Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

Freihandel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Freihandels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFrei-han-del
WortzerlegungfreiHandel1
Wortbildung mit ›Freihandel‹ als Erstglied: ↗Freihandelsabkommen · ↗Freihandelszone
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutung

nicht durch Zölle, Ein- und Ausfuhrverbote o. ä. Instrumente beschränkter internationaler Handel¹ (1)
Beispiele:
Freihandel, also eine Welt ohne Zölle und andere Handelsschranken, sei der bessere Weg, glaubt der Experte. [Die Zeit, 13.06.2013, Nr. 25]
Freihandel und Globalisierung sind heute in den USA genauso wie in vielen anderen westlichen Industriestaaten heftigem Gegenwind ausgesetzt. [Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2016]
Ziel ist es, durch den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen den internationalen Freihandel zu fördern. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2005]
Für Ökonomen ist der Freihandel eine Herzenssache, für normale Menschen dagegen ein abstraktes, im Zweifel gefährliches Ding, dem der eigene Arbeitsplatz zum Opfer fallen kann. [Die Zeit, 04.02.1999, Nr. 06]
Wir haben als die beiden Extreme auf der einen Seite den Grundsatz des Freihandels, auf der andern denjenigen staatlicher Regulierung. [Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 4681]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der internationale, weltweite, globale, regionale, europäische, transatlantische Freihandel; vollständiger, echter, umfassender, totaler, unbeschränkter, unbegrenzter, ungezügelter Freihandel
als Akkusativobjekt: Freihandel predigen, fordern, einführen, fördern, vereinbaren, vorantreiben, anstreben, befürworten
in Präpositionalgruppe/-objekt: Verhandlungen, ein Abkommen über den Freihandel; ein Bekenntnis zum Freihandel; für den Freihandel eintreten, werben; vom Freihandel profitieren
in Koordination: Freihandel und Globalisierung, Protektionismus, Freizügigkeit
als Genitivattribut: das Prinzip, die Ausweitung, der Vorteil, die Stärkung, die Förderung des Freihandels
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frei · Freiheit · befreien · Befreiung · freilich · Freibank · Freibeuter · Freibrief · Freidenker · Freigeist · Freihafen · Freihandel · Freiherr · Freifrau · Freimaurer · freimütig · Freimütigkeit · Freimut · Freistaat · Freistatt · Freistätte · Freitod · freiwillig · Freiwilligkeit · Freizeit
frei Adj. ‘unabhängig, unbeschränkt’, ahd. frī (um 800), mhd. mnd. mnl. vrī, nl. vrij, asächs. frī- in frīlīk ‘frei’, aengl. frēo, engl. free, got. freis gehören mit kymr. rhydd ‘frei’ zur Wurzel ie. *prāi-, *prī- ‘gern haben, schonen, friedlich-frohe Gesinnung’ wie auch aind. priyáḥ ‘eigen, lieb’, prīṇā́ti ‘erfreut, ergötzt, ermuntert, findet Gefallen an etw., genießt’, (vielleicht) griech. prāÿ́s (πραΰς, aus *πραι̯υ-?) ‘sanft, gelinde, zahm’, aslaw. prịjati ‘hold sein, beistehen’, mruss. prijat’ (npuяmь) ‘begünstigen, wohlgesinnt sein’, aslaw. prịjatelь, russ. prijátel’ (приятель) ‘Freund’ sowie ↗freien, ↗Freitag, ↗Freund, ↗Friede, ↗Friedhof (s. d.). Vgl. dazu ahd. frīhelsī, aengl. frēols, got. freihals ‘Freiheit’, anord. frjāls ‘frei’, die wohl von der ‘Unantastbarkeit des Halses’ (eines freien Mannes im Gegensatz zum Unfreien) ausgehen. Die sich nur im Germ. und Kelt. vollziehende Entwicklung von ‘lieb’ zu ‘frei, unabhängig’ erklärt sich aus einer Vorstellung ‘zu denen gehörig, die man gern hat und schont’, also den Freunden, den Stammesgenossen (im Gegensatz zu den stammesfremden Unfreien und Kriegsgefangenen). Freiheit f. ‘Unabhängigkeit’, ahd. frīheit (um 1000, Notker), mhd. vrīheit, auch ‘Privileg, privilegierter Bezirk’, vgl. nhd. Schloß-, Baufreiheit. befreien Vb. ‘unabhängig machen, erlösen’, mhd. bevrīen; vgl. mhd. vrīen, nhd. (älter) freien ‘frei machen’ (s. ↗Gefreiter). Befreiung f. ‘Entledigung (von Verbindlichkeiten), Erlösung’ (15. Jh.). freilich Adv. ‘gewiß, bestimmt, allerdings’, mhd. vrīlīche(n) ‘unbehindert, freimütig, offenbar, unbekümmert, frischweg, ohne Zaudern’; vgl. ahd. frīlīh Adj. (9. Jh.), mhd. vrīlich ‘frei, schrankenlos, unbefangen’. Freibank f. ‘Verkaufsstand für wertgemindertes Fleisch’ (19. Jh.), älter ‘für alle Fleischer zur freien Benutzung stehender Verkaufsstand’ (16. Jh.). Freibeuter m. ‘Pirat, Seeräuber’ (16. Jh.), mnd. vrībǖter ‘mit Vollmacht zum Kapern feindlicher Schiffe ausgerüsteter Schiffsführer oder Seemann, Seeräuber’, nl. vrijbuiter. Freibrief m. ‘verbrieftes Privileg, Anrechtsurkunde’ (15. Jh.), heute meist übertragen ‘Erlaubnis’ (für sonst Unstatthaftes), älter ‘Freilassungsurkunde’ (für einen Unfreien). Freidenker m. ‘von Religion Unabhängiger, nur der Vernunft, den eigenen Anschauungen Verpflichteter’ (18. Jh.), Übersetzung von engl. freethinker, nach einer gleichnamigen englischen Wochenschrift; dazu Freidenkerei, freidenkerisch (18. Jh.). Freigeist m. ‘geistig unabhängiger Mensch’, zunächst ‘Ketzer, Religionsverächter’ (17. Jh.); früher bezeugt ist freier Geist ‘Ketzer, Sektierer’ (seit 14. Jh.); dazu Freigeisterei (18. Jh.). Freihafen m. ‘Hafen außerhalb des Zollgebietes’ (18. Jh.). Freihandel m. ‘von Zollschranken und anderen einzelstaatlichen Beschränkungen unbehinderter Handel’ (19. Jh.), Übersetzung von engl. free trade. Freiherr m. Freifrau f. dem Baron entsprechender Adelstitel, spätmhd. vrīherre ‘freier Edelmann’, vrīvrouwe. Freimaurer m. Angehöriger einer übernationalen Gemeinschaft mit humanitärer Zielstellung (18. Jh.). Der in England gegründete Geheimbund bedient sich der Symbole und Bräuche mittelalterlicher Bauhütten, aus denen sich der Name herleitet, engl. freemason, frz. franc-mac̦on (s. ↗Steinmetz); Freimaurerei f. (18. Jh.). freimütig Adj. ‘offen, unerschrocken’, mhd. vrīmüetic; Freimütigkeit f. ‘Unerschrockenheit’ (16. Jh.), auch Freimut m. (17. Jh.), vereinzelt bereits mhd. vrīmuot. Freistaat m. ‘Republik’ (1768 von der Schweizer Eidgenossenschaft; nach Abschaffung der Monarchie 1918 nennen sich die meisten deutschen Länder Freistaat, heute noch die ehemaligen Königreiche Sachsen und Bayern). Freistatt, Freistätte f. ‘Zufluchtsort, Asyl’, im 14. Jh. bereits als Flurname, allgemein gebräuchlich seit dem 17. Jh. Freitod m. euphemistisch für ‘Selbstmord’ (Ende 19. Jh.), nach Vom freien Tod (Nietzsche, Zarathustra, 1883). freiwillig Adj. ‘aus eigenem Antrieb’ (16. Jh.), älter Freiwilligkeit f. ‘eigener innerer Antrieb’ (15. Jh.). Freizeit f. ‘arbeitsfreie Zeit, Zeit der Erholung’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkehr Advokat Agrarprodukt Aufrechterhaltung Ausweitung Befürworter Bekenntnis Deregulierung Eintreten Freizügigkeit Globalisierung Hohelied Hüter Kapitalverkehr Konvertibilität Marktwirtschaft Protektion Protektionismus Schutzzoll Segnung Verfechter Vorkämpfer Welthandelsorganisation global multilateral predigen transatlantisch unbeschränkt ungehemmt ungezügelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Freihandel‹.

Zitationshilfe
„Freihandel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Freihandel>, abgerufen am 18.11.2019.

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