Franzbranntwein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFranz-brannt-wein
WortzerlegungFranzBranntwein
eWDG, 1967

Bedeutung

alkoholisches, mit Weingeist versetztes Einreibemittel
Beispiel:
die Schwester rieb den Kranken mit Franzbranntwein ein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Branntwein · Brandy · Franzbranntwein
Branntwein m. ‘durch Destillation gewonnenes alkoholisches Getränk’, hergestellt (seit dem 13. Jh.) aus Wein, dann auch aus Getreide oder Früchten, mhd. gebranter wīn, zu ↗brennen (s. d.) im Sinne von ‘(zur Gewinnung eines konzentrierten Produkts) stark erhitzen, destillieren’. Im 16. Jh. wird die Vorsilbe des Partizips oft unterdrückt, und aus flektierten Formen entstehen Zusammenrückungen wie brandtenwīn, brentenwein, brantewein (Binnenflexion hält sich bis Ende 18. Jh.). Vgl. auch mnd. brandewīn, nl. brandewijn, woraus engl. brand(e)wine, brandy wine, das zu brandy verkürzt wird, in dt. Entlehnung Brandy m. (19. Jh.). Franzbranntwein m. im 17. Jh. allgemein ‘französischer Branntwein’, heute nur noch in der pharmazeutischen Fachsprache für ein (künstlich hergestelltes) durchblutungsförderndes Einreibemittel.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alte Leute auf dem Land gehen nicht gern zum Arzt; sie greifen, wenn etwas weh tut, zum Franzbranntwein oder zur Pferdesalbe.
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2002
Es riecht nach Franzbranntwein und den Salben, die man sich abends auf die Brust schmiert, wenn man erkältet ist.
Die Zeit, 06.02.2012, Nr. 06
Damals bedeutete der Geruch von Waldmeister oder Franzbranntwein ein wichtiges Erkennungszeichen, gut zu trennen von seinem Eau de Cologne.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 99
Als normaler Sterblicher reibt man sich bei Muskelkater zum Beispiel mit Franzbranntwein ein.
Der Tagesspiegel, 16.02.2000
Aber auch nichtinhaftierte Alkoholiker nehmen, wenn sich kein besserer Stoff bietet, Haarwasser, Franzbranntwein oder alkoholhaltige Medikamente.
Die Zeit, 07.12.1973, Nr. 50
Zitationshilfe
„Franzbranntwein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Franzbranntwein>, abgerufen am 16.12.2018.

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