Frachtbrief, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFracht-brief (computergeneriert)
WortzerlegungFrachtBrief
Wortbildung mit ›Frachtbrief‹ als Letztglied: ↗Seefrachtbrief
eWDG, 1967

Bedeutung

Begleiturkunde für eine Frachtsendung
Beispiel:
einen Frachtbrief ausstellen, ausfüllen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brief · Bannbrief · Frachtbrief · Kaufbrief · Schuldbrief · verbriefen · Sendbrief · brieflich · Briefwechsel · Briefmarke
Brief m. ‘persönliches, adressiertes Schriftstück’, ahd. briaf (9. Jh.), mhd. mnl. nl. brief, asächs. mnd. anord. brēf, schwed. brev sowie engl. brief ‘Anweisung, Instruktion’ sind entlehnt aus lat. brevis (libellus) oder spätlat. breve n. ‘kurzes Schreiben, Urkunde’ (6. Jh.), zum Adjektiv lat. brevis ‘kurz, klein’. Vor der Übernahme ins Ahd. muß bereits Längung des -e- eingetreten sein, so daß der Diphthong -ia- entstehen kann. Demgegenüber wird anord. asächs. mnd. und mengl. -ē- bewahrt, in den nord. Sprachen auch das neutrale Genus (nach lat. breve n.). Die älteste Bedeutung ‘Schreiben, Urkunde’ (9. Jh.) bleibt in vielen Verbindungen erhalten: Brief und Siegel (14. Jh.), Bannbrief m. (14. Jh.), Frachtbrief m. (17. Jh.), ↗Freibrief ‘Privileg’ (14. Jh., s. d.), Kaufbrief m. (15. Jh.), Schuldbrief m. (15. Jh.), ↗Steckbrief ‘öffentlich bekanntgemachte Personenbeschreibung eines Flüchtigen’ (16. Jh., s. d.); dazu auch verbriefen Vb. ahd. firbriaven (9. Jh.), mhd. verbrieven ‘urkundlich feststellen’. In den folgenden Wendungen und Zusammensetzungen wird die ältere Bedeutung ‘Urkunde’ durch die (seit dem 12. Jh. bezeugte) heute allein übliche Bedeutung von Brief (zuerst in mhd. sentbrief, nhd. Sendbrief m. ‘an jmdn. bzw. mehrere gerichtetes Schriftstück’, auch ‘Denkschrift’) abgelöst: offener Brief ‘öffentliche Urkunde, Bekanntmachung, Mitteilung’ (13. Jh.), später ein in einer Zeitung abgedrucktes oder als Vervielfältigung versandtes Schriftstück (19. Jh.), Briefkasten m. ‘Urkundentruhe’ (15. Jh.), seit 1824 ‘Postbriefkasten’, Briefträger m., mhd. brieftrager ‘Gerichtsbote, der amtliche Schreiben austrägt’ (14. Jh.), seit dem 18. Jh. ‘Postbriefzusteller’. brieflich Adj. ahd. briaflīh ‘schriftlich, brieflich’ (10. Jh.), mhd. brievelīchen Adv. Briefwechsel m. bereits Mitte des 16. Jhs. belegt, danach 1644 von Harsdörfer als Verdeutschung von ↗Korrespondenz (s. d.) vorgeschlagen. Briefmarke f. (Mitte 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gut ausstellen durchgehend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frachtbrief‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Elektronische Frachtbriefe befinden sich im internationalen Verkehr aber noch im Stadium des Versuchs.
Die Zeit, 26.01.2006, Nr. 05
Der Absender hat der Bahn auf Verlangen einen Frachtbrief auszustellen.
Eltzbacher, Paul: Deutsches Handelsrecht, Berlin: Simon 1925 [1924], S. 375
Denn die auf der Rückseite des jeweiligen Frachtbriefs abgedruckten Geschäftsbedingungen seien so klein gedruckt gewesen, dass man sie ohne Lupe überhaupt nicht entziffern könne.
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2001
Beim Stückgut handelt es sich daher um Frachtstücke, die einzeln verpackt und mit eigenem Frachtbrief versehen sind.
o. A. [fi]: Stückgut. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1975]
Es seien nur genannt Lagerschein, Frachtbrief, Ladeschein, Scheck, Wechsel, Versicherungspolice.
Penndorf, Balduin: Die Berufsausbildung und Weiterbildung des Kaufmanns, Stuttgart: Violet [1912], S. 88
Zitationshilfe
„Frachtbrief“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Frachtbrief>, abgerufen am 26.06.2019.

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