Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Fort, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Forts · Nominativ Plural: Forts
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Fort‹ als Letztglied: Außenfort · Panzerfort · Sperrfort
Herkunft aus fortfrz ‘kleine Festung, Zitadelle’
eWDG

Bedeutung

stark befestigte, äußere Verteidigungsanlage
Beispiele:
ein vorgeschobenes, uneinnehmbares Fort
die gewaltigen Mauern und Panzerkuppeln des Forts
ein Ring von mächtigen Forts schützt die Stadt
das Fort sperrt alle Zugänge zum Festungsgelände
nach tapferem Widerstand fiel das letzte Fort in die Hand des Feindes
ein Fort anlegen, einnehmen
nach pausenlosem Beschuss durch schwere Artillerie wurden die feindlichen Forts fast völlig zerstört
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fort n. ‘(Teil einer) Festungsanlage’. Der Terminus des Festungsbaus frz. fort ‘kleine Festung, Zitadelle’ (Substantivierung von frz. fort Adj. ‘stark, fest, widerstandsfähig’, hier speziell im Sinne von ‘befestigt’) wird im 16. Jh. in den dt. militärischen Wortschatz übernommen. Ende des 16. Jhs. vereinzelt bezeugtes Forte beruht auf gleichbed. ital. forte; die ältere Pluralform Forten (1. Hälfte 17. Jh.) zeigt Einfluß von nl. fort, das ebenfalls aus dem Frz. stammt. Zugrunde liegt lat. fortis Adj. ‘stark, dauerhaft, kraftvoll, tüchtig’.

fort Adv. ‘weg, weiter’. Ahd. nicht belegt, wohl aber der zugehörige Komparativ furdir ‘vorwärts’ (um 800), mhd. vürder (wozu fördern, s. d.). Mhd. vort ‘vorwärts, weiter’, asächs. forð, mnd. vōrt ‘vorwärts’, zeitlich ‘alsbald, gleich’, mnl. voort, vort, nl. voort, aengl. forþ, engl. forth (vgl. auch got. faúrþis ‘zuvor, früher’) gehören mit der ursprünglichen Bedeutung ‘weiter, vorwärts’ zu schwundstufigem ie. *pṛto ‘hervor’, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *pṛ- (s. vor). Im Sinne von ‘vorwärts’ steht fort noch in Präfixverben wie fortbewegen, -bringen, -setzen, -schreiten, im jüngeren Sinne ‘weg’ in forteilen, -schaffen, -tragen, -treiben, temporalen Sinn ‘von jetzt an, weiter’ zeigen fortdauern, -leben, -währen sowie die Zusammensetzungen hinfort, forthin, fortan, immerfort.

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Bastion · Befestigung · Bollwerk · Festung · Fort · Fortifikation · Wehranlage  ●  Feste  veraltet · Wehr  geh., veraltet
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Fort · Kastell
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Fort‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fort‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fort‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen betreibt er gegenüber dem alten Fort ein kleines Lokal. [Die Zeit, 18.11.1999, Nr. 47]
Vom spanischen Fort hat nur ein einziges steinernes Tor die Zeiten überdauert. [Die Zeit, 15.11.1996, Nr. 47]
Als ich nicht mehr kann, lasse ich mich zum Roten Fort zurückradeln. [Die Zeit, 15.10.2003, Nr. 42]
Und sollte wirklich noch im legendenumwobenen Fort Knox anderes als nur amerikanisches Gold liegen? [Die Zeit, 28.09.1990, Nr. 40]
Fort rollte der Wagen und bald war die ganze Gruppe ihren Augen entschwunden. [Meysenbug, Malwida von: Der Pfad der Äbtissin. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1907], S. 3422]
Zitationshilfe
„Fort“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fort>.

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