Fresse, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fresse · Nominativ Plural: Fressen
Aussprache 
Worttrennung Fres-se
Wortbildung  mit ›Fresse‹ als Letztglied: Großfresse · Hackfresse
Mehrwortausdrücke  große Fresse · meine Fresse!

Bedeutungsübersicht+

  1. [vulgär] ...
    1. 1. Mund
    2. 2. Gesicht
eWDG

Bedeutung

vulgär
1.
Mund
Beispiele:
halt die Fresse! (= sei still!)
abwertenddie große Fresse haben (= sich wichtig machen, angeben)
salopp, derbmeine Fresse! (= nein, so etwas!) (= Ausruf des Erstaunens)
immer die Fresse aufreißen (= immer großtun) und dicken Mann markieren! [ GrassBlechtrommel144]
2.
Gesicht
Beispiele:
jmdm. die Fresse einschlagen, einhauen
jmdn., jmdm. in die Fresse schlagen, hauen
jmdm. eins in die Fresse geben, knallen
er hat von mir ein paar in die Fresse gekriegt
bildlich
Beispiele:
jmdm. die Fresse polieren (= jmdm. ins Gesicht schlagen)
ich lackier dir die Fresse [ FalladaJeder stirbt25]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fressen · Fresser · Fresserei · Fraß · gefräßig · Gefräßigkeit · Fresse · Fressalien · Freßsack
fressen Vb. ‘Nahrung aufnehmen’ (von Tieren), ‘unmäßig, unkultiviert essen’, ahd. freʒʒan (8. Jh.), mhd. v(e)reʒʒen, asächs. fretan, mnd. mnl. vrēten, nl. vreten, aengl. fretan, engl. to fret (‘zerfressen’), got. fraïtan, mit dem unter ver- (s. d.) behandelten Präfix gebildet zu dem unter essen (s. d.) angeführten Verb (vgl. got. fra-itan), eigentlich ‘vollständig aufessen’. In diesem Sinne gilt das Verb in alter Zeit für jede Form der Nahrungsaufnahme; die oben genannte Bedeutung wird erst im Nhd. üblich. Fresser m. ‘Schlemmer, Prasser’, mhd. vreʒʒer; vgl. gleichbed. ahd. freʒʒo (Hs. 12. Jh.), filufreʒʒo (10. Jh.) und frāʒ (10. Jh.), filufrāʒ (11. Jh.), s. Vielfraß. Fresserei f. ‘üppige, schwelgerische Mahlzeit’ (15. Jh.). Fraß m. ‘unschmackhaftes Essen’ (dafür auch die Substantivierung das Fressen), mhd. vrāʒ ‘das Essen, Fressen’, auch ‘Fresser, Gefräßigkeit’. gefräßig Adj. ‘mit übermäßiger Eßlust behaftet, gierig’ (16. Jh.); vgl. ahd. frāʒīg (Hs. 12. Jh.), mhd. vræʒec. Gefräßigkeit f. (16. Jh.), vgl. mhd. vræʒecheit. Fresse f. derb für ‘Mund’ (16. Jh.), nach der elementaren Funktion dieses Gesichtsteils. Fressalien Plur. ‘Lebensmittel, Eßwaren’ (19. Jh.), latinisierende Bildung der Studentensprache (vgl. Viktualien). Freßsack m. ‘Vielfraß’ (19. Jh.), zuvor ‘Speise-, Futtersack’ (Adelung).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Angesicht · Antlitz  ●  Gesicht  Hauptform · Fratze  derb · Fresse  derb · Visage  derb
Assoziationen
Anatomie
Synonymgruppe
Mund  Hauptform · Fresse  derb · Fressluke  derb · Gosch  ugs. · Gosche  ugs. · Gusche  ugs. · Klappe  ugs., abwertend · Maul  derb · Omme  derb · Pappen  ugs., österr., bayr. · Schnauze  derb · Schnute  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Fresse‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fresse‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fresse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich so rumlaufe, kriege ich wenigstens nicht ständig auf die Fresse. [Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 279]
Niemand hat ein Problem, einem anderen auf die Fresse zu hauen. [Der Spiegel, 03.11.1997]
Niemand hat eine so große Fresse wie die preußische Presse. [Tucholsky, Kurt: Preußische Presse. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 6471]
Hier hält keiner die Fresse ", röhrt es aus den Boxen. [Die Zeit, 20.08.1998, Nr. 35]
Und auf einmal stehst du dir gegenüber und haust dir auf die Fresse. [konkret, 1994]
Zitationshilfe
„Fresse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fresse>.

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