Freizeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungFrei-zeit (computergeneriert)
WortzerlegungfreiZeit
Wortbildung mit ›Freizeit‹ als Erstglied: ↗Freizeitbekleidung · ↗Freizeitbeschäftigung · ↗Freizeitgestaltung · ↗Freizeithemd · ↗Freizeitjacke · ↗Freizeitkleidung · ↗Freizeitmöglichkeit · ↗Freizeitprogramm · ↗Freizeitsegment · ↗Freizeitsport · ↗Freizeitsportler · ↗Freizeittarif
 ·  mit ›Freizeit‹ als Letztglied: ↗Bibelfreizeit · ↗Ferienfreizeit · ↗Singefreizeit · ↗Wochenendfreizeit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Zeit, die nicht durch berufliche, schulische Pflichten in Anspruch genommen ist
Beispiele:
in meiner Freizeit lese ich viel
während der Freizeit Sport treiben
seine Freizeit sinnvoll verbringen
dafür musste ich meine ganze Freizeit opfern
in diesem Beruf hast du geregelte Freizeit
2.
von kirchlicher Seite veranstaltetes (mehrtägiges) Beisammensein, das der Aussprache über ein bestimmtes Thema und der Erholung dient
Beispiel:
an einer Freizeit teilnehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frei · Freiheit · befreien · Befreiung · freilich · Freibank · Freibeuter · Freibrief · Freidenker · Freigeist · Freihafen · Freihandel · Freiherr · Freifrau · Freimaurer · freimütig · Freimütigkeit · Freimut · Freistaat · Freistatt · Freistätte · Freitod · freiwillig · Freiwilligkeit · Freizeit
frei Adj. ‘unabhängig, unbeschränkt’, ahd. frī (um 800), mhd. mnd. mnl. vrī, nl. vrij, asächs. frī- in frīlīk ‘frei’, aengl. frēo, engl. free, got. freis gehören mit kymr. rhydd ‘frei’ zur Wurzel ie. *prāi-, *prī- ‘gern haben, schonen, friedlich-frohe Gesinnung’ wie auch aind. priyáḥ ‘eigen, lieb’, prīṇā́ti ‘erfreut, ergötzt, ermuntert, findet Gefallen an etw., genießt’, (vielleicht) griech. prāÿ́s (πραΰς, aus *πραι̯υ-?) ‘sanft, gelinde, zahm’, aslaw. prịjati ‘hold sein, beistehen’, mruss. prijat’ (npuяmь) ‘begünstigen, wohlgesinnt sein’, aslaw. prịjatelь, russ. prijátel’ (приятель) ‘Freund’ sowie ↗freien, ↗Freitag, ↗Freund, ↗Friede, ↗Friedhof (s. d.). Vgl. dazu ahd. frīhelsī, aengl. frēols, got. freihals ‘Freiheit’, anord. frjāls ‘frei’, die wohl von der ‘Unantastbarkeit des Halses’ (eines freien Mannes im Gegensatz zum Unfreien) ausgehen. Die sich nur im Germ. und Kelt. vollziehende Entwicklung von ‘lieb’ zu ‘frei, unabhängig’ erklärt sich aus einer Vorstellung ‘zu denen gehörig, die man gern hat und schont’, also den Freunden, den Stammesgenossen (im Gegensatz zu den stammesfremden Unfreien und Kriegsgefangenen). Freiheit f. ‘Unabhängigkeit’, ahd. frīheit (um 1000, Notker), mhd. vrīheit, auch ‘Privileg, privilegierter Bezirk’, vgl. nhd. Schloß-, Baufreiheit. befreien Vb. ‘unabhängig machen, erlösen’, mhd. bevrīen; vgl. mhd. vrīen, nhd. (älter) freien ‘frei machen’ (s. ↗Gefreiter). Befreiung f. ‘Entledigung (von Verbindlichkeiten), Erlösung’ (15. Jh.). freilich Adv. ‘gewiß, bestimmt, allerdings’, mhd. vrīlīche(n) ‘unbehindert, freimütig, offenbar, unbekümmert, frischweg, ohne Zaudern’; vgl. ahd. frīlīh Adj. (9. Jh.), mhd. vrīlich ‘frei, schrankenlos, unbefangen’. Freibank f. ‘Verkaufsstand für wertgemindertes Fleisch’ (19. Jh.), älter ‘für alle Fleischer zur freien Benutzung stehender Verkaufsstand’ (16. Jh.). Freibeuter m. ‘Pirat, Seeräuber’ (16. Jh.), mnd. vrībǖter ‘mit Vollmacht zum Kapern feindlicher Schiffe ausgerüsteter Schiffsführer oder Seemann, Seeräuber’, nl. vrijbuiter. Freibrief m. ‘verbrieftes Privileg, Anrechtsurkunde’ (15. Jh.), heute meist übertragen ‘Erlaubnis’ (für sonst Unstatthaftes), älter ‘Freilassungsurkunde’ (für einen Unfreien). Freidenker m. ‘von Religion Unabhängiger, nur der Vernunft, den eigenen Anschauungen Verpflichteter’ (18. Jh.), Übersetzung von engl. freethinker, nach einer gleichnamigen englischen Wochenschrift; dazu Freidenkerei, freidenkerisch (18. Jh.). Freigeist m. ‘geistig unabhängiger Mensch’, zunächst ‘Ketzer, Religionsverächter’ (17. Jh.); früher bezeugt ist freier Geist ‘Ketzer, Sektierer’ (seit 14. Jh.); dazu Freigeisterei (18. Jh.). Freihafen m. ‘Hafen außerhalb des Zollgebietes’ (18. Jh.). Freihandel m. ‘von Zollschranken und anderen einzelstaatlichen Beschränkungen unbehinderter Handel’ (19. Jh.), Übersetzung von engl. free trade. Freiherr m. Freifrau f. dem Baron entsprechender Adelstitel, spätmhd. vrīherre ‘freier Edelmann’, vrīvrouwe. Freimaurer m. Angehöriger einer übernationalen Gemeinschaft mit humanitärer Zielstellung (18. Jh.). Der in England gegründete Geheimbund bedient sich der Symbole und Bräuche mittelalterlicher Bauhütten, aus denen sich der Name herleitet, engl. freemason, frz. franc-mac̦on (s. ↗Steinmetz); Freimaurerei f. (18. Jh.). freimütig Adj. ‘offen, unerschrocken’, mhd. vrīmüetic; Freimütigkeit f. ‘Unerschrockenheit’ (16. Jh.), auch Freimut m. (17. Jh.), vereinzelt bereits mhd. vrīmuot. Freistaat m. ‘Republik’ (1768 von der Schweizer Eidgenossenschaft; nach Abschaffung der Monarchie 1918 nennen sich die meisten deutschen Länder Freistaat, heute noch die ehemaligen Königreiche Sachsen und Bayern). Freistatt, Freistätte f. ‘Zufluchtsort, Asyl’, im 14. Jh. bereits als Flurname, allgemein gebräuchlich seit dem 17. Jh. Freitod m. euphemistisch für ‘Selbstmord’ (Ende 19. Jh.), nach Vom freien Tod (Nietzsche, Zarathustra, 1883). freiwillig Adj. ‘aus eigenem Antrieb’ (16. Jh.), älter Freiwilligkeit f. ‘eigener innerer Antrieb’ (15. Jh.). Freizeit f. ‘arbeitsfreie Zeit, Zeit der Erholung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Freizeit · arbeitsfreie Zeit
Assoziationen
Synonymgruppe
Ferienfreizeit · ↗Ferienlager · ↗Lager  ●  ↗Kinderlandverschickung  historisch · Freizeit  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Freizeit · ↗Nebenzeit
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeit Arbeitszeit Beruf Einkaufen Erholung Ferien Fitness Gesundheit Hobby Konsum Kultur Mehrarbeit Sport Tourismus Touristik Unterhaltung Urlaub Wohnen abgelten ausgleichen bemessen bezahlt gestalten gewonnen opfern spärlich verbringen vermehrt widmen Überstunde

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Freizeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die wenige Freizeit, die ich habe, verbringe ich im Bett.
Bild, 02.08.2005
Am Nachmittag stehen dann zwei Stunden Freizeit auf dem Programm.
Der Tagesspiegel, 18.11.2003
Seine rechte Proportion ergibt sich demnach aus der Freizeit des Gärtners.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 90
Auf Freizeiten lernen junge Christen, »unter dem Wort« zu leben.
Rott, W.: Junge Gemeinde. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 20046
Ich glaube, soviel Freizeit wie vorher hast Du jetzt nicht.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 14.01.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Freizeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Freizeit>, abgerufen am 21.03.2019.

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