Fraß, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fraßes · Nominativ Plural: Fraße · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Fraß‹ als Erstglied: ↗Fraßfeind · ↗Fraßgang · ↗Fraßgift · ↗Fraßschaden · ↗Fraßspur
 ·  mit ›Fraß‹ als Letztglied: ↗Blattfraß · ↗Dreckfraß · ↗Flächenfraß · ↗Hundefraß · ↗Insektenfraß · ↗Kahlfraß · ↗Knochenfraß · ↗Larvenfraß · ↗Lochfraß · ↗Mauerfraß · ↗Mottenfraß · ↗Mäusefraß · ↗Rattenfraß · ↗Raupenfraß · ↗Rostfraß · ↗Saufraß · ↗Schadfraß · ↗Schlangenfraß · ↗Schneckenfraß · ↗Schweinefraß · ↗Tierfraß · ↗Vielfraß · ↗Vogelfraß · ↗Wespenfraß · ↗Wurmfraß
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Fressen
a)
salopp, derb, abwertend schlecht zubereitetes, wenig nahrhaftes Essen, Gemeinschaftsessen, das einem nicht schmeckt
Beispiele:
so ein Fraß!
er ließ den Fraß stehen
todsicher ist der Fraß eiskalt, wenn wir auf die Zelle kommen [FalladaBlechnapf24]
salopp, derb Essen, Gemeinschaftsessen
Beispiel:
Fühlte mich gut. Erstklassiger Fraß [RemarqueZeit zu leben7]
b)
Nahrung von Tieren, besonders von Raubtieren und Raubvögeln
Beispiel:
den Raubtieren Fleisch als Fraß vorwerfen
bildlich
Beispiele:
Die Weststaaten hatten die spanische Republik erwürgt und dem europäischen Faschismus zum Fraß hingeworfen (= preisgegeben, geopfert) [BredelEnkel295]
früh wird euer Fleisch den Geiern ein Fraß ... sein, Soldaten des Königs [DürrenmattEngelI]
Sind wir nicht alle Fraß der Würmer (= vergänglich) [AlexisBredowII 2,305]
2.
besonders von Insekten, Nagetieren   das Fressen
entsprechend der Bedeutung von fressen (Lesart 1 a)
Beispiele:
durch Fraß an den Wurzeln wurden die Anpflanzungen vernichtet
Der Schaden, den die Tiere [die Ratten] durch ihren Fraß in Vorratslagern und Speichern anrichten können [Gesundheit1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fressen · Fresser · Fresserei · Fraß · gefräßig · Gefräßigkeit · Fresse · Fressalien · Freßsack
fressen Vb. ‘Nahrung aufnehmen’ (von Tieren), ‘unmäßig, unkultiviert essen’, ahd. freʒʒan (8. Jh.), mhd. v(e)reʒʒen, asächs. fretan, mnd. mnl. vrēten, nl. vreten, aengl. fretan, engl. to fret (‘zerfressen’), got. fraïtan, mit dem unter ↗ver- (s. d.) behandelten Präfix gebildet zu dem unter ↗essen (s. d.) angeführten Verb (vgl. got. fra-itan), eigentlich ‘vollständig aufessen’. In diesem Sinne gilt das Verb in alter Zeit für jede Form der Nahrungsaufnahme; die oben genannte Bedeutung wird erst im Nhd. üblich. Fresser m. ‘Schlemmer, Prasser’, mhd. vreʒʒer; vgl. gleichbed. ahd. freʒʒo (Hs. 12. Jh.), filufreʒʒo (10. Jh.) und frāʒ (10. Jh.), filufrāʒ (11. Jh.), s. ↗Vielfraß. Fresserei f. ‘üppige, schwelgerische Mahlzeit’ (15. Jh.). Fraß m. ‘unschmackhaftes Essen’ (dafür auch die Substantivierung das Fressen), mhd. vrāʒ ‘das Essen, Fressen’, auch ‘Fresser, Gefräßigkeit’. gefräßig Adj. ‘mit übermäßiger Eßlust behaftet, gierig’ (16. Jh.); vgl. ahd. frāʒīg (Hs. 12. Jh.), mhd. vræʒec. Gefräßigkeit f. (16. Jh.), vgl. mhd. vræʒecheit. Fresse f. derb für ‘Mund’ (16. Jh.), nach der elementaren Funktion dieses Gesichtsteils. Fressalien Plur. ‘Lebensmittel, Eßwaren’ (19. Jh.), latinisierende Bildung der Studentensprache (vgl. Viktualien). Freßsack m. ‘Vielfraß’ (19. Jh.), zuvor ‘Speise-, Futtersack’ (Adelung).

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
schlechtes Essen  ●  Fraß  derb · ↗Hundefraß  derb · ↗Saufraß  derb · ↗Schlangenfraß  derb · ↗Schweinefraß  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
  • bedenklicher Brei · fragwürdiger Brei  ●  ↗Pampe  derb · undefinierbare Pampe  derb, Hauptform
  • (im Essen) herumstochern · (jemandem) nicht schmecken · herumkauen auf · mit langen Zähnen essen · widerwillig essen
Antonyme
  • Fraß  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestie Fisch Geier Hofhund Hund Krokodil Löwe Medium Publikum Raubtier Schwein Tier Vogel Wolf Zoo hinwerfen mies vorsetzen vorwerfen Öffentlichkeit überlassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fraß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Fraß an den Herzblättern läßt diese vergilben, und es treten Wachstumsstörungen auf.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 344
Er warf sich selbst den Tigern in einem Zoo zum Fraß vor.
Die Welt, 20.04.2004
Länger werdet ihr da drin nicht auf eurem Fraß hocken.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 390
Balla kroch wieder unter den Schuppen, ließ die Säge an und tischte ihr Bretter zum Fraß auf.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 475
Wir schlingen den Fraß hinunter, legen unsere Jacken unter den Kopf und schlafen.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 192
Zitationshilfe
„Fraß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fraß>, abgerufen am 24.04.2019.

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