Friedensabkommen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Friedensabkommens · Nominativ Plural: Friedensabkommen
WorttrennungFrie-dens-ab-kom-men
WortzerlegungFriedenAbkommen
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutungen

1.
Vertrag zwischen Kriegsparteien zur Beilegung eines militärischen Konflikts und zur dauerhaften Sicherung eines friedlichen Zusammenlebens
Beispiele:
Jordanien ist neben Ägypten der einzige Staat in der Region, der Israel anerkennt und ein Friedensabkommen geschlossen hat. [Spiegel, 09.07.2014 (online)]
In der Ostukraine gilt seit Februar ein Friedensabkommen, das in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ausgehandelt und unterzeichnet worden war. [Spiegel, 15.07.2015 (online)]
Beide Teile Koreas befinden sich völkerrechtlich im Kriegszustand, da seit Ende des Korea-Kriegs […] kein Friedensabkommen zu Stande gekommen ist. [Süddeutsche Zeitung, 05.02.2004]
Die rivalisierenden Mudschahedin-Gruppen Afghanistans haben am Sonntag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ein Friedensabkommen unterzeichnet. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.1993]
Der Schritt [Einführung der Pressefreiheit in Nicaragua] erfolgte in Erfüllung des zentralamerikanischen Friedensabkommens von Guatemala, das von den Unterzeichnerstaaten […] Waffenstillstandsgespräche mit der jeweiligen bewaffneten Opposition verlangt sowie die Unterstützung irregulärer Truppen, die gegen eine andere Regierung kämpfen, verbietet. [die tageszeitung, 28.01.1988]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein dauerhaftes, endgültiges, umfassendes Friedensabkommen
als Akkusativobjekt: ein Friedensabkommen ablehnen, aushandeln, schließen, umsetzen, unterzeichnen
als Genitivattribut: die Durchsetzung, Einhaltung, Überwachung, Umsetzung, Unterzeichnung, Verwirklichung des Friedensabkommens; der Abschluss des Friedensabkommens
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Referendum, Verhandlungen, Volksabstimmungen über ein Friedenabkommen
2.
Arbeitswelt Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften über die gütliche Einigung in Tarifkonflikten ohne Streiks bzw. Aussperrungen
weiterführende enzyklopädische Informationen: „Arbeitsfrieden (Schweiz)“, in: Wikipedia
Beispiele:
Die Zeitungsverleger wollen der IG Druck ein Friedensabkommen anbieten, das Streik und Aussperrung in Zeitungsverlagen verhindern soll. [Die Zeit, 27.10.1978, Nr. 44]
Die Gewerkschaften auferlegten sich selbst ein Streikverbot und erhielten im Gegenzug neue Rechte und Leistungen. Mit dem Friedensabkommen [von 1937] begann eine neue Zeitrechnung für die Sozialpartnerschaft [in der Schweiz]. [Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2012]
Der Sprecher der Vereinigung der Arbeitgeberverbände in Bayern würde es in diesem Zusammenhang als vertrauensbildende Maßnahme schätzen, wenn das von ihm kürzlich vorgeschlagene Friedensabkommen von der Gewerkschaften endlich aufgegriffen würde. Die Tarifparteien sollen danach in den nächsten fünf Jahren auf Streik und Aussperrung verzichten. [Süddeutsche Zeitung, 01.02.1996]
Schon im März dieses Jahres hatte Kirchner [Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall] vorgeschlagen, die Tarifparteien sollten ein »Friedensabkommen auf Zeit« schließen, um ohne Streikdruck eine »intelligente Tarifpolitik« betreiben zu können. [Die Zeit, 11.09.1987, Nr. 38]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aushandlung Daytoner Durchsetzung Einhaltung Karfreitag Osloer Palästinenser Paraphierung Rebelle Umsetzung Unterzeichnung Verwirklichung Zustandekommen ausgehandelt aushandeln dauerhaft endgültig geschlossen israelisch-jordanisch israelisch-palästinensisch israelisch-syrisch nordirisch paraphieren paraphiert umfassend unterzeichnen unterzeichnet vereinbart vermittelt Überwachung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Friedensabkommen‹.

Zitationshilfe
„Friedensabkommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Friedensabkommen>, abgerufen am 22.11.2019.

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