Frauenzimmer, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFrau-en-zim-mer
WortzerlegungFrauZimmer
eWDG, 1967

Bedeutung

Frau
Beispiele:
salopp, abwertendso ein unverschämtes, dummes, albernes Frauenzimmer
salopp, abwertender hatte sich mit zweideutigen, liederlichen Frauenzimmern sehen lassen
salopp, abwertendlass dich nicht mit diesem Frauenzimmer ein
saloppsie ist ein tolles Frauenzimmer
salopp, abwertendGottfried von Radenows junger Sohn ... ging zu den Frauenzimmern (= zu den in schlechtem Ruf stehenden Frauen) im Ellernbrook [Bergengr.Feuerprobe3]
saloppKolossal, die Altmann! Auch als Frauenzimmer [BrechtCommune10]
veraltetEs war ein wohlgestaltetes Frauenzimmer von großer Schönheit [G. KellerPankraz6,35]
veraltet Frauenzimmerchen, Frauenzimmerchen, ich sehe, Sie ist hübsch [LessingMinnaIII 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frau · Hausfrau2 · Fräulein · fraulich · frauenhaft · Frauentag · Frauenzimmer
Frau f. ‘erwachsener weiblicher Mensch, Ehefrau’, auch in der Anrede (dabei erst neuerdings nicht mehr auf Verheiratete beschränkt), ahd. frouwa ‘Herrin’ (9. Jh.), mhd. mnd. vrouwe, asächs. frūa (aus dem Dt. entlehnt mnl. vrouwe, nl. vrouw?) sowie der Name der Göttin anord. Freyja sind movierte Feminina zu ahd. frō ‘Herr’ und seinen Entsprechungen (s. ↗Frone). In der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung ist ahd. frouwa, mhd. vrouwe Standesbezeichnung und Anrede für die verheiratete Edeldame als Vorsteherin des Hauswesens. Demgegenüber steht mhd. wīp (s. ↗Weib) als Geschlechtsbezeichnung, wird aber mit dem Aufkommen der bürgerlichen Literatur von Frau allmählich verdrängt. Jedoch erst im 18. Jh. wird durch die Emanzipation des Bürgertums Frau allgemein und beginnt zu Anfang des 19. Jhs. Madame in der Anrede für Bürgerfrauen abzulösen. Hausfrau2 f. ‘Hausherrin’, mhd. hūsvrouwe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Fräulein n. ‘erwachsene weibliche unverheiratete Person’, mhd. vrouwelīn ‘Herrin, Gebieterin, junge unverheiratete Edeldame’ (vgl. ahd. jungfrouwilīn, Hs. 12. Jh.) bleibt wie Frau ursprünglich als Standesbezeichnung und Anrede dem Adel vorbehalten. Im 18. Jh. wird Fräulein allgemeine Bezeichnung für junge unverheiratete Mädchen und verdrängt zu Beginn des 19. Jhs. die Anrede Jungfer, Mademoiselle, Mamsell für Bürgermädchen. fraulich Adj. ‘weiblich, mütterlich’, mhd. vrouwelich ‘weiblich, einer Herrin entsprechend’. frauenhaft Adj. ‘einer Frau entsprechend’ (18. Jh.). Frauentag m. am 8. März begangener internationaler Gedenktag für die Rechte der Frauen (um 1910; ohne Zusammenhang mit spätmhd. vrouwentag ‘kirchlicher Festtag zu Ehren Marias’). Frauenzimmer n. ‘Frau’, ursprünglich (15. Jh.) ‘Gemach der Herrin, Aufenthaltsraum der Frauen’; seit dem 16. Jh. übertragen auf die sich dort aufhaltenden Frauen, das weibliche Hofgefolge, die weibliche Dienerschaft, seit dem 17. Jh. auch Bezeichnung für die ‘Frau’ als Einzelwesen. Noch im 18. Jh. in neutraler Verwendung üblich, später (19. Jh.) meist scherzhaft oder geringschätzig; vgl. Seebold Etymologie (1981) 15 ff.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Eva · ↗(eine) Sie · ↗Dame · ↗Evastochter · ↗Frauensperson · Vertreterin des schönen Geschlechts · Vertreterin des weiblichen Geschlechts · ↗Weibsbild · weibliche Person · weiblicher Mensch  ●  Frau  Hauptform · Frauenzimmer  veraltet · Person weiblichen Geschlechts  Amtsdeutsch · ↗Weib  veraltend · weibliches Wesen  scherzhaft · ↗Braut  ugs., salopp · ↗Grazie (eingeschränkter Gebrauch)  ugs. · ↗Kalle  derb, Gaunersprache · ↗Lady  ugs., salopp, engl. · ↗Mutti  ugs. · ↗Perle  ugs., regional, salopp · ↗Schnalle  ugs., salopp · ↗Tante  ugs. · ↗Trine  ugs., schimpfwort, selten · ↗Weibsen  ugs., Plural, abwertend, scherzhaft · ↗Weibsperson  ugs. · ↗Weibsstück  derb, abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dame Entfernung Mädchenzentrum dumm emanzipiert fremd gebildet gelehrt hysterisch hübsch leichtsinnig liederlich nackt ordentlich schön

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frauenzimmer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der "Jude G." liege "alle Nächte mit einem arischen Frauenzimmer im Bett.
Die Zeit, 26.07.2013, Nr. 30
Es gibt in der Tat viele Frauenzimmer auf der Welt, und einige darunter sind schön.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 318
Was konnte man daraufhin mit dem scheinheiligen Frauenzimmer anderes tun, als sie noch mehr liebzuhaben.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 276
Die zwanzig hübschen Frauenzimmer mußten die Hände in die Hütten stemmen und sich drehen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26480
Sogar die längst vergessenen Riechfläschchen für nervöse Frauenzimmer sind im Angebot.
Die Welt, 17.12.2002
Zitationshilfe
„Frauenzimmer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Frauenzimmer>, abgerufen am 09.12.2019.

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