Freundlichkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Freundlichkeit · Nominativ Plural: Freundlichkeiten
Aussprache
WorttrennungFreund-lich-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungfreundlich-keit
Wortbildung mit ›Freundlichkeit‹ als Letztglied: ↗Scheißfreundlichkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

wohlwollende Geneigtheit
Beispiele:
eine ausnehmende, echte, berechnete, kriechende, steife, überströmende, übertriebene Freundlichkeit
er war die Freundlichkeit selbst
er hat unsere Freundlichkeit schlecht belohnt
sie zeigen immer die gewohnte Freundlichkeit gegen jedermann
jmds. Freundlichkeit genießen, verdienen, erfahren
jmdm. Freundlichkeit bezeigen, entgegenbringen
jmdm. Freundlichkeiten (= kleine Aufmerksamkeiten) erweisen
jmdm. mit Freundlichkeit begegnen, entgegenkommen
jmdn. mit ausgesuchter Freundlichkeit empfangen
etw. mit betonter Freundlichkeit sagen
jmdn. um eine Freundlichkeit (= Gefälligkeit) bitten
höflich würden Sie bitte die Freundlichkeit haben mitzukommen (= Aufforderung)
höflich das ist eine große Freundlichkeit von Ihnen (= Dank)
Mit all seiner herzlichen Freundlichkeit winkte er uns zu [HesseSteppenw.4,367]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Freund · Freundschaft · freundschaftlich · freundlich · Freundlichkeit · anfreunden · befreunden
Freund m. ‘Vertrauter, jmdm. innerlich verbundener Mensch’, ahd. friunt (8. Jh.), mhd. vriunt ‘Freund, Nächster, Geliebte(r), Verwandte(r)’, asächs. friund, mnd. vrünt, mnl. vrient, vrint, nl. vriend, aengl. frēond, engl. friend, anord. frændi ‘Verwandte(r), Freund’, schwed. frände, got. frijōnds, germ. *frijōnd- ist (wie ↗Feind, s. d., ↗Heiland, s. ↗heilen) ein erstarrtes substantiviertes Part. Präs. zu einem in asächs. friohon, aengl. frēogan, anord. frjā, got. frijōn ‘lieben’ vorliegenden Verb, das zu der unter ↗frei (s. d.) angegebenen Wurzel gehört. Es bezeichnet neben dem durch Sympathie und Vertrauen Verbundenen auch (bis in die Mundarten der Gegenwart) den Blutsverwandten. Freundschaft f. ‘Vertrauensverhältnis’, ahd. friuntscaf (8. Jh.), -scaft (11. Jh.), mhd. vriuntschaft, auch ‘Blutsverwandtschaft’; freundschaftlich Adj. (18. Jh.). freundlich Adj. ‘herzlich, verbindlich, wohlwollend’, ahd. friuntlīh (11. Jh.; friuntlīhho Adv., um 1000), mhd. vriuntlich; Freundlichkeit f. ‘herzlich-wohlwollendes Verhalten’, spätmhd. vriuntlīcheit. anfreunden Vb. (reflexiv) ‘Freundschaft schließen’, geläufig seit 19. Jh., vereinzelt 17. Jh.; vgl. Anfreund ‘Anverwandter’ (16. Jh.), Angefreundete (Plur.) ‘Verwandte’ (17. Jh.) und mhd. vriunden ‘zum Freund machen’. befreunden Vb. (reflexiv) ‘in ein Freundschafts-, Verwandtschaftsverhältnis treten’, zunächst (15. Jh.) Befreundete (Plur.) ‘Verwandte’; vgl. gleichbed. befreundschaften (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Freundlichkeit · ↗Leutseligkeit · ↗Umgänglichkeit  ●  ↗Konzilianz  geh.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Freundlichkeit · ↗Gewogenheit · ↗Herzlichkeit · ↗Liebenswürdigkeit · ↗Warmherzigkeit
Oberbegriffe
Antonyme
  • Freundlichkeit · Freundlichkeit
Synonymgruppe
Entgegenkommen · Freundlichkeit · ↗Gefälligkeit · ↗Höflichkeit · ↗Verbindlichkeit  ●  ↗Courtoisie  geh., franz. · ↗Zuvorkommenheit  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Entgegenkommen · Freundlichkeit · ↗Güte · ↗Gütigkeit · ↗Herzensgüte · ↗Herzlichkeit · ↗Indulgenz · ↗Liebenswürdigkeit · ↗Milde · ↗Mildtätigkeit · ↗Warmherzigkeit · ↗Wohlwollen · ↗Wärme
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Anteilnahme · ↗Aufmerksamkeit · Freundlichkeit · ↗Interesse · ↗Wertschätzung · Zugewandtheit
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Freundlichkeit · ↗(eine) Liebenswürdigkeit · ↗(eine) Nettigkeit · ↗Kompliment · anerkennende Äußerung · freundliche Worte · nette Worte
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufgeschlossenheit Bescheidenheit Erreichbarkeit Fachkompetenz Fröhlichkeit Gastfreundschaft Geduld Güte Herzlichkeit Hilfsbereitschaft Höflichkeit Liebenswürdigkeit Offenheit Personal Pünktlichkeit Sauberkeit Service Wärme Zuverlässigkeit ausgesucht austauschen demonstrativ entwaffnend erwiesen gewinnend gleichbleibend unaufdringlich unerschütterlich unverbindlich überschütten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Freundlichkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ebenso lasse die Freundlichkeit des Personals mitunter zu wünschen übrig.
Der Tagesspiegel, 29.11.2000
Nichts langweilt mehr als der Austausch von Freundlichkeiten, auch wenn sie mit einstudierten Gags angereichert sind.
Süddeutsche Zeitung, 18.12.1995
Ich gab ihm den H. Mann zurück, er nahm mich mit äußerster Freundlichkeit auf.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1946. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1946], S. 271
Sie war für mich uninteressant; andererseits wollte ich den Männern, die sie mir gebracht haben, einige Worte der Freundlichkeit sagen.
o. A.: Sechsundachtzigster Tag. Mittwoch, 20. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15721
Ich hatte immer gehofft, ihn durch Freundlichkeit bändigen zu können.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1940. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1940], S. 11
Zitationshilfe
„Freundlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Freundlichkeit>, abgerufen am 21.04.2019.

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