Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Fragezeichen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Fra-ge-zei-chen
Wortzerlegung Frage Zeichen
eWDG

Bedeutung

Satzzeichen, das nach direkten Fragesätzen und nach Fragewörtern steht (»?«)
Beispiele:
ein Fragezeichen setzen
hier muss ein Fragezeichen stehen
umgangssprachlichwie ein Fragezeichen (= sehr krumm) dastehen, dasitzen
umgangssprachlichwie ein Fragezeichen aussehen (= eine schlechte Körperhaltung haben)
bildlich
Beispiel:
hinter diese Behauptung muss man ein großes Fragezeichen setzen (= diese Behauptung ist sehr unglaubwürdig)
übertragen ungelöstes Problem
Beispiel:
Gut, daß das noch nicht erfunden ist, daß da noch ein paar Fragezeichen bleiben [ F. WolfGrenze5,181]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frage · fragen · fraglich · Fragezeichen · fragwürdig
Frage f. ‘eine Antwort verlangende sprachliche Äußerung’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Subst. ahd. frāga (9. Jh.; daneben ein selteneres, grammatischen Wechsel aufweisendes frā̌ha, um 800), mhd. mnd. vrāge, mnl. vrāghe, nl. vraag entstammt (dehnstufig) einem germ., im Dt. untergegangenen Verb, das in aengl. frignan, anord. fregna ‘fragen’ erhalten ist. Es gehört mit forschen (s. d.) und den außergerm. Verwandten lat. precārī ‘bitten’, aind. pṛṣṭhám n. ‘Rätselfrage’, awest. paršta- ‘Gerichtsfrage’ zu ie. *perk̑-, *prek̑-, *pṛk̑- ‘fragen, bitten’. Das zugehörige Verb fragen ‘eine Antwort erbitten, sich erkundigen’, ahd. frāgēn (8. Jh.), -frāgōn (um 800), mhd. vrāgen, asächs. frāgon, mnd. vrāgen ist eine Ableitung vom Substantiv. fraglich Adj. ‘unsicher, zweifelhaft’ (Anfang 17. Jh., üblich erst im 19. Jh.); unabhängig davon ahd. frāgalīhho Adv. ‘fragend’ (11. Jh.). Fragezeichen n. ‘eine Frage kennzeichnendes Satzzeichen’ (16. Jh.), für lat. sīgnum interrogātiōnis. fragwürdig Adj. ‘zweifelhaft’, eigentlich ‘des Fragens wert’ (18. Jh.), von A. W. Schlegel als Übersetzung von engl. questionable ‘fraglich, zweifelhaft’ in Shakespeares „Hamlet“ gebildet.

Typische Verbindungen zu ›Fragezeichen‹ (berechnet)

anbringen aufwerfen betreffen bleiben blinkend dick etlich grosse grosses groß grösseres grösste hinterlassen hinterliess hängen klärend malen ranken riesengroß riesig schweben setzen spielen stehen tauchen viel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fragezeichen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fragezeichen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so juristisch schlau wie das Fragezeichen war der ganze Artikel. [Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 1055]
Es gibt, systemimmanent, noch viele Fragezeichen in der Wissenschaft – trotz des gewaltigen Wissens, das bis heute angehäuft worden ist. [o. A.: Inhalt. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1997 [1996]]
Oft blinkt Ihnen beim Start nur ein Fragezeichen entgegen, obwohl keines der genannten Probleme dafür verantwortlich sein kann. [C't, 1995, Nr. 1]
Das neckische Fragezeichen hätte man sich auch da sparen können. [konkret, 1999]
Dennoch möchte ich hinter diesem Werk sozusagen drei Fragezeichen machen. [konkret, 1991]
Zitationshilfe
„Fragezeichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fragezeichen>.

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