Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Freund, der

eWDG

Bedeutungen

1.
jmd., der einem anderen auf der Grundlage gegenseitiger Neigung und gegenseitigen Vertrauens eng verbunden ist
in gegensätzlicher Bedeutung zu Feind
a)
Beispiele:
ein aufrichtiger, bewährter, ehrlicher, guter, intimer, kluger, lieber, teurer, treuer, väterlicher, vertrauter, wahrer, wohlmeinender Freund
ein berechnender, falscher, lauer, schlechter, treuloser, undankbarer, verräterischer Freund
alte, gemeinsame, langjährige, persönliche Freunde
unser Freund und Berater
ein erklärter Freund der Familie
ein einflussreicher Freund unseres Betriebes
ein Kreis von verlässlichen Freunden
Freunde sein, bleiben, werden
die beiden sind unzertrennliche Freunde
saloppdie beiden sind dicke Freunde
mit jmdm. gut Freund sein (= in guter Freundschaft leben)
der Freund steht uns bei, unterstützt uns in der Not
dem Freund helfen
sich seinem Freund offenbaren
einen wirklichen Freund (in jmdm.) finden, gewinnen
einen zuverlässigen Freund (an jmdm.) haben, besitzen
seine Freunde lieben, schätzen, verehren
er kann sich einen nahen Freund des Hauses nennen
sich [Dativ] Freunde schaffen
in der Not lernt man seine Freunde kennen
selbst auf die besten Freunde kann man sich nicht immer verlassen
sprichwörtlichjedermanns Freund ist niemandes Freund
sprichwörtlich Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot (= in der Not kann man nicht auf viele Freunde zählen)
Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht […] [ SchillerBürgschaft]
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »als«
Beispiele:
jmdm. als Freund zur Seite stehen
jmdm. gegenüber als (uneigennütziger) Freund handeln, verfahren
Grammatik: in Verbindung mit »ohne«
Beispiel:
ohne einen Freund sein
Grammatik: in Verbindung mit »unter«
Beispiele:
wir sind unter Freunden
umgangssprachlichunter Freunden verkaufen wir unser Obst billiger
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
er war von Freund und Feind geachtet (= er war von jedermann geachtet)
Grammatik: in Verbindung mit »zu«, »zum«
Beispiele:
jmdn. zu seinen Freunden rechnen, zählen
sich [Dativ] jmdn. zum Freund machen, wählen
Er wünschte sich diesen hübschen, hellen, lieben Jungen zum Freunde [ HesseNarziß5,24]
übertragen
Beispiele:
ein vierbeiniger Freund (= ein treues vierbeiniges Haustier)
unsere gefiederten Freunde (= die Vögel)
Bücher sind meine Freunde
umgangssprachlich ein Freund einer Sache, von etw. seinetw. gern mögen
Beispiele:
ein Freund der Kunst, Musik, Wahrheit sein
er ist ein Freund des Spiels, Weins, guter Speisen
verhüllendkein Freund von vielen Worten, schönen Redensarten sein
Ich bin von je der Ordnung Freund gewesen [ GoetheFaustI 3011]
verhüllend Freund Heinder Tod
b)
Verehrer, Geliebter
Beispiele:
der Freund meines Herzens
ein süßer, zärtlicher Freund
umgangssprachlichSusi … hatte schon einen festen Freund [ GrassBlechtrommel142]
c)
Förderer, Gesinnungsfreund
Beispiele:
er ist ein Freund unserer Schule
seine politischen Freunde (= seine Parteifreunde)
2.
umgangssprachlich, vertraulich Anrede
siehe auch Freundchen
Beispiele:
lieber, verehrter Freund!
hört zu, Freunde!
wie geht's dir, alter Freund?
guter Freund, so geht das nicht
mein lieber (alter) Freund und Kupferstecher!
du bist mir ja ein feiner, sauberer, schöner Freund!
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie [ GoetheFaustI 2038]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Freund · Freundschaft · freundschaftlich · freundlich · Freundlichkeit · anfreunden · befreunden
Freund m. ‘Vertrauter, jmdm. innerlich verbundener Mensch’, ahd. friunt (8. Jh.), mhd. vriunt ‘Freund, Nächster, Geliebte(r), Verwandte(r)’, asächs. friund, mnd. vrünt, mnl. vrient, vrint, nl. vriend, aengl. frēond, engl. friend, anord. frændi ‘Verwandte(r), Freund’, schwed. frände, got. frijōnds, germ. *frijōnd- ist (wie Feind, s. d., Heiland, s. heilen) ein erstarrtes substantiviertes Part. Präs. zu einem in asächs. friohon, aengl. frēogan, anord. frjā, got. frijōn ‘lieben’ vorliegenden Verb, das zu der unter frei (s. d.) angegebenen Wurzel gehört. Es bezeichnet neben dem durch Sympathie und Vertrauen Verbundenen auch (bis in die Mundarten der Gegenwart) den Blutsverwandten. Freundschaft f. ‘Vertrauensverhältnis’, ahd. friuntscaf (8. Jh.), -scaft (11. Jh.), mhd. vriuntschaft, auch ‘Blutsverwandtschaft’; freundschaftlich Adj. (18. Jh.). freundlich Adj. ‘herzlich, verbindlich, wohlwollend’, ahd. friuntlīh (11. Jh.; friuntlīhho Adv., um 1000), mhd. vriuntlich; Freundlichkeit f. ‘herzlich-wohlwollendes Verhalten’, spätmhd. vriuntlīcheit. anfreunden Vb. (reflexiv) ‘Freundschaft schließen’, geläufig seit 19. Jh., vereinzelt 17. Jh.; vgl. Anfreund ‘Anverwandter’ (16. Jh.), Angefreundete (Plur.) ‘Verwandte’ (17. Jh.) und mhd. vriunden ‘zum Freund machen’. befreunden Vb. (reflexiv) ‘in ein Freundschafts-, Verwandtschaftsverhältnis treten’, zunächst (15. Jh.) Befreundete (Plur.) ‘Verwandte’; vgl. gleichbed. befreundschaften (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Freund · Gefährte · Genosse · Getreuer · Kamerad · Kumpan · Vertrauter  ●  Gevatter  veraltet, scherzhaft · Buddy  ugs., engl. · Intimus  geh. · Kollege  ugs. · Kumpel  ugs. · Spezi  ugs., österr., bayr. · Spezl  ugs., österr., bayr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bewunderer · Freund · Liebhaber  ●  Fan  ugs. · Freak  ugs., Anglizismus
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Bettgenosse · Beziehung · Freund · Geliebter · Gespiele · Günstling · Hausfreund · Mann ihres Herzens · Verhältnis · ständiger Begleiter  ●  Kavalier  ironisch, veraltet · Liebhaber  Hauptform · Lover  engl. · Beschäler  derb, abwertend · Boyfriend  ugs., engl. · Deckkhengst  derb, abwertend, fig. · Galan  geh., veraltet, ironisch · Kerl  ugs., salopp · Stecher  vulg., abwertend
Synonymgruppe
...anhänger · ...begeisterter · ...enthusiast · ...fetischist · ...freak · ...freund · ...liebhaber · ...narr · Anhänger · Enthusiast · Fan · Freund · Liebhaber · Sympathisant  ●  Tifoso  ital. · ...fan  ugs. · ...philer  geh. · ...ratte  ugs. · Aficionado  geh. · Angefixter  ugs. · Fex  ugs., österr., süddt. · Freak  ugs., engl.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • ...man · ...süchtig  ●  ...abhängig  medizinisch · ...krank  fachspr., medizinisch
Synonymgruppe
(der) Mann an ihrer Seite · Freund · Lebensabschnittsgefährte · Lebensgefährte · Lebenspartner  ●  Partner  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Freund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Freund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Freund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich freute mich wie ein Kind, meinen alten Freund wiederzusehen. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 30]
Sie nehmen unsere Freunde regelrecht in den Arm, als sie sie "abführen". [Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 264]
In diesen Tagen ist ihm ein neu gewonnener Freund eine große Hilfe. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 130]
Ich hoffte dort meinen Freund zu treffen, aber damit war es nichts. [Neue deutsche Literatur, Bd. 1, Nr. 2, 1953]
An die, meine lieben Freunde, wende ich mich besonders mit der Bitte. [o. A.: Eröffnung des 15. Deutschen Turnfestes in Stuttgart, 26.07.1933]
Zitationshilfe
„Freund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Freund>.

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