Fraktion, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fraktion · Nominativ Plural: Fraktionen
Aussprache
WorttrennungFrak-ti-on
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Fraktion‹ als Erstglied: ↗Fraktionsausschuss · ↗Fraktionsbildung · ↗Fraktionsdisziplin · ↗Fraktionsführer · ↗Fraktionsmitglied · ↗Fraktionssitzung · ↗Fraktionsspitze · ↗Fraktionssprecher · ↗Fraktionsstärke · ↗Fraktionsvize · ↗Fraktionsvorsitzende · ↗Fraktionsvorstand · ↗Fraktionszwang · ↗fraktionell · ↗fraktionslos · ↗fraktionsübergreifend
 ·  mit ›Fraktion‹ als Letztglied: ↗Benzinfraktion · ↗Bürgerschaftsfraktion · ↗Landtagsfraktion · ↗Oppositionsfraktion · ↗Parlamentsfraktion · ↗Regierungsfraktion · ↗Stadtratsfraktion · ↗Unionsfraktion
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Gesamtheit der Abgeordneten einer Partei in einer parlamentarischen Institution
Beispiele:
Vertreter aller Fraktionen ergriffen das Wort
zwischen der Fraktion der Regierungspartei und der Fraktion der Oppositionspartei kam es zu scharfen Auseinandersetzungen
2.
innerhalb einer Partei bestehende Gruppe von Parteiangehörigen, die sich abgesondert hat
Beispiel:
innerhalb der Partei hatte sich eine Fraktion gebildet
3.
Chemie abgetrennter Bestandteil eines Stoffgemisches
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fraktion · Fraktionszwang
Fraktion f. ‘Zusammenschluß der Abgeordneten einer Partei oder Organisation innerhalb einer Volksvertretung bzw. eines Parlaments, Gruppe innerhalb einer Partei’. Aus spätlat. frāctio (Genitiv frāctiōnis) ‘das Brechen, Zerbrechen’ (zu lat. frangere ‘zerbrechen’, s. ↗Fraktur), daher zunächst (18. Jh.) ‘Teilung, Aufteilung, Teil’, danach auch politischer Terminus ‘Gruppierung, Gruppe’ (30er Jahre 19. Jh.). Fraktionszwang m. ‘Verpflichtung, geschlossen mit der Fraktion zu handeln oder zu stimmen’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
(linkes o.ä.) Spektrum · ↗Block · ↗Flügel · Fraktion · ↗Gruppe · ↗Gruppierung · ↗Lager
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Bundestagsfraktion
  • (das) eigene Haus  fig. · (das) eigene Lager  politisch · (die) eigenen Leute  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordnete Abgeordnetenhaus Antrag Bundestag Bündnis Europaparlament Geschäftsführer Grüne Klausurtagung Landesvorstand Landtag Mitglied Parlament Partei Sondersitzung Sprecher Sprecherin Volkspartei Vorsitzende beid beraten drittstark eigen einbringen grün liberal sozialdemokratisch sozialistisch stark zweitstark

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fraktion‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wohl aber war die Zusammenarbeit der beiden großen Fraktionen damals besser als heute.
Die Zeit, 13.08.2007, Nr. 34
Allein schon angesichts der aufbegehrenden Linken in der eigenen Fraktion ist die künftige Mehrheit fraglich.
Der Tagesspiegel, 06.06.2005
Die Integration der Fraktionen ist sehr viel stärker als die des ganzen Parlaments.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 1041
Jetzt war er »wild«, d.h. er gehörte keiner Fraktion an.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5146
Die Fraktion war sehr fleißig in der Stellung von Anträgen.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4296
Zitationshilfe
„Fraktion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fraktion>, abgerufen am 21.03.2019.

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