Fritte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fritte · Nominativ Plural: Fritten · wird selten im Singular verwendet
Aussprache  [ˈfʀɪtə]
Worttrennung Frit-te
formal verwandt mit Pommes frites
Wortbildung  mit ›Fritte‹ als Erstglied: ↗Frittenbude · ↗Frittentüte
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
besonders D-Mittelwest , umgangssprachlich frittiertes stäbchenförmiges Kartoffelstück
Beispiele:
Von der Knolle zur Fritte: Eine Pumpe presst die Kartoffeln durch einen Messerblock, bevor sie als Stäbchen blanchiert werden. [Süddeutsche Zeitung, 24.10.2002]
Das Drahtsieb wird aus dem schäumenden Öl gehoben, wir bekommen die Pommes frites in Pappschälchen über den Glastresen gereicht, nehmen uns Servietten und kleine Plastikpiekser. Lucca spießt eine Fritte auf und rührt die Spitze in den Ketchup. [Süddeutsche Zeitung, 18.05.1993]
Die längste Fritte der Welt wurde im März 2018 in Hamburg zubereitet – 27,2 Zentimeter lang! [Bild, 25.11.2019]
Entstanden sein soll die Fritte übrigens wie jede große Kulturleistung: aus der Not. Als im 17. Jahrhundert, so lange gibt es schon Fritten, Flüsse zugefroren waren, frittierten die armen Belgier statt Fisch einfach rohe Kartoffeln. [Die Welt, 20.06.2015]
Jede Kartoffel wird bei uns von Hand geschält und geschnitten. Die Fritten werden erst vorgebacken und dann frittiert. [Die Welt, 21.08.1999]
Der Lastwagenfahrer pustet jede Fritte einzeln kalt […]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.1995]
2.
besonders D-Mittelwest , umgangssprachlich aus der belgischen Küche stammendes, meist als Beilage (1 b) oder Imbiss (1) verzehrtes Gericht aus frittierten oder gebackenen Kartoffelstäbchen
Grammatik: meist im Plural
Synonym zu Pommes frites
Beispiele:
Belgien ist für seine Pommes frites berühmt. Und zu einer ordentlichen Portion Fritten gehört die mindestens genauso berühmte belgische Mayonnaise. [Aachener Zeitung, 27.10.2015]
Wer Hunger hat und einmal nicht das Besondere sucht, der ißt Pommes frites. Und da dieses Gericht für jedermann so mondän französisch klingt, aber in Wirklichkeit doch so fettig und bodenständig ist, sagen die Leute an der Bude einfach »Pommes«, mit scharfem »s«, oder »Fritten« – das klingt ganz hart und irgendwie vierkantig fritiert. Manche mögen die Dinger pur, also bloß gesalzen, andere verlangen Mayonnaise oder Ketchup. Die Gourmets wollen alles. »Fritten rotweiß« oder »Pommes Schranke« rufen sie dann über die Theke. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.1995]
[…] Fritten und Hamburger machen nur dick, wenn man zu viel davon isst. [Welt am Sonntag, 11.02.2018]
Der Aachener Weihnachtsmarkt öffnete bereits um 11 Uhr seine Hütten, der erste Glühwein wurde bestellt, die erste Tüte Fritten mit Mayonnaise ging über den Ladentisch. [Aachener Zeitung, 23.11.2013]
Neben uns würgen sich geschaffte Zeitgenossen um vier Uhr früh […] Burger und Fritten rein. [Die Zeit, 21.05.2007]
[…] eine Fritte und Currywurst gefällig? [Aachener Zeitung, 22.08.2018] ungewöhnl. Sg.

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fritieren · Pommes frites · Pommes · Fritten · Friteuse
fritieren Vb. ‘in flüssigem Fett garen’, gebildet (20. Jh.) zu frz. frit, dem Part. Perf. von frz. frire ‘braten, backen’, aus lat. frīgere (frīctum) ‘rösten’ (s. ↗Frikadelle). Etwas älter bereits Pommes frites Plur. in Fett gegarte Kartoffelstreifchen, Übernahme (19. Jh.) von frz. pommes (de terre) frites ‘Röstkartoffeln’; vgl. frz. pomme (de terre) ‘Erdapfel, Kartoffel’, aus lat. pōmum ‘Obstfrucht’ und lat. terra ‘Erde’. Dazu die umgangssprachlichen Kurzformen Pommes Plur. und Fritten Plur. (Mitte 20. Jh.). Friteuse f. Topf, Gerät zum Fritieren, Übernahme (Mitte 20. Jh.) von frz. friteuse.
Zitationshilfe
„Fritte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fritte>, abgerufen am 16.04.2021.

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