Frack, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Frack(e)s · Nominativ Plural: Fräcke
Nebenform umgangssprachlich Frack · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Frack(e)s · Nominativ Plural: Fracks
Aussprache
Wortbildung mit ›Frack‹ als Erstglied: ↗Frackhemd · ↗Frackhose · ↗Fracksausen · ↗Frackschoß · ↗Frackweste
 ·  mit ›Frack‹ als Letztglied: ↗Kellnerfrack · ↗Leihfrack · ↗Reitfrack · ↗Staatsfrack
eWDG, 1967

Bedeutung

meist schwarzer Herrenrock mit langen Schößen und breiten, mit Seide belegten Revers, der mit langer Hose mit seitlichem Bortenbesatz und mit Weste vor allem als großer Gesellschaftsanzug getragen wird
Beispiele:
er trug bei seiner Hochzeit einen Frack
im Frack erscheinen
im Frack ins Theater gehen
ein schwarzer Frack
sich [Dativ] einen Frack leihen
die Jacketts, Smokings, Gehröcke, Fräcke ... in allen Gradabstufungen der gesellschaftlichen Feierlichkeit [Th. MannBuddenbrooks1,632]
der berühmte Dirigent mit den Krähenschwänzen seines Frackes [FrischStiller167]
ein Kellner in fettigem Frack [Th. MannBuddenbrooks1,354]
salopp, abwertend abgetragenes, ausgewachsenes, altmodisches Kleidungsstück
Beispiel:
diesen (alten) Frack kann ich nicht mehr anziehen
salopp, scherzhaft, übertragen
Beispiele:
jmdm. den Frack vollhauen (= jmdn. tüchtig verhauen)
jmdm. saust, geht der Frack (= jmd. hat große Angst)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frack m. ‘großer Gesellschaftsanzug der Herren’, ursprünglich Zeichen des gegenüber höfischer Mode sich emanzipierenden Bürgertums, zunächst in England, dann auch in Frankreich und Deutschland (Werthertracht). Im 18. Jh. wird engl. frock ‘langes, mantelartiges Kleidungsstück’, älter ‘lange Mönchskutte, langer Mantel oder Tunika’ ins Dt. entlehnt. Die offene Aussprache von engl. -o- führt zu nhd. Frack (und frz. frac). Ausgangsform ist afrz. frz. froc ‘Mönchskutte’, das aus dem Germ. herzuleiten ist, s. ↗Rock1.

Thesaurus

Synonymgruppe
Frack · großer Gesellschaftsanzug
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (kleiner) Gesellschaftsanzug · ↗Abendanzug · ↗Smoking
  • in Festtagsgala · in Galakleidung · in Galauniform · in vollem Ornat · in voller Kluft  ●  in Festkleidung  Hauptform · in vollem Wichs  auch figurativ · ausstaffiert wie Graf Koks von der Gasanstalt  ugs. · geschmückt wie ein Pfingstochse  ugs. · in großer Toilette  geh., veraltend · schwer in Schale  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Frack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abendkleid Abendrobe Ballkleid Binde Brautkleid Claque Cut Fliege Gehrock Halsbinde Hamlet Kellner Knopfloch Lackschuh Melone Messingknopf Robe Saaldiener Schärpe Smoking Vatermörder Weste Zylinder bestickt dunkelblau geliehen goldbestickt maßgeschneidert sitzend tadellos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frack‹.

Verwendungsbeispiele für ›Frack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Herren im Cut, im Frack, mit Zylinder - schwitzen für die Tradition bei 30 Grad im Schatten.
Bild, 19.08.2002
Zu seiner Rechten hämmert eine Frau im roten Frack auf ihr Piano ein.
Die Welt, 27.11.2000
Aber freilich, trug er nicht ohnehin seit jenem Tage den Frack des Diplomaten?
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 203
Ich erzähle von meiner nächtlichen Unterhaltung mit dem Herrn im Frack.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Herrn Dames Aufzeichnungen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 8384
Auch ohne Frack und ohne Smoking kann man tadellos angezogen sein.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3079
Zitationshilfe
„Frack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Frack>, abgerufen am 24.02.2020.

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