Frieden, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Friedens · Nominativ Plural: Frieden
Nebenform Friede · Substantiv (Maskulinum)
WorttrennungFrie-den · Frie-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Frieden‹ als Erstglied: Friedefürst · Friedensabkommen · Friedensabschluss · Friedensangebot · Friedensapostel · Friedensaufruf · Friedensbanner · Friedensbedingung · Friedensbedürfnis · Friedensbemühung · Friedensbereitschaft · Friedensbestrebung · Friedensbewegung · Friedensbote · Friedensbotschaft · Friedensbruch · Friedenscamp · Friedensdemonstration · Friedensdiktat · Friedensengel · Friedensfahrer · Friedensfahrt · Friedensfeind · Friedensfest · Friedensforschung · Friedensforum · Friedensfrage · Friedensfreund · Friedensfühler · Friedensfürst · Friedensgarantie · Friedensgedanke · Friedensgefährdung · Friedensglocke · Friedensgrenze · Friedensgöttin · Friedenshand · Friedenshoffnung · Friedensinitiative · Friedensinteresse · Friedensjahr · Friedenskampf · Friedenskomitee · Friedenskonferenz · Friedenskongress · Friedenskundgebung · Friedenskurs · Friedenskuss · Friedenskämpfer · Friedenslager · Friedensliebe · Friedenslösung · Friedensmacht · Friedensmanifest · Friedensmarsch · Friedensmedaille · Friedensnobelpreis · Friedenspfeife · Friedensplan · Friedenspolitik · Friedenspreis · Friedenspreis · Friedensproduktion · Friedenspropaganda · Friedensprozess · Friedenspräliminarien · Friedensqualität · Friedensrat · Friedensregelung · Friedensreglung · Friedensrichter · Friedensschluss · Friedenssehnsucht · Friedenssicherung · Friedensstifter · Friedensstärke · Friedensstörer · Friedenstat · Friedenstaube · Friedenstreffen · Friedensunterhandlung · Friedensverhandlung · Friedensvertrag · Friedensvorschlag · Friedensware · Friedenswerk · Friedenswille · Friedenswillen · Friedenswirtschaft · Friedenszeichen · Friedenszeit · Friedenszustand · Friedhof · Friedwald · friedensbereit · friedensbewegt · friedensfeindlich · friedensfähig · friedensgefährdend · friedensmäßig · friedevoll · friedfertig · friedliebend · friedlos · friedsam · friedvoll
 ·  mit ›Frieden‹ als Letztglied: Abendfriede · Abendfrieden · Arbeitsfriede · Arbeitsfrieden · Burgfriede · Burgfrieden · Diktatfrieden · Ehefriede · Ehefrieden · Gottesfriede · Gottesfrieden · Hausfriede · Hausfrieden · Landfriede · Landfrieden · Rechtsfrieden · Schandfrieden · Scheinfriede · Scheinfrieden · Seelenfriede · Seelenfrieden · Separatfriede · Separatfrieden · Sonderfriede · Sonderfrieden · Sonntagsfriede · Sonntagsfrieden · Unfriede · Unfrieden · Völkerfrieden · Weltfriede · Weltfrieden
 ·  Ableitung von ›Frieden‹: befrieden  ·  formal verwandt mit: Störenfried
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
vertraglich geregelter Zustand zwischen den Staaten, der ein Zusammenleben in Ruhe und Sicherheit auf der Grundlage des Völkerrechts gewährleistet
Gegenwort zu Krieg
Beispiele:
ein guter, gerechter, wahrer Frieden
ein beständiger, langer, dauerhafter, ewiger Frieden
die Festigung, der Schutz des Friedens
ein Bollwerk, Hort des Friedens gehoben
eine Bastion, Insel des Friedens gehoben
die Sonne des Friedens dichterisch
der Kampf für den Frieden
es ist immer noch kein Frieden
sein ganzes Leben diente dem Frieden
den Frieden wollen, wünschen, ersehnen, bringen, lieben
dem Gegner Frieden anbieten
den Frieden zwischen zwei Staaten vermitteln
mit dem Feind Frieden schließen
den Frieden erkämpfen, erzwingen, bewahren, (er)halten, sichern, verteidigen, retten, (wieder)herstellen
der Militarismus gefährdet den Frieden
den Frieden bedrohen, stören, verletzen, brechen
Die Kameradschaft zwischen Häftlingen und Wärtern beruht auf ... der gleichen Sehnsucht nach Frieden [A. ZweigGrischa114]
mit Präposition
in Verbindung mit »für«
Beispiel:
für den Frieden arbeiten, eintreten, kämpfen
in Verbindung mit »gegen«
Beispiel:
der Aggressor hetzte gegen den Frieden
in Verbindung mit »in«, »im«
Beispiele:
Kunst und Wissenschaft gedeihen nur im Frieden
das war, geschah noch (mitten) im Frieden (= das war, geschah noch (mitten) in der Friedenszeit)
alle Völker wollen in Frieden und Freiheit leben
in Verbindung mit »über«
Beispiel:
über den Frieden verhandeln, wachen
in Verbindung mit »um«
Beispiele:
den Sieger um Frieden bitten
es geht um Krieg oder Frieden
in Verbindung mit »zum«
Beispiele:
zum Frieden mahnen
endlich kam es zum Frieden
2.
vertraglicher Friedensschluss
Beispiele:
ein ehrenvoller, günstiger, sofortiger Frieden
der Westfälische Frieden von 1648
den Frieden diktieren, unterzeichnen, verkünden
über den Frieden verhandeln
3.
nur im Singular
historisch obrigkeitlich garantierter Schutz der Person und ihres Eigentums
Beispiele:
die Städte gaben den durchreisenden Kaufleuten Frieden und Geleit
Euch schützt des Königs Frieden [SchillerJungfr. v. OrleansIV 13]
4.
nur im Singular
völlig ungestörter, harmonischer Zustand
a)
Eintracht
Gegenwort zu Zwietracht, Gegenwort zu Streit
Beispiele:
der tägliche, eheliche Frieden
zwischen uns herrscht Frieden
dem Frieden ist nicht zu trauen
die Kinder halten nicht fünf Minuten lang Frieden, geben keinen Frieden (= zanken sich immer)
seinen Frieden mit jmdm. machen (= den Streit mit jmdm. beenden)
er stiftete Frieden zwischen ihnen
den Frieden untergraben
in Frieden miteinander arbeiten, auskommen
sie gingen in Frieden auseinander
ein Leben in Ruhe und Frieden führen
mit jmdm., mit aller Welt in Frieden und Freundschaft leben
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden biblisch
Friede ernährt, Unfriede verzehrt sprichwörtlich
ob nicht ein Dritter seinen häuslichen Frieden störe [MusilMann538]
Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, / Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt [SchillerTellIV 3]
b)
gehoben (heitere) Ruhe
Beispiele:
ein beschaulicher, innerer, stiller Frieden
der Frieden der Natur, des Herzens
im Frieden seines Heims
ein Abend voll tiefen Friedens
ein himmlischer Frieden überkam ihn
keinen Frieden (vor jmdm.) finden, haben
ich will nur meinen Frieden
lass uns gefälligst in Frieden (= störe uns nicht)! umgangssprachlich
um des lieben Friedens willen gab er nach (= um endlich Ruhe zu haben gab er nach) umgangssprachlich
Süßer Friede, / Komm, ach komm in meine Brust! [GoetheWandrers Nachtl.]
c)
Religion, gehoben
Beispiele:
Friede sei mit euch! (= Segensspruch)
ruhe in Frieden! (= Grabspruch)
in Frieden sterben
in den ewigen Frieden eingehen (= sterben) gehoben, verhüllend
Friede seiner Asche! dichterisch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Friede · Frieden · befrieden · befriedigen · umfrieden · einfriedigen · friedlich · friedfertig · zufrieden · Zufriedenheit · Unzufriedenheit · unzufrieden
Friede Frieden m. ‘Zustand der Ruhe, Harmonie, Beilegung einer (kriegerischen) Auseinandersetzung’, älter auch ‘geschütztes, umzäuntes Gebiet’. Ahd. fridu (8. Jh.), mhd. vride, vrit, asächs. friðu, mnd. mnl. vrēde, nl. vrede, aengl. friþu, friþ, anord. friðr, schwed. frid (germ. *friþu-) ist ein mit ie. tu-Suffix gebildetes Verbalabstraktum im Sinne von ‘Zustand der Schonung, des Wohlwollens’ zu der unter ↗frei (s. d.) angegebenen Wurzel. Der ehemalige stark flektierende u-Stamm tritt im Mhd. teilweise zur konsonantischen Flexion über, so daß Doppelformen entstehen, z. B. Gen. Friedes und Friedens (noch bei Adelung), Dat. und Akk. Friede und Frieden (bis heute); auslautendes -n der schwachen obliquen Kasus dringt seit dem 18. Jh. in den Nom. und ergibt auch hier die Doppelform Friede und Frieden. befrieden Vb. ‘beruhigen, friedlich stimmen, den Friedenszustand herbeiführen’, mhd. bevriden ‘Friede, Schutz verschaffen, einzäunen’; vgl. ahd. fridōn ‘schützen, schonen’ (9. Jh.), gifridōn (um 1000), mhd. vriden ‘Frieden bringen, friedlich beilegen, schützen, erhalten, einen Zaun machen’. befriedigen Vb. ‘beschützen’ (15. Jh.), ‘versöhnen, begütigen, zufriedenstellen’ (16. Jh.). umfrieden Vb. ‘umgeben, einzäunen’, mhd. umbevriden; dann umfriedigen (16. Jh.). einfriedigen Vb. (17. Jh.). friedlich Adj. ‘ruhig, um Frieden bemüht’, mhd. vridelich, auch ‘Schutz gewährend’; vgl. ahd. fridulīhho Adv. (11. Jh.). friedfertig Adj. ‘friedliebend, friedlich’ (16. Jh.). zufrieden Adj. ‘mit sich und der Welt in Einklang, einverstanden’, zusammengezogen aus der präpositionalen Fügung zu Frieden, zunächst in Verbindung mit Verben der Richtung (z. B. setzen, stellen, kommen), seit dem 16. Jh. als Adverb (vgl. noch zufriedengeben, zufriedenlassen), seit dem 17. Jh. auch als Adjektiv gebraucht und flektiert. Zufriedenheit f. Unzufriedenheit f. (17. Jh.), unzufrieden Adj. (18. Jh.).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer wüßte einen besseren Weg, den inneren Frieden zu wahren?
Die Zeit, 17.05.1996, Nr. 21
Das gilt für den privaten Frieden wie für den politischen!
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 167
Erst dann bekam die hellenistische Welt endlich den Frieden, den sie brauchte, um wieder zu Kräften zu kommen.
Welles, C. Bradford: Die hellenistische Welt. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 7849
War es überhaupt möglich, im Jahre 1799 Frieden zu bekommen?
Nürnberger, Richard: Das Zeitalter der französischen Revolution und Napoleons. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 9671
Man kann mit dem neuen Reich seinen Frieden schließen, man muß es wahrscheinlich.
Tucholsky, Kurt: Pariser Tage. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925]
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abrüstung Aufrechterhaltung Bedrohung Bewahrung Demokratie Entspannung Erhaltung Festigung Fortschritt Freiheit Freundschaft Gerechtigkeit Gewährleistung Krieg Sache Sicherheit Sicherung Sozialismus Stabilität Wahrung Wiederherstellung Wohlstand Zone dauerhaften dauernden gerechten inneren sichern westfälischen wiederherzustellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frieden‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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