Fränkisch, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular 1: Fränkisch · Genitiv Singular 2 (selten): Fränkischs · wird nur im Singular verwendet
Nebenform Fränkische · Substantiv (Neutrum), nur mit bestimmtem Artikel · Genitiv Singular: Fränkischen · wird nur im Singular verwendet
Die Verwendung der beiden möglichen Formen des Wortes richtet sich einerseits nach formalen Kriterien, andererseits tendenziell auch nach der beabsichtigten Bedeutung. Die Form ohne »-e« ist die einzige Möglichkeit, wo sonst starke Formen des Adjektivs gefordert wären (Ich verstehe kein Fränkisch). Sie wird gewöhnlich dann verwendet, wenn von verschiedenen Ausprägungen der Sprache die Rede ist (das alltägliche Fränkisch, im Fränkisch der Jugend) und steht häufiger als Subjekt und Objekt (ohne Artikel: Ich verstehe Fränkisch) als in anderen Rollen (der Klang ihres Fränkisch(s)). Die Form mit »-e«, die immer mit Artikel steht, kann in allen Fällen verwendet werden, wo schwache Adjektivendungen vorkommen (aus dem Fränkischen ins Hochdeutsche übertragen, der Klang ihres Fränkischen). Sie wird gewöhnlich verwendet, wenn die Sprache allgemein gemeint ist (das Fränkische ist ein schöner Dialekt).
Worttrennung Frän-kisch ● Frän-ki-sche
Grundform fränkisch
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
gemeinsprachlich
Synonym zu Ostfränkisch
Beispiele:
Fränkisch kann ich auch schon, »Bassd scho« und »Allmächd« sind meine Lieblingswörter. [Süddeutsche Zeitung, 13.11.2018]
Damit, sagt der Pathologe später im breitesten Fränkisch, werden wir weltberühmt. [Welt am Sonntag, 15.04.2018, Nr. 15]
Meine Mutter kommt gebürtig aus Marktheidenfeld, das südöstlich von Aschaffenburg liegt und vom Dialekt her schon mehr zum Fränkischen als zum Hessischen tendiert. [tigermaus8 bloggt, 01.05.2013, aufgerufen am 15.09.2018]
Gegen die Übersetzung des Triestiner Stadtdialektes ins Fränkische (!), den die Übersetzer mit drei Gründen rechtfertigen […], ist das Bedenken zu äußern, ob jener Dialekt, der dem Italienischen sehr nahe stehe[…] im Deutschen nicht besser durch eine syntaktische Formung als eine dialektale Tönung nachzubilden sei. [Die Zeit, 09.05.1986, Nr. 20]
Der größte Mundartverlag J. P. Peter Gebr. Holstein in Rothenburg veröffentlichte neue Lyrik »ernsthaft und progressiv arbeitender Mundart-Autoren« in Frankfurterisch, in Kölsch und Saarländisch, in verschiedenen Dialekten des Fränkischen wie des Niederdeutschen. [Der Spiegel, 19.04.1976, Nr. 17]
2.
fachsprachlich Gruppe der westgermanischen Sprachen, die sich aus den Mundarten der historischen Franken entwickelt haben   Ostfränkisch, Südfränkisch, Rheinfränkisch, Ripuarisch, Luxemburgisch, Niederländisch und Afrikaans
Beispiel:
1) Fränkisch (Ostfränkisch, Rheinfränkisch (Pfälzisch und Hessisch), Moselfränkisch, Ripuarisch (um Köln)) [o. A.: D. In: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 16807. Zitiert nach: o. A.: D. In: Brockhaus’ Kleines Konversation-Lexikon, Leipzig: F.A. Brockhaus 1906.]
Zitationshilfe
„Fränkisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fr%C3%A4nkisch>, abgerufen am 30.05.2020.

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