Fries, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Frieses · Nominativ Plural: Friese
Aussprache
Wortbildung mit ›Fries‹ als Letztglied: ↗Bandfries · ↗Bogenfries · ↗Giebelfries · ↗Kachelfries · ↗Lilienfries · ↗Rundbogenfries · ↗Türfries · ↗Wandfries · ↗Zickzackfries
eWDG, 1967

Bedeutung

Architektur waagerechter Streifen zur Gliederung oder zum Schmuck einer Wandfläche, eines Bauwerkes
Beispiele:
ein langer, bunter Fries
ein Fries aus grünem Marmor
der Fries ist geteilt in Pfeiler und Säulen
etw. mit einem Fries versehen
die tempelgleiche Vorderfront einer Kirche mit Säulen und Fries [A. ZweigEinsetzung124]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fries1 m. in der Architektur zur Zierde und Gebäudegliederung dienender ‘plastischer oder gemalter Ornamentstreifen’. Auf griech. phrýx (φρύξ) ‘phrygisch’ beruht (etwa eine Fügung wie lat. aurum phryx ‘phrygisches Gold’ voraussetzend) afrz. freis ‘gestickte Goldborte’ (die Phrygier waren im Altertum als Goldsticker berühmt). Dem griech. Adj. entsprechendes spätlat. phrygium führt (vielleicht über opus phrygium oder dgl.) zu ital. fregio ‘gestickter Saum’, das in der Architektur der Renaissance auf den Gesimsstreifen an Gebäuden übertragen wird. Diese Bedeutung zeigt auch das auf obital. Formen mit femininem Genus beruhende mfrz. frz. frise, aus dem im 17. Jh. nhd. Fries entlehnt wird.

Fries2 m. ‘dicker, angerauhter Wollstoff’, entlehnt (17. Jh.) aus frz. frise. Vorauf geht afrz. drap de Frize ‘Wollstoff aus Friesland’ (mlat. Frisa ‘Friesland’ voraussetzend, gegenüber geläufigerem Frisia); es handelt sich dabei vermutlich um in Holland hergestellte, auf friesischen Handelsschiffen eingeführte Stoffe. Das die Fügung regierende Substantiv wird bald aufgegeben, und afrz. frz. frise wird zur Bezeichnung für ‘Wollstoff, Wollzeug’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andalusier Araber Dithmarscher Däne Franke Freifrau Kapitell Lipizzaner Minderheit Senatorin Sorbe Stamm Säule Thüringer Volksgruppe Wirtschaftssenatorin echt erschlagen gebürtig gewähren heidnisch national schwarz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fries‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Darstellungen sind in Friese gegliedert, aber noch ohne Standlinie.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 11322
Das Wergeld ist im Mittelalter nur noch den Friesen bekannt.
Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 66
Um fünf Uhr hatte Lieschen mit Hans von Friesen auf dem Waldsteig zusammentreffen wollen.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9444
Auch Friese, Säulen und Arkaden mußten für die eigene Erde neu begriffen werden.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 654
Während Pippin in Italien kämpfte, wandte Bonifatius sich 754 noch einmal dem Land der Friesen zu, unter denen er als junger Mann missioniert hatte.
Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7097
Zitationshilfe
„Fries“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fries#1>, abgerufen am 18.07.2019.

Weitere Informationen …

Fries, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Frieses · Nominativ Plural: Friese
Aussprache
Wortbildung mit ›Fries‹ als Erstglied: ↗Friesdecke · ↗Friesmantel · ↗Friesrock
eWDG, 1967

Bedeutung

Textilindustrie kräftiger, beidseitig gerauter Wollstoff für Vorhänge und zum Abdichten von Fenstern und Türen
Beispiele:
ein dicker, fester Fries
Sie öffneten uns einen Sitzungssaal mit einem langen Tisch mit grünem Fries drauf [RennNachkrieg318]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fries1 m. in der Architektur zur Zierde und Gebäudegliederung dienender ‘plastischer oder gemalter Ornamentstreifen’. Auf griech. phrýx (φρύξ) ‘phrygisch’ beruht (etwa eine Fügung wie lat. aurum phryx ‘phrygisches Gold’ voraussetzend) afrz. freis ‘gestickte Goldborte’ (die Phrygier waren im Altertum als Goldsticker berühmt). Dem griech. Adj. entsprechendes spätlat. phrygium führt (vielleicht über opus phrygium oder dgl.) zu ital. fregio ‘gestickter Saum’, das in der Architektur der Renaissance auf den Gesimsstreifen an Gebäuden übertragen wird. Diese Bedeutung zeigt auch das auf obital. Formen mit femininem Genus beruhende mfrz. frz. frise, aus dem im 17. Jh. nhd. Fries entlehnt wird.

Fries2 m. ‘dicker, angerauhter Wollstoff’, entlehnt (17. Jh.) aus frz. frise. Vorauf geht afrz. drap de Frize ‘Wollstoff aus Friesland’ (mlat. Frisa ‘Friesland’ voraussetzend, gegenüber geläufigerem Frisia); es handelt sich dabei vermutlich um in Holland hergestellte, auf friesischen Handelsschiffen eingeführte Stoffe. Das die Fügung regierende Substantiv wird bald aufgegeben, und afrz. frz. frise wird zur Bezeichnung für ‘Wollstoff, Wollzeug’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altar Architrav Decke Fassade Figur Gebälk Giebel Hamburger Inschrift Kapitell Lauschende Metope Mumm Parthenon Pergamon-Altar Pilaster Säule Tempel anbringen antik bemalt berühmt bunt gemalt monumental schmal schmücken umlaufend verzieren zieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fries‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit 1250 Jahren ist er nun tot, von den Friesen beim Missionieren erschlagen.
Die Zeit, 06.05.2004, Nr. 20
Karl Friesen hat dafür gesorgt, daß viele Videos unter die Fans gekommen sind.
Süddeutsche Zeitung, 22.02.1994
Auf einer Beschwerdereise nach Rom missionierte W. 678 bei den Friesen.
Flaskamp, F.: Wilfrith von York. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 33183
Die angelsächsische Mission bei den Friesen behandelt die sorgfältige Arbeit von Jung-Diefenbach (1574).
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 161
Die Reiterei marschierte auf einer besonderen Straße durch das Gebiet der Friesen.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 22613
Zitationshilfe
„Fries“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fries#2>, abgerufen am 18.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
frieren
friemeln
Friedwald
friedvoll
Friedsamkeit
Friesdecke
Friesel
frieseln
Friesenkampf
Friesmantel