Fresssack, der

Alternative SchreibungFress-Sack
GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFress-sack · Fress-Sack
WortzerlegungfressenSack
Ungültige SchreibungFreßsack
Rechtschreibregeln§ 2, § 45 (4)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
salopp Sack zum Aufbewahren der Nahrung
Beispiel:
»Albert«, fällt mir ein, »und unsere Freßsäcke« [RemarqueIm Westen242]
2.
salopp, derb, Schimpfwort gefräßiger Mensch
Beispiel:
du Fresssack!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fressen · Fresser · Fresserei · Fraß · gefräßig · Gefräßigkeit · Fresse · Fressalien · Freßsack
fressen Vb. ‘Nahrung aufnehmen’ (von Tieren), ‘unmäßig, unkultiviert essen’, ahd. freʒʒan (8. Jh.), mhd. v(e)reʒʒen, asächs. fretan, mnd. mnl. vrēten, nl. vreten, aengl. fretan, engl. to fret (‘zerfressen’), got. fraïtan, mit dem unter ↗ver- (s. d.) behandelten Präfix gebildet zu dem unter ↗essen (s. d.) angeführten Verb (vgl. got. fra-itan), eigentlich ‘vollständig aufessen’. In diesem Sinne gilt das Verb in alter Zeit für jede Form der Nahrungsaufnahme; die oben genannte Bedeutung wird erst im Nhd. üblich. Fresser m. ‘Schlemmer, Prasser’, mhd. vreʒʒer; vgl. gleichbed. ahd. freʒʒo (Hs. 12. Jh.), filufreʒʒo (10. Jh.) und frāʒ (10. Jh.), filufrāʒ (11. Jh.), s. ↗Vielfraß. Fresserei f. ‘üppige, schwelgerische Mahlzeit’ (15. Jh.). Fraß m. ‘unschmackhaftes Essen’ (dafür auch die Substantivierung das Fressen), mhd. vrāʒ ‘das Essen, Fressen’, auch ‘Fresser, Gefräßigkeit’. gefräßig Adj. ‘mit übermäßiger Eßlust behaftet, gierig’ (16. Jh.); vgl. ahd. frāʒīg (Hs. 12. Jh.), mhd. vræʒec. Gefräßigkeit f. (16. Jh.), vgl. mhd. vræʒecheit. Fresse f. derb für ‘Mund’ (16. Jh.), nach der elementaren Funktion dieses Gesichtsteils. Fressalien Plur. ‘Lebensmittel, Eßwaren’ (19. Jh.), latinisierende Bildung der Studentensprache (vgl. Viktualien). Freßsack m. ‘Vielfraß’ (19. Jh.), zuvor ‘Speise-, Futtersack’ (Adelung).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fresser · ↗Nimmersatt  ●  Fresssack  derb · ↗Vielfraß  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man indessen die Freßgier als erblich anerkennt, dann können sich natürlich nahezu alle Freßsäcke (zumindest die von Adel) auf Karl den Großen berufen.
Die Zeit, 11.02.1974, Nr. 06
Nach so einem Crashkurs ist noch aus jedem Freßsack ein Feinschmecker geworden.
Die Zeit, 25.08.1989, Nr. 35
Zitationshilfe
„Fresssack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fresssack>, abgerufen am 13.12.2019.

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