Fronde, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fronde · Nominativ Plural: Fronden
Aussprache
WorttrennungFron-de (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Fronde‹ als Erstglied: ↗Frondeur
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend regierungsfeindliche Oppositionsgruppe
Beispiele:
die Gegner der Regierung hatten sich zu einer geschlossenen Fronde vereinigt
Graf Monts ... einer von der diplomatischen Fronde gegen die Seerüstung und Kolonialpolitik unserer preußischen Vettern [WeiskopfAbschied v. Frieden1,687]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fronde f. ‘regierungsfeindliche Fraktion, Oppositionsgruppe’, übernommen aus dem Frz., wo es zuerst Bezeichnung für eine gegen den französischen Absolutismus gerichtete Bewegung des Hochadels (1648–53) ist. Auszugehen ist von frz. fronde, afrz. flondre ‘Schleuder’, der wahrscheinlich auf einem Deminutivum vlat. *fundula beruhenden jüngeren Nebenform von afrz. fonde (aus lat. funda ‘Schleuder, Schleudergeschoß’). In einem überlieferten Bericht werden die opponierenden Angehörigen des Parlaments scherzhaft mit sich trotz Verbot Schleuderkämpfe liefernden Schuljungen verglichen. Die dabei gebrauchten Wörter frz. fronder ‘schleudern, werfen’ und frondeur ‘Schleuderer’ gewinnen den übertragenen Sinn ‘angreifen, scharf kritisieren’ bzw. ‘Aufsässiger’; das zugehörige fronde wird daraufhin allgemeine Bezeichnung für ‘Oppositionsbewegung’. Vgl. FEW 3, 862.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgabe Anführer Führer Kritiker Naturalabgabe Spitz Wortführer anführen antieuropäisch bilden breit einreihen formieren innerparteilich konservativ

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fronde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und sie müssen die Fronde gegen Bush nicht mehr anführen, das machen andere.
Der Tagesspiegel, 08.03.2003
Eine so starke Fronde hatten die Konservativen im eigenen Lager seit Jahrzehnten nicht erlebt.
Die Zeit, 17.04.1964, Nr. 16
Statt der in Geld ablösbaren Fronden wollte man aus den Geldsteuererträgen Arbeiter dingen.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 356
Im Vordergrund stand jedoch die Fronde von Teilen des hohen Adels.
Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1464
Eine antispartanische Fronde im Mutterland brauchte nicht erst zusammengebracht zu werden.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3987
Zitationshilfe
„Fronde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fronde>, abgerufen am 21.05.2019.

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