Friedhof, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFried-hof (computergeneriert)
WortzerlegungFriedenHof
Wortbildung mit ›Friedhof‹ als Erstglied: ↗Friedhofsgemüse · ↗Friedhofsgärtner · ↗Friedhofskapelle · ↗Friedhofskreuz · ↗Friedhofsmauer · ↗Friedhofsruhe · ↗Friedhofsschänder · ↗Friedhofsschändung · ↗Friedhofsstille · ↗Friedhofsweg · ↗Friedhofswesen · ↗Friedhofswärter
 ·  mit ›Friedhof‹ als Letztglied: ↗Armenfriedhof · ↗Autofriedhof · ↗Dorffriedhof · ↗Hauptfriedhof · ↗Mollenfriedhof · ↗Schiffsfriedhof · ↗Soldatenfriedhof · ↗Urnenfriedhof · ↗Waldfriedhof · ↗Zentralfriedhof
eWDG, 1967

Bedeutung

(eingefriedeter) Begräbnisplatz
Beispiele:
ein großer, abgelegener Friedhof
das Tor, die Stille des Friedhofs
unser Friedhof liegt gleich neben der Kirche
auf den Friedhof gehen
einen Verstorbenen auf dem Friedhof begraben
einen Verstorbenen auf dem Friedhof bestatten
Das Dorf ... war still wie ein Friedhof [SeghersDie Toten6,508]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Friedhof m. ‘Beisetzungsort für Verstorbene’, ahd. frīthof ‘Vorhof, Vorplatz, Vorraum einer Kirche, Begräbnisstätte’ (9. Jh.), mhd. vrīthof ‘Vorhof eines Tempels, eingefriedeter Raum um eine Kirche, Kirchhof’, asächs. frīdhof, mnl. nl. vrijthof. Dem ersten Kompositionsglied liegt ein Verb ahd. frīten ‘hegen, schonen’ (um 1000), got. freidjan ‘schonen’ zugrunde, das sich zu der unter ↗frei (s. d.) behandelten Wortgruppe stellt. Die Ausgangsbedeutung ist ‘eingefriedeter, geschützter Platz, Immunitätsbezirk’. Da der geweihte Platz um eine Kirche meist als Begräbnisstätte dient, wird das Wort schließlich auf diese Bedeutung beschränkt (s. auch ↗Kirchhof) und später als Ort der Ruhe und des Friedens im Sprecherbewußtsein mit verwandtem Friede verbunden; diese Umdeutung wird für die Lautform bestimmend und verhindert in der Literatursprache den Weiterbestand der folgerichtig diphthongierten Form Freithof, die im 16. Jh. nachweisbar und in südd. und westmd. Mundarten noch heute gängig ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Begräbnisplatz · ↗Grabfeld · ↗Gräberfeld · ↗Totenacker  ●  Friedhof  Hauptform · ↗Gottesacker  veraltet · ↗Kirchhof  veraltet · Leichenhof  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beerdigung Beisetzung Gedenkstätte Grab Grabmal Grabstein Heerstraße Kapelle Kuscheltier Märzgefallener Ohlsdorfer Sarg Schändung Schönhauser Spaziergang Synagoge Trauerhall beerdigen begraben beisetzen bestatten geschändet israelitisch jüdisch muslimisch nördlich schänden städtisch südlich verwüsten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Friedhof‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst um sieben Uhr morgens ist der Friedhof schon gut besucht.
Süddeutsche Zeitung, 27.03.2003
Deshalb soll es vor allem würdevoll auf dem neuen Friedhof zugehen.
Der Tagesspiegel, 21.01.2003
Geweint wurde höchstens im Fernsehen, nicht einmal auf dem Friedhof.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 144
Auf Friedhöfen muß man sich so ruhig wie möglich verhalten.
Chamrath, Gustav: Lexikon des guten Tons, Wien: Ullstein 1954 [1953], S. 75
Heute auf dem Friedhof mußte ich lächeln mitten in all den Empfindungen.
Brief von Helmut Straßmann vom 16.11.1916. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1916], S. 249
Zitationshilfe
„Friedhof“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Friedhof>, abgerufen am 21.03.2019.

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