Freudenmädchen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFreu-den-mäd-chen (computergeneriert)
WortzerlegungFreudeMädchen
eWDG, 1967

Bedeutung

verhüllend Prostituierte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Freude · freudig · Freudenhaus · Freudenmädchen
Freude f. ‘Hochstimmung, Glücksgefühl’, ahd. frewida (8./9. Jh.), frouwida (9. Jh.), mhd. vröude, vreude ist mit dem Abstraktsuffix ahd. -ida (germ. -iþō) zu dem unter ↗froh (s. d.) behandelten Adjektiv gebildet. freudig Adj. ‘erfreulich, glücklich’ (16. Jh.). Freudenhaus n. ‘Bordell’ (18. Jh.); im 16./17. Jh. und vereinzelt bereits mhd. vröudenhūs allgemeiner ‘Haus, in dem Freude herrscht’. Freudenmädchen n. ‘Prostituierte, Dirne’ (18. Jh.) nach gleichbed. frz. fille de joie; hieraus erklärt sich die Bedeutungsverengung von Freudenhaus. Doch vgl. schon frühnhd. freudenweib (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Callgirl · ↗Dirne · ↗Escort · ↗Escortgirl · Frau für spezielle Dienstleistungen · Freudenmädchen · ↗Kurtisane · ↗Liebesdame · ↗Liebesdienerin · ↗Liebesmädchen · Sexdienstleisterin · ↗Straßendirne · ↗Straßenprostituierte · käufliches Mädchen  ●  ↗Gunstgewerblerin  scherzhaft · ↗Kokotte  veraltet · Lohndirne  veraltet · Lustdirne  veraltet · ↗Prostituierte  Hauptform · gefallenes Mädchen  altertümelnd · ↗Bordsteinschwalbe  ugs. · Dorfmatratze  derb · ↗Edelnutte  derb · Entspannungsdame  geh., verhüllend · Hartgeldnutte  derb · ↗Hetäre  geh. · ↗Horizontale  ugs. · ↗Hure  derb, abwertend · ↗Lusche  ugs., regional · ↗Metze  geh., historisch · ↗Musche  ugs. · ↗Nutte  derb, abwertend · ↗Professionelle  ugs. · ↗Schnepfe  ugs., abwertend · ↗Sexarbeiterin  fachspr. · ↗Straßenmädchen  ugs. · ↗Strichmädchen  ugs. · eine, die das älteste Gewerbe der Welt betreibt  ugs. · eine, die es für Geld macht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Memoiren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Freudenmädchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eigentlich entgegen seiner friedfertigen Art, aber mit dem Geld, das er verdient, will er ein Freudenmädchen freikaufen.
Die Zeit, 26.11.2012 (online)
Am Broadway verwandelt sie sich auch jetzt wieder in das freche Freudenmädchen.
Der Spiegel, 07.05.1984
Es ist bei den meisten unverheirateten Männern üblich, von Zeit zu Zeit ihr Verlangen bei einem Freudenmädchen zu befriedigen.
Gerling, Reinhold: Was muß man vor der Ehe von der Ehe wissen? In: ders., Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg 1933 [1901], S. 245
Die antike Hetäre hatte nichts gemein mit dem traurigen »Freudenmädchen« von heute.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Der umfassende Bau, reich an Kammern, Bädern und Lichthöfen, diente seither zur Beherbergung von einigen hundert Freudenmädchen.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 60
Zitationshilfe
„Freudenmädchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Freudenmädchen>, abgerufen am 16.12.2018.

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