Fotze, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fotze · Nominativ Plural: Fotzen
Nebenform A , D-Südost Fotzen, Fotzn · Substantiv · Genitiv Singular: Fotzen, Fotzn · Nominativ Plural: Fotzen, Fotzn
Aussprache  [ˈfɔtsə] · [ˈfɔtsn̩]
Worttrennung Fot-ze ● Fot-zen ● Fotzn
Wortbildung  mit ›Fotze‹ als Erstglied: Fotzhobel

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [vulgär] ...
    1. a) weibliche Geschlechtsteile, Vulva oder Vagina
    2. b) [metonymisch, Schimpfwort] verächtliche, sexualisierte Bezeichnung für eine Frau, über die man sich ärgert
  2. 2. [A , D-Südost , derb, oft mundartlich] ...
    1. a) [abwertend] Synonym zu Fresse (1), Maul (2)
    2. b) [abwertend] Synonym zu Fresse (2)
    3. c) [metonymisch] Synonym zu Ohrfeige, Watsche (1)
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
vulgär
a)
weibliche Geschlechtsteile, Vulva oder Vagina
Beispiele:
Vagina – das klingt wie eine Infektionskrankheit, Fotze wie ein Schimpfwort, schlampig‑ordinär. [Süddeutsche Zeitung, 10.11.2001]
Würden Sie zustimmen, dass das Deutsche da völlig mit seinem Angebot versagt? Scheide, Vagina, Fotze, Muschi, Mumu, da ist irgendwie für keine was dabei. Da gebe ich Ihnen völlig recht. Im erotischen Bereich gibt es nur ordinäre, technische oder kindliche Begriffe. Etwas Liebevolles, Ästhetisches, lustbetont Emanzipiertes fehlt. [Süddeutsche Zeitung, 13.06.2020]
Rasierte Fotze, garantiert. So schönes Mädchen. Ausziehen soll sie sich, aber mehr nicht. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour. Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 324]
Direkt über dem Schlafsockel die grobe und ziemlich große Darstellung einer Frau mit weit geöffneten Schenkeln und überdimensionalen Schamlippen. FOTZE stand darunter, und ein Pfeil zielte ihr zwischen die Beine. Unter dem Fenster, als weise er darauf, ein riesiger Phallus. [Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast. Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 83]
Ich habe doch gerade ein Mädchen genagelt, verdammt. Ein besoffenes. Mit ganz großen Titten und einer geilen Fotze. [Lebert, Benjamin: Crazy. Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999, S. 83]
b)
metonymisch, Schimpfwort verächtliche, sexualisierte Bezeichnung für eine Frau, über die man sich ärgert
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: blöde Fotze
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Frau als Fotze beschimpfen
Beispiele:
»Hure«, »Fotze«, »Schlampe«, das sind Schimpfwörter, die Frauen in ihrem Frausein angreifen. [Basler Zeitung, 04.07.2020]
Plausibel scheint […], dass Frauen anders angegriffen werden als Männer: dass sie besonders oft in sexualisierter Form geschmäht (»Fotze«), mit sexueller Gewalt bedroht (»Man sollte dich vergewaltigen«) oder als psychisch unzurechnungsfähig (»krank, irre«) dargestellt werden. [Die Welt, 06.01.2020]
Ich finde, die blöde Fotze sollte sich nicht so gewählt ausdrücken. [Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen. Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 94]
Wie er […] zu seiner Wohnung gegangen war, im Flur die alte Fotze aus dem zweiten Stock getroffen hatte, von dieser schwachsinnigen Unternehmensberatung: Jeder Augenblick dieses Alptraums stand ihm noch vor Augen. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour. Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 634]
gelegentlich, übertragen (männliche) Person, über die man sich ärgert oder die man verachtet
Beispiele:
Ein Festgenommener sagt, die Polizei sei völlig überreizt gewesen. Er habe gefesselt am Boden gelegen, ein Beamter habe ihn angeschrien: »Halt’s Maul, du Fotze [Süddeutsche Zeitung, 13.07.2017]
Am Tattag sagte der Angeklagte B an der Haltestelle […] in Richtung der Zeugen C, D und E die Worte: »Verpisst euch ihr Fotzen! Das ist nicht euer Kiez!« Zu dem Zeugen D sagte er zudem: »Wir können das auch hier und jetzt klären oder bist du eine Schwuchtel?« [Äußerung: »Verpisst Euch«, oder: Beleidigung ja oder nein?, 23.03.2020, aufgerufen am 07.12.2020]
Männer, die Familie hätten und Golf spielen gingen, seien »Fotzen«, die sich nicht um ihre Kinder kümmerten, ruft sie – um sofort das frauenfeindliche Schimpfwort zu dekonstruieren: »Ich beziehe das nicht auf meine Genitalien.« [Süddeutsche Zeitung, 02.06.2020]
Jeder, der Spaß daran hat, Tiere zu quälen, ist eine Fotze. [Welt am Sonntag, 24.04.2016]
»Die Punker«, so die Rocker, »machen unser Image kaputt«, weil »die Fotzen aussehen wie wir« und die »hohlköpfigen Normalbürger« blind sind für die feinen Unterschiede, die alle diese Außenseiter wiederum in (oft verfeindete) Cliquen und Rotten spalten. [Der Spiegel, 24.08.1981]
2.
A , D-Südost , derb, oft mundartlich
a)
abwertend
Synonym zu Fresse (1), Maul (2)
Beispiele:
In vielen Redewendungen steht Fotze […] stellvertretend für »Schnauze« – also: »halt die Fotzen«. [Münchner Merkur, 25.06.2019]
Ins Gesicht lobte man ihn über den grünen Klee für seine tolle Arbeit als Finanzminister in Bonn, hinter seinem Rücken zerriss man sich die Fotzn über seine Eheprobleme. [Süddeutsche Zeitung, 20.01.2007]
Oder der Wunsch, wieder ein Kleinkind zu sein, um nicht mehr ungerecht behandelt zu werden: Auch wenn ich das Fläschchen kotze, krieg’ ich keine auf die Fotze. [OÖ Nachrichten, 05.03.2001]
»Damals …«, sinniert Sepp U[…], füllt das Grübchen im Spann zwischen Daumen und Zeigefinger mit Schnupftabak, zieht die Prise genießerisch ein (»aaah«), bestellt […] »a Fotzn voi (= voll) Bier«, genau gesagt, ein Seitl (= Glas) … und lehnt sich zurück. [Kronen Zeitung, 15.02.1998]
Ein richtiger Bayer sagt natürlich […] nicht au Backe, sondern auweh zwick, nicht labbrig, sondern lätschert, nicht Schnute, sondern Fotzn. [Salzburger Nachrichten, 04.07.1997]
b)
abwertend
Synonym zu Fresse (2)
Beispiele:
Da habe er dem Nebenbuhler »das Bier in die Fotzn gschüttet« und zugeschlagen. [Kronen Zeitung, 02.08.1997]
Welcher Wiener oder Berliner weiß, dass Fotzn Gesicht bedeutet und Fotzbletzn Fieberblase heißt? [Kleine Zeitung, 15.07.2020]
Wolfgang Amadeus Mozart war übrigens gar kein Fan der alten Handelsstadt und nannte Bozen ein Sauloch. Und setzte mit einem garstigen Reim sogar nach: »Soll ich kommen nach Bozen, so schlag mich lieber in die Fotzn [Wiener Zeitung, 17.04.2015]
Eine Fotzn voller Rausch hat einer, der nach acht Maß Bier über seine eigenen Füße fällt und den es deswegen auf d’ Fotzn haut. [Süddeutsche Zeitung, 20.01.2007]
Überhaupt läßt T[…] außer acht, daß nicht alle Bayern Altbayern oder alte Bayern sind, weshalb kein noch so aufmandelnder (= laut protestierender) Verein die sprachliche Durchrassung aufhalten kann, mag er auch eine Fotzn (= Grimasse) ziehen. [Süddeutsche Zeitung, 04.07.1997]
c)
metonymisch
Synonym zu Ohrfeige, Watsche (1)
Beispiele:
Wenn einer dem anderen mit der flachen Hand ins Gesicht schlägt, dann verabreicht er ihm eine Fotzn, fällt der Schlag derber aus, dann wird daraus a Trumm Fotzn oder auch a Bockfotzn. [Süddeutsche Zeitung, 20.01.2007]
Komm her und hol dir eine Fotzen ab. [Münchner Merkur, 01.09.2018]
Am Ende der 4. Klasse wartet der Übertritt, und die Eltern fordern schon zähnefletschend »Gymnasium!«, das Ministerium empfiehlt Gruppenpädagogik, Schulbusfahrer Sepp hingegen »a Trumm Fotzen, scho rein prophylaktisch«. [Mittelbayerische, 30.01.2018]
Streng war der Vater. Da hab’ ich halt auch Fotzen gekriegt. [Kurier, 01.02.2009]
Vor dem Richter wollte der Josef, daß man die »Fotzen«, die er dem Ulrich geben wollte, aber nicht gegeben hatte, als strafmildernd in Erwägung ziehen möge. [Kleine Zeitung, 07.09.1996]
übertragen
Synonym zu Ohrfeige (●)
Beispiele:
Die rot‑schwarzen Regierungsparteien würden sich redlich abmühen, aber wegen der Asylprobleme »holen sie sich jeden Tag die Fotzen ab«. [Die Presse, 19.06.2015]
»Ich bin nicht dazu da, mir die Fotzen abzuholen«, schimpfte M[…]. Kritik könne ja durchaus auch positiv sein, räumte er ein, »die muss aber nicht immer nur einer […] abkriegen«. [Mittelbayerische, 03.05.2018]
M[…]: Was mich stimuliert, ist, wenn ich gegen einen Buam (= jungen Mann) spiele, der nichts macht außer trainieren, und der dann von mir die Fotzen kriegt (= den ich dann besiege). Das hat was. [Interviewer:] Das eigene Alter zu besiegen? M[…]: Ja, das ist es. Das ist göttlich. [Kleine Zeitung, 18.05.2003]
Man müsse sich auch [darüber] klar sein, ob man Minister haben wolle, denen überhaupt nichts einfalle, oder ob sich »vielleicht einer herstellt, der seine Fotzen dafür bekommt, aber er hat wenigstens etwas bewegt«. [APA-Meldungen, 23.05.1995]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fotze · Hundsfott · hundsföttisch
Fotze f. ‘weibliche Geschlechtsteile’, derbes, in der Hochsprache gemiedenes Wort. Spätmhd. fotze, futze ist affektisch geminierte Intensivbildung zu gleichbed. mhd. vut, das mit anord. isl. fuð und (aus dem Skandinav. entlehntem?) engl. (mundartlich) fud wohl zur Wurzel von faul (s. d.) gehört und eigentlich ‘das Stinkende’ bedeutet. Mhd. mnd. vut ist erhalten im Kompositum Hundsfott m. ‘Schuft, feiger, schlechter Kerl’ (16. Jh.), eigentlich Bezeichnung der Geschlechtsteile der Hündin. hundsföttisch Adj. ‘schuftig, gemein, niederträchtig’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Scheide  ●  Fotze  vulg. · Fut  vulg. · Haartruhe  vulg., Rotwelsch · Loch  vulg. · Muschi  ugs. · Möse  vulg. · Pussy  ugs. · Spalte  vulg. · Vagina  fachspr. · Venusspalte  vulg. · Votze  vulg. · Vulva  fachspr. · Yoni  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • in die Vagina  ●  vaginal  fachspr.
  • Scheidenentzündung  ●  Kolpitis  fachspr., griechisch · Vaginitis  fachspr., lat.
Anatomie
Synonymgruppe
Scheidenvorhof · weibliche Scham  ●  Dose  vulg. · Fotze  derb · Muschi  ugs. · Möse  vulg. · Pflaume  vulg. · Vulva  fachspr. · äußere weibliche Geschlechtsteile  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Ohrlasche  ●  Backpfeife  bundesdeutsch · Maulschelle  bundesdeutsch · Ohrfeige  Hauptform · Schelle  bundesdeutsch · Dachtel  ugs., österr. · Fotze(n)  derb, österr., bayr. · Klatsche  ugs., bundesdeutsch · Knallschote  ugs., bundesdeutsch, salopp · Tätschen  ugs., österr. · Watsche(n)  ugs., bayr., österr.
Assoziationen
  • (jemanden) ohrfeigen  ●  (jemandem) eine Maulschelle verpassen  bundesdeutsch, veraltend · (jemandem) eine Ohrfeige geben  Hauptform · (jemandem) eine (he)runterhauen  ugs. · (jemandem) eine auflegen  ugs., österr. · (jemandem) eine klatschen  ugs. · (jemandem) eine kleben  ugs., bundesdeutsch · (jemandem) eine kleschen  ugs., österr. · (jemandem) eine knallen  ugs. · (jemandem) eine langen  ugs. · (jemandem) eine picken  ugs., österr. · (jemandem) eine runterhauen  ugs. · (jemandem) eine schallern  ugs., bundesdeutsch · (jemandem) eine scheuern  ugs., bundesdeutsch · (jemandem) eine schmieren  ugs. · (jemandem) rechts und links eine (he)runterhauen  ugs. · (jemandem) rutscht die Hand aus  ugs., fig., Redensart · (jemanden) abwatschen  ugs., bayr.
  • Hiebe · Körperstrafe · Prügel · Schläge · Tracht Prügel · Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (dann hat dein) Arsch Kirmes  derb · (die) Jacke voll  ugs. · (eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · Abreibung  ugs. · Dresche  ugs. · Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · Kloppe  ugs. · Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Fotze‹, ›Fotzen‹, ›Fotzn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fotze‹.

Zitationshilfe
„Fotze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fotze>, abgerufen am 18.09.2021.

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