Nutzung steht’ zu deuten. Schließlich wird für mlat. forestis, afrz. aprov. forest auch Herkunft aus kelt. *dvorestu- (mit Latinisierung des Suffixes zu -estis) erwogen. Vgl. Kaspers in: Wiss. Zs. KMU Leipzig, Ges.-wiss. Reihe 7 (1957/58) 86 ff. Förster m. ‘höherer Forstangestellter’, ahd. forstāri (10. Jh.), mhd. forstære; vgl. mlat. forestarius. Försterei f. ‘Amtssitz und Wohnung des Försters’ (19. Jh.). aufforsten Vb. ‘abgeholzte Waldflächen neu bepflanzen’, durchforsten Vb. ‘Waldbestand lichten’ (beide 19. Jh.). Forstmeister m. ‘Leiter eines Forstamtes’, mhd. forstmeister ‘(Ober)förster’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Forst · ↗Holz · ↗Tann · ↗Wald
Unterbegriffe
  • Busch · ↗Dschungel · ↗Urwald · ↗Wildnis
  • Nadelwald · ↗Tann
  • Dschungel · grüne Hölle · tropischer Regenwald
  • Ardennen · Ardenner Wald
  • Weinsberger Forst · Weinsberger Wald
  • Osning  veraltet · Teutoburger Wald  Hauptform · Teuto  ugs.
  • Bayerischer Wald · Bayerwald · Bayrischer Wald
  • Argonnen · Argonner Wald
  • Nutzwald  ugs. · Wirtschaftswald  ugs.
  • Primärwald  fachspr. · ↗Urwald  ugs.
  • Naturwaldreservat · Waldreservat  ●  ↗Bannwald  regional
  • Staatsforst · ↗Staatswald
  • Dauermischwald · ↗Dauerwald
  • Hudewald · Hutewald · ↗Hutung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Forst‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Forst‹.

Verwendungsbeispiele für ›Forst‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt wird sie für ein Jahr die Stadt Forst repräsentieren.
Bild, 14.05.2001
So entwerteten sie selbst dem wenig waldkundigen Auge noch große Teile dieses Forstes.
Die Zeit, 21.06.1996, Nr. 26
Gewissenlose ausländische Geschäftemacher holzten in rücksichtsloser Weise ganze Forste ab.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 436
Nach dem widerwärtigen Prozeßtag war es angenehm jetzt, in die beginnende Nacht hineinzufahren, auf breiter Straße, durch den undichten Forst.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 83
Ihr Leben verlief so idyllisch nicht, im Forst oder in der Steingutfabrik verdienten sie ein hartes Brot.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 76
Zitationshilfe
„Forst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Forst>, abgerufen am 23.04.2021.

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