Frikadelle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Frikadelle · Nominativ Plural: Frikadellen
Aussprache 
Worttrennung Fri-ka-del-le
Wahrig und DWDS, 2019

Bedeutung

Kochkunst (flacher) Kloß aus einer Masse von gewürztem Hackfleisch und weiteren Zutaten, der in der Pfanne gebraten wird
Synonym zu Bulette
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine leckere, kalte Frikadelle
als Akkusativobjekt: Frikadellen braten, servieren, essen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Frikadellen mit Kartoffelsalat
Beispiele:
Butterschmalz in der Pfanne erhitzen. Dann höchstens vier Frikadellen auf einmal in die Pfanne geben und circa fünf Minuten von einer Seite goldbraun braten. [Bild am Sonntag, 30.12.2007, Nr. 52]
Das Innere eines altbackenen Brötchens in 100 ml lauwarmer Milch aufweichen. Drei Schalotten in Butter glasig dünsten. 500 Gramm gemischtes Hackfleisch, die Schalotten, das Brötchen, ein Ei zu einer Masse vermengen und mit 1 TL mittelscharfem Senf, Salz und Pfeffer würzen. Daraus acht Frikadellen formen. [Bild, 02.10.2017]
Natürlich muss jeder selbst entscheiden, wie er seine Frikadellen, Bratklößchen, Buletten, Hackplätzchen, Fleischküchla, Bellschuh, Brisolette, Fleischpflanzerl, Fleischkrusterl, Gewiechtsgliessl oder Hacktätschli essen – und vor allem, wie er sie nennen will. [Spiegel, 10.05.2009 (online)]
Wenn zu viel Brot in den Frikadellen ist, werden wir das ändern. [Süddeutsche Zeitung, 21.09.1999]
Auch heute noch stellen die Kölner Wirte ihre Frikadellen nach der Faustregel her: ein Drittel Brot, zwei Drittel Fleisch. [Die Zeit, 06.12.1963, Nr. 49]
allgemeiner (flacher) Kloß aus einer Masse von anderen zerkleinerten, gewürzten Zutaten wie z. B. Fisch oder Gemüse, der in der Pfanne gebraten wird
Beispiele:
Das Angebot der Supermärkte an Steaks aus Soja, vegetarischem Gulasch, fleischloser Bolognese oder rein pflanzlichen Frikadellen wächst. [Die Zeit, 14.10.2016 (online)]
Für die Fischfrikadellen die Zwiebel in feine Würfel schneiden, die Petersilie hacken und die Karotte fein raspeln. Das rohe Kabeljaufilet mit den Eiern, dem Senf und etwas Tabasco fein pürieren und zu den anderen Zutaten geben. Gut vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse zu Frikadellen formen und in einer heißen Pfanne mit etwas Öl goldbraun braten. [Zeit Magazin, 17.11.2017, Nr. 47]
Vegetarische Bratwürste, Frikadellen und Schnitzel können laut Stiftung Warentest eine gute Alternative zum Fleisch sein. [Die Zeit, 28.09.2016 (online)]
Als Vorspeise wählten wir frittierte Frikadellen aus Linsen und Porree, sowie mit Gemüse gefülltes Fladenbrot. [Welt am Sonntag, 20.01.2008, Nr. 3]
Weiter geht es mit »Kleinen Frikadellen aus Fisch und Mais« (4 Euro), die mit pikantem Essiggemüse und einer wunderbar scharfen Fischsauce äußerstes Wohlgefallen auslösen. [Welt am Sonntag, 11.07.2004]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frikadelle · Frikandeau
Frikadelle f. ‘gebratenes Fleischklößchen’ ist seit Ende des 17. Jhs. im Dt. bezeugt, daneben Anfang des 18. Jhs. Frickedelle, Fricandelle (so heute noch in der Gastronomie Frikandelle ‘gedämpfte Fleischschnitte’) und die Pluralform Frittadelle. Der Ausdruck folgt offensichtlich roman. Vorbildern, namentlich ital. frittatella, Deminutivum von ital. frittata ‘Eierkuchen’; dieses wird lautlich umgestaltet, wohl kaum infolge Dissimilation, sondern unter dem Einfluß von frz. fricandeau (s. unten, vielleicht nach einer landschaftlichen oder auf Analogiebildung beruhenden Nebenform *fricandel; frz. fricadelle ‘Fleischklößchen’ ist erst seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. bezeugt). Der Bildung liegt letztlich lat. frīgere ‘rösten, braten’ (Part. Perf. lat. frīctum, ital. fritto, frz. frit, letzteres in frz. pommes de terre frites, auch pommes frites ‘in Fett gebackene Kartoffelstreifchen’, ins Dt. übernommen als ↗Pommes frites Plur. (s. d.); vgl. ferner frz. friture ‘das Braten, Bratfett, Gebratenes’) zugrunde, doch ist der Entlehnungsvorgang im einzelnen unklar; möglicherweise ist in gleichbed. nl. frikadel ein Vermittler zu sehen; vgl. noch mnd. vricken ‘rösten, backen’ (15. Jh.). Frikandeau n. ‘gespickte Kalbsschnitte’ (Anfang 18. Jh.), nach gleichbed. frz. fricandeau, das wohl als Stamm ein fälschlich (durch Abtrennen des vermeintlichen Affixes -asser) aus frz. fricasser (s. ↗Frikassee) gewonnenes fric- aufweist.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Brisolette · ↗Fleischkloß  ●  ↗Beefsteak  regional · ↗Bratklops  regional · Bratklößchen  regional · ↗Bulette  regional · Faschiertes Laibchen  regional · ↗Fleischklößchen  regional · Fleischkrapferl  regional · Fleischküchla  fränk., schwäbisch · Fleischküchle  schwäbisch, fränk. · Fleischlaberl  österr. · Fleischlaibchen  österr. · Fleischlaiberl  österr. · ↗Fleischpflanzerl  regional, bair. · Fleischtätschli  schweiz. · Frikadelle  Hauptform · Gehackteshuller  thüringisch · Gehackteskloß  regional · Gehacktesklößchen  regional · Grilletta  DDR · Hackhuller  thüringisch · Hackplätzli  regional · Hacktätschli  regional · Huller  thüringisch · ↗Fleischklops  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Frikadelle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frikadelle‹.

Zitationshilfe
„Frikadelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Frikadelle>, abgerufen am 28.05.2020.

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