Frische, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Frische · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungFri-sche
Wortbildung mit ›Frische‹ als Letztglied: ↗Geistesfrische · ↗Jugendfrische · ↗Morgenfrische · ↗Sommerfrische · ↗Waldesfrische · ↗Winterfrische
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Lebhaftigkeit, volle körperliche und geistige Kraft
Beispiele:
jugendliche, körperliche, geistige Frische haben
eine unverwüstliche, herzgewinnende, erquickende Frische
die Frische der Jugend, des Redners
die Frische des Geistes, der Erzählung
Frische geht, strömt von ihr aus
seine Frische bewahren, erhalten
der Urlaub in den Bergen gab ihm neue Frische
seine alte Frische verlieren, wiedergewinnen
in gewohnter Frische
sie beging ihren 70. Geburtstag in erstaunlicher Frische
umgangssprachlichmorgen in alter Frische! (= Wunsch bei der Verabschiedung)
etw. mit Frische sagen, vortragen
2.
noch nicht alter, verbrauchter Zustand
Beispiele:
die Frische des Laubes
die Rosen duften in voller Frische
von dieser Schönheit war nichts mehr übrig als eine gewisse Frische der Haut [Wasserm.Gänsemännchen129]
3.
(erfrischende) Kühle
Beispiele:
die Frische der Luft, Nacht
im Wald herrscht eine köstliche Frische
durch das geöffnete Fenster strömte eine belebende Frische ins Zimmer
Eine angenehme Frische zog durch alle ihre Glieder [Droste-Hülsh.817]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frisch · auffrischen · erfrischen · Erfrischung · Frische · Sommerfrische · Frischling
frisch Adj. ‘unverbraucht, neu, vital’, auch ‘kühl’, ahd. frisc (um 1000), mhd. vrisch, (mit Metathese) mnd. versch, vers, varsch, mnl. versc, varsc, vorsc, nl. vers (nl. fris stammt aus dem Nhd.), aengl. fersc (‘salzlos, ungesalzen’). Die Etymologie ist nicht geklärt. Ein Zusammenhang mit aslaw. prěsnъ ‘neuerlich, jüngst, neu’, russ. présnyj (пресный), lit. prė́skas ‘ungesäuert, süß, fade’ ist fraglich. Auf Entlehnung aus dem Germ. beruhen frz. frais und ital. fresco ‘frisch’, das mit neuer Bedeutung rückentlehnt wird (s. ↗Fresko). auffrischen Vb. ‘erneuern, intensivieren, (wieder)beleben’ (17. Jh.), seemannssprachlich vom Wind ‘stärker, lebhafter werden’ (19. Jh.). erfrischen Vb. ‘stärken, beleben, anregen’ (16. Jh.), mhd. ervrischen ‘auffrischen, reinigen, frisch machen oder werden’; häufig partizipial erfrischend, auch in der Verstärkung herzerfrischend. Erfrischung f. ‘Stärkung, Belebung’ (16. Jh.), ‘stärkender Imbiß oder Trank’ (18. Jh.). Frische f. ‘Unverbrauchtheit, Vitalität’, mhd. vrische. Sommerfrische f. ‘sommerlicher Erholungsaufenthalt sowie der dafür geeignete Ort’, um 1800 aus südd. Mundarten in die Literatursprache aufgenommen; in diesem Sinne vereinzelt bereits Frische (17. Jh.). Frischling m. ‘Wildschweinferkel’, älter auch allgemein ‘Jungtier’ (15. Jh.); vgl. ahd. frisking ‘Jungtier, Opfertier’ (9. Jh.), mhd. vrischinc, vrischlinc ‘Jungtier’ (Schaf oder Schwein), asächs. frisking und (mit Metathese) ferskang.

Thesaurus

Synonymgruppe
Frische · ↗Unverbrauchtheit
Synonymgruppe
Frische · ↗Frost · ↗Kälte · ↗Kühle  ●  Niedrigtemperatur  Jargon
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anmut Frechheit Fruchtigkeit Fröhlichkeit Jugendlichkeit Lebendigkeit Lebhaftigkeit Leichtigkeit Munterkeit Natürlichkeit Originalität Reinheit Spannkraft Spontaneität Spritzigkeit Unbekümmertheit Unbeschwertheit Unmittelbarkeit Ursprünglichkeit fehlend fruchtig geistig jugendlich jungenhaft körperlich mental morgendlich sommerlich unbekümmert unverbraucht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Frische‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die leicht säuerliche Note gibt dem Wein seine angenehme Frische.
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2001
Mehr spielerische Frische brachten die beiden Neuen jedoch auch nicht mit aufs Feld.
Die Welt, 22.09.2000
Wir fahren sehr ungern, es kostet Zeit, Geld, Frische - ist aber doch wohl notwendig.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1918. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1918], S. 12
Zu Büchern fehlte die Zeit und die Frische und auch die Lust.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 857
Die Malerei zeigt denselben Charakter; die Bilder sind farbige Silhouetten ohne Schatten und Licht, aber von großer Dauer und Frische.
o. A.: A. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 6189
Zitationshilfe
„Frische“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Frische>, abgerufen am 15.11.2019.

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